Gegner des Corona-Schutzes verteilen Wurfzettel
Mecklenbeck: Unerwünschte Flyer im Briefkasten

Münster-Mecklenbeck -

Ärger im Wohngebiet „Am Dill“: Dort wurden Pamphlete verteilt, für die Bodo Schiffmann verantwortlich ist.

Dienstag, 20.10.2020, 19:08 Uhr
Zieht gegen Corona-Schutzmaßnahmen zu Felde: der Sinsheimer HNO-Arzt Bodo Schiffmann.
Zieht gegen Corona-Schutzmaßnahmen zu Felde: der Sinsheimer HNO-Arzt Bodo Schiffmann. Foto: Achim Duwentäster/imago-images

„Vielleicht ist es möglich, auch über die Zeitung darauf hinzuweisen, wie kriminell das ist. Unglaublich!!!“ Eine E-Mail mit diesem Text hat die Redaktion unserer Zeitung von Leserin Annette Denker erhalten. Die Mecklenbeckerin ärgert sich ganz gewaltig darüber, dass ihr am Dienstag zwei Flyer mit harscher Kritik an den derzeit geltenden Corona-Schutzmaßnahmen in den Briefkasten gesteckt wurden. Auch bei den Nachbarn im Wohnquartier „Am Dill“ sei dies der Fall gewesen, sagt Denker.

Bei den Flyern, für die laut Impressum der Sinsheimer HNO-Arzt Bodo Schiffmann verantwortlich zeichnet, geht es um Schriften, in denen Mund-Nasen-Schutzmasken angesichts der Corona-Pandemie als nutzlos bezeichnet werden. Sie schadeten der physischen und psychischen Gesundheit, heißt es dort unter anderem.

Bei Schiffmann, der im Nordwesten von Baden-Württemberg die Schwindelambulanz Sinsheim leitet, soll es sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (SZ) um einen Mediziner handeln, der „Horrornachrichten“ über das Tragen von Mund-Nasen-Masken verbreite. Er führe einen „immer schärferen Feldzug gegen die Corona-Maßnahmen“ und spreche von „Faschisten in der Regierung“, so die SZ-Kollegen. Am 5. Oktober war Schiffmann – wie berichtet – bei einer Kundgebung gegen die Corona-Schutzregeln auf dem münsterischen Schlossplatz mit von der Partie. Initiator war die Bewegung „Querdenken“.

Laut Angela Lüttmann, Sprecherin der Polizei Münster, scheinen die Wurfzetteln, die in Mecklenbeck verteilt wurden, „auf den ersten Blick strafrechtlich nicht relevant“ zu sein. Freie Meinungsäußerung sei nicht strafbar. Allerdings würden sich Experten der Polizei noch mit den Flyern befassen, um eine abschließende Bewertung vorzunehmen.

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