Verdi-Kundgebung am Hafen
Kita-Mitarbeiter bei Streik in Münster dabei

Münster -

Der Streik im Öffentlichen Dienst geht weiter. Am Dienstag versammelten sich hunderte Streikende vor der Zentrale der Stadtwerke Münster. Neben Busfahrern legten auch einige Kita-Mitarbeiter ihre Arbeit nieder.

Dienstag, 20.10.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 14:05 Uhr
Rund 200 Mitarbeiter verschiedener Betriebe des öffentlichen Dienstes streikten am Dienstag vor der Stadtwerke-Zentrale.
Rund 200 Mitarbeiter verschiedener Betriebe des öffentlichen Dienstes streikten am Dienstag vor der Stadtwerke-Zentrale. Foto: Joel Hunold

Die Warnstreiks im Öffentlichen Dienst wurden am Dienstag fortgesetzt.  Am Montag hatten bereits Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke ihre Arbeit niedergelegt , was Einschränkungen im Busverkehr in der Stadt zur Folge hatte. Auch am Dienstag blieben die Busse der Stadtwerke im Depot, lediglich deren Partnerunternehmen transportierten Fahrgäste durch die Stadt. Wie tags zuvor blieb das befürchtete Verkehrschaos in der Stadt allerdings aus. Laut einer Stadt-Sprecherin streikten zudem einzelne Mitarbeiter städtischer Kitas. In zwei Kitas mussten demnach Notgruppen eingerichtet werden, streikbedingt schließen musste keine.

Kundgebung vor der Stadtwerke-Zentrale

Zudem traten Beschäftigte der Stadtwerke Rhede und Gronau, der Kreissparkasse Steinfurt und Sparkasse Westmünsterland, des LWL, der Stadt Münster und der Deutschen Rentenversicherung in den Streik. Etwa 200 von ihnen kamen am Dienstagmorgen zu einer Kundgebung vor der Stadtwerke-Zentrale am Hafen in Münster zusammen – coronakonform mit Poolnudeln als Abstandshalter. 

 

Verdi-Kundgebung am Hafen

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  • Am Dienstag wurde der Streik der Gewerkschaft Verdi fortgesetzt. Beschäftige verschiedener Unternehmen, Betriebe und Verwaltungen aus dem Münsterland kamen zu einer Kundgebung vor der Zentrale der Stadtwerke Münster am Hafen.

    Foto: Joel Hunold
  • Jutta Schultz, Bezirksgeschäftsführerin des Verdi-Bezirks Münsterland, dankte den Streikenden fürs kommen und fasste die bisherigen Verhandlungsrunden zusammen: „Ich sag‘s kurz und knapp: Es ist zu wenig, die Laufzeit ist zu lang und es gibt zu viele verborgene Verpflichtungen“.

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  • Auch mehrere Kita-Mitarbeiter streikten - schließen musste laut einer Stadtsprecherin allerdings keine städtische Kita in Münster.

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  • Zudem waren Beschäftigte mehrerer Sparkassen bei der Kundgebung in Münster dabei sowie Mitarbeiter des LWL...

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  • ... aber auch Teile der Stadtverwaltung.

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  • Eine große Gruppen machten die Busfahrer der Stadtwerke Münster aus. Diese hatten bereits am Montag gestreikt und damit für große Verzögerungen im ÖPNV der Stadt gesorgt.

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  • Statt als große Gruppe zu Zehntausenden wie sonst nach Dortmund zu fahren, fanden in ganz NRW wegen der Corona-Pandemie mehrere dezentrale Verdi-Kundgebungen statt. Nach Münster kamen etwa 200 Leute.

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  • Auch hier wurde auf die steigenden Zahlen von Neuinfektionen Rücksicht genommen. So dienten Poolnudeln als Abstandhalter.

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  • Und statt Trillerpfeifen gab es etwa Ratschen zum Lärm machen.

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  • Auf der Kundgebung sprach unter anderem Iris Werning, die für Verdi bei den Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden mit am Tisch sitzt. Ihr nach seien die Verhandlungsführer auf Arbeitnehmerseite sauer auf das zu geringe Angebot der Arbeitgeber. Sie sagte: „Wir sind die Arbeitsmittel. Ohne uns können Stadtverwaltung, Stadtwerke oder der LWL nicht arbeiten“.

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  • Zudem sagte Werning, man wolle weiter auf die Straße gehen.

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  • Die münsterische Gruppe von Fridays for Future solidarisierte sich mit den Streikenden, besonders mit jenen der Verkehrsbetriebe, und erläuterte, zum Schutz des Klimas brauche es einen starken und damit auch gut bezahlten ÖPNV.

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  • Und darum geht es: Die Beschäftigten (besonders im ÖPNV) fordern unter anderem eine Reduzierung ihrer maximalen Arbeitszeit und eine Erhöhung der Ruhezeit zwischen den Schichten. Zudem geht es in parallel laufenden Verhandlungen, von denen auch die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe betroffen sind, um die Entfeltrunde im öffentlichen Dienst. Hier fordert Verdi eine Erhöhung der Einkommen um 4,8 Prozent, und mindestens 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

    Foto: Joel Hunold

 

Wir sind das Arbeitsmittel, ohne uns können Stadtverwaltung, Stadtwerke oder der LWL nicht arbeiten

Iris Werning

Dort sprach unter anderem Iris Werning, die für Verdi in der Verhandlungskommission für den Sozial- und Erziehungsdienst sitzt. „Wir sind alle wütend und sauer darüber, was die Arbeitgeber uns vorgelegt haben, obwohl uns klar war, dass es nicht viel wird“, fasst sie die Sicht der Verhandlungskommission zum Angebot der Arbeitgeber zusammen. Zudem bekräftigte sie die Absicht, zur Not weiterstreiken zu wollen. „Wir sind das Arbeitsmittel, ohne uns können Stadtverwaltung, Stadtwerke oder der LWL nicht arbeiten."

"Fridays For Future" solidarisieren sich

Währenddessen hat sich die münsterischen Gruppe von Fridays for Future mit den Streikenden der Verkehrsbetriebe solidarisiert. „Klimaschutz kann nur sozial gerecht funktionieren und schließt sich nicht mit besseren Arbeitsbedingungen aus“, sagte der Klimaaktivist Max Siekmann.

Busfahrer legen in Münster ihre Arbeit nieder

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  • Zahlreiche Busse in Münster sind am Montag nicht gefahren. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu Warnstreiks aufgerufen. 

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  • Noch bis in die Nacht zu Mittwoch streiken die Busfahrer.

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  • Viele Busse sind auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke stehengeblieben.

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  • Die Banner waren eindeutig: "Diese Betrieb wird bestreikt."

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  • Die Mitarbeiter haben Banner angebracht...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...und so ihre Streikabsichten deutlich gemacht. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • An den Bushaltestellen müssen die Menschen aktuell viel Geduld haben - zahlreiche Busse fahren nicht. 

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  • Es folgen weitere Eindrücke vom Warnstreik und dessen Auswirkungen in Münster.

    Foto: Matthias Ahlke
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