JVA Münster
Obduktion des Geiselnehmers: Eine Polizeikugel tödlich

Münster/Düsseldorf -

Nach der Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt Münster am vergangenen Freitag laufen die Ermittlungen weiter. Fest steht jetzt: Der Geiselnehmer, ein 40-jähriger Häftling, wurde von mehreren Kugeln aus Polizeiwaffen getroffen. 

Dienstag, 20.10.2020, 10:20 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 17:39 Uhr
Während des rund dreistündigen Einsatzes war die Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße (im Hintergrund) weiträumig abgeriegelt.
Während des rund dreistündigen Einsatzes war die Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße (im Hintergrund) weiträumig abgeriegelt. Foto: Matthias Ahlke

Der Häftling, der bei der Befreiung einer Geisel im Gefängnis in Münster getötet wurde , ist von mehreren Kugeln aus Polizeiwaffen getroffen worden. Das hat die Obduktion der Leiche ergeben, wie Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Einer der Schüsse sei tödlich gewesen, wie die Untersuchung am Montag ergeben habe. Weitere Details nannte der Sprecher der Staatsanwaltschaft mit Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht.

Spezialeinsatzkräfte werden als Zeugen geführt

Die Beamten der Spezialkräfte, die am vergangenen Freitag bei dem Einsatz dabei waren, werden als Zeugen in dem Verfahren um den getöteten 40-Jährigen geführt. «Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Einsatz der Schusswaffen rechtmäßig war», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster.

Polizei beendet Geiselnahme im Gefängnis

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  • Am Freitagmorgen ist es in der Gartenstraße zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen.

    Foto: Martin Kalitschke
  • In der Justizvollzugsanstalt hat es eine Geiselnahme gegeben.

    Foto: Stefan Werding
  • Die Polizei befreite die Geisel, dabei kam es auch zum Schusswaffeneinsatz. 

    Foto: Stefan Werding
  • Der Geiselnehmer kam bei dem Einsatz ums Leben, die Geisel blieb unverletzt.

    Foto: Stefan Werding
  • Die Gartenstraße wurde weiträumig abgesperrt, vom Bohlweg bis zum Ring.

    Foto: Martin Kalitschke
  • Auch von der Promenade aus gab es am Freitagmorgen kein Durchkommen mehr zur Gartenstraße.

    Foto: Stefan Werding
  • Gegen 9.30 Uhr meldete die Polizei, dass die Lage vor Ort beendet ist.

    Foto: Martin Kalitschke
  • Einsatzkräfte unterhalten sich nach der beendeten Geiselnahme.

    Foto: dpa
  • Einsatzkräfte unterhalten sich nach der beendeten Geiselnahme.

    Foto: dpa
  • Foto: Matthias Ahlke
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  • Foto: Matthias Ahlke

Geisel mit Rasierklingen bedroht

Der Häftling hatte bereits in der Vergangenheit Beamte in dem Gefängnis bedroht. Er unterlag daher besonderen Sicherungsmaßnahmen. Am Freitag hatte er eine Justizangestellte zur Frühstückszeit mit einem aus Rasierklingen gefertigten Gegenstand bedroht und einen Hubschrauber für seine Flucht gefordert. Bei dem Einsatz machte der Alkoholkranke einen psychisch labilen Eindruck. Er sollte am 10. November nach einer viermonatigen Haftzeit entlassen werden.

Nach über drei Stunden befreiten SEK-Beamten die Geisel und töteten bei dem Zugriff den Geiselnehmer. Aus Neutralitätsgründen hat die Dortmunder Polizei die Ermittlungen übernommen.

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