Bistum ruft zur Missio-Sammelaktion vom 7. bis 15. November auf
Alte Handys sind Gold wert

Münster -

Das Bistum Münster sammelt gemeinsam mit dem Hilfswerk Missio ausrangierte Handys. Warum? Hier die Erklärung:

Montag, 12.10.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 10:30 Uhr
Fabian Teltrop, Umweltmanager im Bistum Münster, ruft zur Teilnahme an der „Woche der Goldhandys“ auf.
Fabian Teltrop, Umweltmanager im Bistum Münster, ruft zur Teilnahme an der „Woche der Goldhandys“ auf. Foto: Bistum Münster

Sie liegen in Schubladen, in Kisten auf Dachböden oder im Keller: ausgediente Handys und Smartphones – deutschlandweit 200 Millionen Geräte. Dabei stecken in ihnen viele wertvolle Rohstoffe wie Gold und Coltan, die recycelt werden können. Das katholische Hilfswerk „missio“ ruft in diesem Jahr zum vierten Mal zur „Woche der Goldhandys“ auf. Sie findet vom 7. bis 15. November statt. Auch das Bischöfliche Generalvikariat sammelt mit – und sucht Mitstreiter.

Rohstoffe schützen, Umwelt schonen

Die Woche der Goldhandys zeichnet sich laut Pressemitteilung des Bistums durch ihre doppelte Wirksamkeit aus. Zum einen wird durch das Recycling vermieden, dass wertvolle Rohstoffe wie Gold weiter mit hohen Kosten für die Umwelt abgebaut werden müssen. Mit dem Erlös aus Recycling und Wiederverwertung werden Hilfsprojekte in der Demokratischen Republik Kongo unterstützt. „Finanziert werden psychologische Hilfe, Traumaarbeit, Akuthilfe und Aufklärungsprogramme. ,missio’ kann so den Menschen im Ost-Kongo helfen, die dringend Unterstützung benötigen, dort wo ein blutiger Krieg um die wertvollen Rohstoffe wütet, die unter anderem zur Herstellung von Handys verwendet werden“, sagt Fabian Teltrop, Umweltmanager des Bistums. Gemeinsam mit Hans-Georg Hollenhorst, Diözesanbeauftragter des Hilfswerks, hat er die erneute Sammelaktion für das Bistum initiiert.

„Verantwortung für die Schöpfung“

Umweltmanager Teltrop betont, ihm gehe es auch darum, durch die Aktion zum Nachdenken anzuregen. Sie solle sich nicht auf die Sammlung und den Einwurf alter Handys beschränken. „Ich erhoffe mir auch eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen und Folgen unserer Lebensweise. Insbesondere im Kontext der ,Woche der Goldhandys’ wird schnell deutlich, wie untrennbar die Wahrnehmung von Schöpfungsverantwortung und sozialer Verantwortung miteinander verwoben sind“, erklärt er. Ausdrücklich ermutigt er Pfarreien, Institutionen, Verbände, Vereine, Firmen und Bürogemeinschaften, aber auch Familien, Freundeskreise oder Nachbarschaften zum Mitmachen.

Zum ersten Mal wurde die „Woche der Goldhandys“ 2017 ins Leben gerufen. Im Bistum Münster wurden damals mehr als 6000 ausgediente Mobiltelefone gesammelt. „Das war ein super Ergebnis“, sagt Hans-Georg Hollenhorst und betont weiter: „Wir haben im Bistum in den folgenden Jahren auch immer weiter gesammelt – da gibt es ein großes Engagement, vielen Dank an alle, die mitmachen!“

Insgesamt konnten seit 2017 bundesweit 160 000 Mobiltelefone gesammelt werden, mehr als 13 000 Kinder, Frauen und Männern im Ost-Kongo wurde dadurch bereits geholfen.

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