Geiselnahme in JVA Münster
Bericht des NRW-Justizministerium: Täter offenbar verwirrt

Münster/Düsseldorf -

Der bei einer Geiselnahme in der JVA Münster von der Polizei erschossene Täter ist einem Bericht des NRW-Justizministeriums zufolge offenbar verwirrt gewesen. Nach Angaben der 29 Jahre alten JVA-Bediensteten, die als Geisel genommen worden war, habe der 40-Jährige zu ihr gesagt, «er sei der Sohn der Jungfrau Maria und müsse - wie eine Figur in dem Film «Thor» - zu einem Feld an einem roten Haus in Spanien, um einen Hammer zu holen und mit diesem Hammer das Coronavirus zu besiegen».

Donnerstag, 22.10.2020, 14:46 Uhr aktualisiert: 22.10.2020, 17:30 Uhr
Einsatzkräfte nach einer beendeten Geiselnahme in der JVA Münster.
Einsatzkräfte nach einer beendeten Geiselnahme in der JVA Münster. Foto: Bernd Thissen

In dem Bericht von Justizminister Peter Biesenbach (CDU) an die Mitglieder des Rechtsausschusses heißt es weiter, dass es sich bei der Waffe des Häftlings nicht wie zunächst angenommen um eine Rasierklinge gehandelt habe, «sondern um eine angespitzte und in diesem Bereich gehärtete Zahnbürste». Wie der Mann die Zahnbürste angespitzt habe, sei Gegenstand der Ermittlungen.

Der Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, nennt auch Details zu den Schüssen, die Polizisten am vergangenen Freitag auf den Mann abfeuerten. Demnach sagte der Häftling gegen 9.20 Uhr zu der JVA-Bediensteten in seiner Gewalt, sie beide müssten nun «etwas machen» und «bei drei losgehen». Der Mann habe die 29-Jährige mit der Waffe am Hals gezwungen, mit ihm auf Kräfte des Spezialeinsatzkommandos der Polizei zuzugehen. Beamte hätten daraufhin ihre Schusswaffen «gezielt» eingesetzt.

Die Geisel habe mit nur leichten Verletzungen am Hals befreit werden können. Der Täter erlag noch vor Ort seinen Verletzungen.

Polizei beendet Geiselnahme im Gefängnis

1/20
  • Am Freitagmorgen ist es in der Gartenstraße zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen.

    Foto: Martin Kalitschke
  • In der Justizvollzugsanstalt hat es eine Geiselnahme gegeben.

    Foto: Stefan Werding
  • Die Polizei befreite die Geisel, dabei kam es auch zum Schusswaffeneinsatz. 

    Foto: Stefan Werding
  • Der Geiselnehmer kam bei dem Einsatz ums Leben, die Geisel blieb unverletzt.

    Foto: Stefan Werding
  • Die Gartenstraße wurde weiträumig abgesperrt, vom Bohlweg bis zum Ring.

    Foto: Martin Kalitschke
  • Auch von der Promenade aus gab es am Freitagmorgen kein Durchkommen mehr zur Gartenstraße.

    Foto: Stefan Werding
  • Gegen 9.30 Uhr meldete die Polizei, dass die Lage vor Ort beendet ist.

    Foto: Martin Kalitschke
  • Einsatzkräfte unterhalten sich nach der beendeten Geiselnahme.

    Foto: dpa
  • Einsatzkräfte unterhalten sich nach der beendeten Geiselnahme.

    Foto: dpa
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke

 

Die SPD hat eine Sondersitzung des Rechtsausschusses beantragt , bei der die Landesregierung am Freitag zu dem Vorfall berichten soll.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7643948?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker