Nachhaltigkeits-Messe „Green World Tour“ am Coconut Beach
Viele Wege in die „grüne Zukunft“

Münster -

Zum dritten Mal fand die Nachhaltigkeits-Messe „Green World Tour“ in Münster statt. Am Wochenende sahen sich gut 2000 Besucher das Angebot am Coconut Beach an.

Sonntag, 11.10.2020, 16:45 Uhr aktualisiert: 11.10.2020, 20:06 Uhr
Mehr als 50 Aussteller waren auf der „Green World Tour“-Messe am Coconut Beach
Mehr als 50 Aussteller waren auf der „Green World Tour“-Messe am Coconut Beach Foto: Timo Gemmeke

Handyhüllen aus Zeitungspapier, Kleidung als Integrationsprojekt und jede Menge „Banktivisten“: Bei der „Green World Tour“-Messe am Coconut Beach standen am Wochenende Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein im Mittelpunkt. Knapp 2000 Besucher informierten sich über verschiedene Wege in die „grüne Zukunft“.

Mehr als 50 Aussteller waren vertreten – nicht nur mit nachhaltigen Produkten wie Kleidung oder Wohnausstattung, sondern auch als Botschafter von Vereinen und Organisationen. „Wir richten uns nicht an eine bestimmte Zielgruppe – wir wollen alle Leute ansprechen“, so Autarkia-Geschäftsführer Michael Lülf, der die Messe zum dritten Mal in Münster veranstaltet hat. Es sei wichtig, die „Vielfalt der Nachhaltigkeit“ darzustellen.

So sei es für ihn als Veranstalter auch vereinbar, neben veganen Produkten beispielsweise Bio-Fleisch anzubieten. „Wir wollen zeigen, was man im Alltag nach und nach verändern kann, damit es der Welt auch in Zukunft noch gut geht“, so Lülf. Das Ziel: „Hin zu einem nachhaltigen Konsum – und damit zu einer besseren Zukunft für uns alle.“

Integratives Modelabel für Geflüchtete

Eine bessere Zukunft ermöglicht etwa das Unternehmen „bayti hier“ aus Münster nicht nur im ökologischen Sinn – das integrative Modelabel bietet seit 2017 Geflüchteten die Möglichkeit, selbst Kleidung zu designen und zu verkaufen. „bayti heißt auf Deutsch ,Mein Zuhause‘“, erklärt Mitbegründer Michael Kortenbrede. „Und genau das wollen wir sein: ein Ort, an dem man ankommen und über Mode Brücken bauen kann.“ Bei „bayti hier“ sollen Geflüchtete in allen Bereichen der Kleidungsherstellung mitarbeiten können, vom Design bis zu Verkauf und Buchführung.

Zweites Leben für Zeitungspapier

Auf nachhaltige Produktion setzt auch Marita Drees aus Borken-Weseke, die alten Zeitungen in Form von Handytaschen, Schmuck und Deko neues Leben einhaucht. „Ich habe im Internet gesehen, wie man aus Zeitungspapier einen Faden spinnen und damit häkeln kann“, erzählt Drees. Wichtig sei ihr auch ein weniger offensichtlicher Aspekt: „Ich möchte das Medium Zeitung mit meiner Kunst auf anderem Wege erhalten und – auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht – für Pressefreiheit und demokratische Werte einstehen.“

„Unethische Investitionen streichen“

Für ähnliche Ziele setzt sich die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation „urgewald“ aus Sassenberg ein, die auf der Messe über nachhaltige Banken informiert. „Wir wollen darüber aufklären, wie viel Macht Banken dadurch haben, dass sie mit dem Geld ihrer Kunden investieren können“, erklärt Vereinsmitglied Sofie Lutterbeck.

„Wir wollen nicht, dass jeder seine Bank wechselt, sondern dass die Banken ihr Verhalten ändern.“ Am Stand von „urgewald“ haben sich am Samstag auch Sofie Wenning und Franzis Niewerth aus Ahaus informiert. „Es ist wichtig, auf nachhaltige Banken zu setzen oder die eigene Bank aufzufordern, unethische Investitionen zu streichen“, sagt Franzis Niewerth.

Derartige Denkanstöße seien es, die die „Green World Tour“ so besonders machten, meinen beide. „Hier werden Ideen gezeigt, die helfen, die Leute über das eigene Verhalten und die eigene Verantwortung aufzuklären.“

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