Pandemie hat schwerwiegende Folgen
Dr. Birgit Lödige aus Münster unterstützt Klinik in Tamale in Ghana

Münster/Tamale -

Seit Jahren unterstützt Dr. Birgit Lödige aus Münster eine Klinik in Tamale in Ghana – das Bistum Münster unterhält eine Partnerschaft mit der dortigen Kirchenprovinz. Doch die Corona-Pandemie hat die Region hart getroffen. Nun ist das traditionelle Weihnachtsessen für Tausende Arme und Obdachlose in Gefahr.

Donnerstag, 22.10.2020, 09:10 Uhr
Dr. Birgit Lödige war bereits unzählige Male in Ghana, um als Ärztin das Team der Shekhinah Clinic zu unterstützen. Seit 1992 bietet die Shekhinah Clinic (kleines Bild) kostenlose medizinische Behandlung und kleinere Operationen für Arme und Obdachlose.
Dr. Birgit Lödige war bereits unzählige Male in Ghana, um als Ärztin das Team der Shekhinah Clinic zu unterstützen. Seit 1992 bietet die Shekhinah Clinic (kleines Bild) kostenlose medizinische Behandlung und kleinere Operationen für Arme und Obdachlose. Foto: privat

„Die Shekhinah Clinic ist ein Ort, an dem das christliche ‚Liebe deinen Nächsten‘ an jedem Tag hautnah gelebt wird.“ Die Münsteranerin Dr. Birgit Lödige arbeitet seit mehr als 20 Jahren immer wieder in einer nord-ghanaischen Klinik in Tamale. Die Klinik bietet kostenlose medizinische Behandlung und kleinere Operationen für Arme und Obdachlose. „Armut ist ein großes Problem in Nordghana“, so Lödige.

Im Oktober, dem „Monat der Weltmission“, richtet die katholische Kirche ihren Blick auf die Region Westafrika. Das Bistum Münster unterhält eine Partnerschaft mit der Kirchenprovinz Tamale in Ghana. Das Leitwort der Aktion ist „Selig, die Frieden stiften – Solidarisch für Frieden und Zusammenhalt“.

Klinik-Aufbau durch Spenden

Jahrelang hat Lödige in Tamale mit Dr. David Abdulai zusammengearbeitet, der die Klinik durch Spenden aufgebaut hat. „Mit all seinem Gottvertrauen hat er sich auf die Ungewissheit eingelassen und mit Spenden die Klinik aufgebaut“, berichtet Birgit Lödige, die 1995 erstmals als Ärztin dort hinkam. 2016 ist Abdulai gestorben, mittlerweile leitet seine Frau Mariama die Klinik.

Dabei bedeutet die Klinik in der Region mehr als bloße medizinische Versorgung. „Das Herzstück ist das tägliche ‚Food Programm‘, bei dem Obdachlose in den Straßen von Tamale mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden, ebenso Witwen und alte Behinderte ohne Familie. Außerdem werden Menschen, die auf der Straße gelebt haben und auch dort versterben, abgeholt und würdevoll bestattet“, berichtet Lödige.

Folgen der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat die Klinik hart getroffen: Für einige Wochen musste sie komplett schließen, weil es keine Schutzkleidung gab. Durch den Lockdown und Grenzschließungen konnten Tagelöhner und kleine Händler ihre Familien nicht mehr ernähren. Zudem seien die Preise für Reis, Öl und Gemüse gestiegen, was gerade mit Blick auf das Weihnachtsfest, an dem die Klinik traditionell ein Weihnachtsessen für rund 3000 Personen ausrichtet, Schwierigkeiten bereitet.

Das Weihnachtsfest soll auch dieses Jahr stattfinden, unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln. „Es würde sich auch gar nicht verhindern lassen, weil die Menschen einfach kommen“, sagt Lödige. „Für die Armen und Obdachlosen bedeutet dieses Fest einmal im Jahr eine wirkliche Achtung und Wertschätzung.“

Die Münsteranerin ist überzeugt, dass ein Ort wie Shekhinah gerade in dieser Zeit ein Friedensort sein kann. „In der Shekhinah Clinic wird jeder absolut vorbehaltlos behandelt, ganz unabhängig von seiner Religion oder gesellschaftlichen Stellung“, sagt Birgit Lödige.

Der „Monat der Weltmission“ endet am Sonntag (25. Oktober) mit dem Weltmissionssonntag. Das Hilfswerk missio organisiert Spendensammlungen und Kollekten in den Gottesdiensten. Die Einnahmen fließen in einen Solidaritätsfonds, aus dem die Arbeit der Kirche in den ärmsten Regionen der Welt mitfinanziert wird.

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