Freizeitpark
Stadt und Schausteller ziehen bereits positives Fazit

Münster -

Stadt und Schausteller zeigen sich bereits vor dem abschließenden Wochenende des mobilen Freizeitparks vor dem Schloss zufrieden. Das Hygienekonzept habe gegriffen, die Besucher verhielten sich umsichtig – eine Wiederholung möglich.

Donnerstag, 22.10.2020, 19:20 Uhr aktualisiert: 22.10.2020, 21:51 Uhr
Nach langer Pause können die Münsteraner auf dem mobilen Freizeitpark vor dem Schloss wieder Kirmes-Vergnügen erleben.
Nach langer Pause können die Münsteraner auf dem mobilen Freizeitpark vor dem Schloss wieder Kirmes-Vergnügen erleben. Foto: Oliver Werner

Norbert Vechtel, Leiter des Ordnungsamts der Stadt Münster, ist offenbar ein vorsichtiger Mann. Noch während über dem mobilen Freizeitpark vor dem Schloss die Sonne schien, hatte Vechtel Regenschirm, langen Mantel und Schal eingepackt, als er sich am späten Donnerstagnachmittag auf den Weg dorthin machte.

Vorsicht als oberste Prämisse war der Stadt Münster auch wichtig, als man im Sommer mit dem ausrichtenden Schaustellerverband Gespräche über den mobilen Freizeitpark aufnahm. Nun, wenige Tage, bevor der Park am Sonntag um 22 Uhr seine Pforten wieder schließt, zog Vechtel, während der Regen längst eingesetzt und sich der geplante Rundgang mit den Schaustellern zu einem Gespräch unter Zeltdächern entwickelt hatte, ein zufriedenes Fazit. Aus der Bevölkerung, so Vechtel, habe es ganz überwiegend die Rückmeldung gebeben, dass man dankbar sei, dass solch eine Veranstaltung auch in diesen Zeiten möglich sei.

Blaupause für kommende mobile Freizeitparks?

Diese Zeiten – was die steigenden Fallzahlen hinsichtlich der Corona-Pandemie betreffe, habe die Stadt keine Anhaltspunkte darauf, dass diese auch nur in „irgendeinem Zusammenhang“ zu der Veranstaltung vor dem Schloss stünden. Im Gegenteil“, sagt Vechtel. Das Hygienekonzept der Schausteller, denen Vechtel die Attribute zuverlässig und seriös verleiht, habe gegriffen. Zwar könne er nicht in die Zukunft sehen, aber die Veranstaltung könne durchaus als Blaupause für kommende mobile Freizeitparks dienen. Mehr Lob städtischerseits geht kaum.

Ein Lob, das Markus Heitmann, Vorsitzender des Schaustellerverbands Münsterland, erwidert. „Die Stadt war uns eine große Hilfe“, sagt Heitmann. Rund 55 000 Besucher peile man über die gesamte Veranstaltungszeit an, eine Zahl, die man, wenn nichts Außergewöhnliches mehr passiert, wohl auch erreichen werde. „Die meisten Schausteller sind zufrieden“, sagt Heitmann, der aber nicht verschweigt, dass die Veranstaltung nur ein Notnagel für die Beschicker in einer „schweren Zeit“ sei. Schon den Winter würden deutschlandweit längst nicht alle Betriebe überstehen. Einiges hänge jetzt auch davon ab, ob man auf Weihnachtsmärkten ein letztes Mal vor dem Winter Geld verdienen könne.

Mobiler Freizeitpark vor dem Schloss

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  • Auf dem mobilen Freizeitpark vor dem Schloss gibt es die gewohnten Leckereien.

    Foto: Oliver Werner
  • Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist auf dem gesamten Gelände empfohlen, an den Buden und auf den Fahrgeschäften sind die Masken vorgeschrieben.

    Foto: Oliver Werner
  • Das neueste Riesenrad Deutschlands gibt es vor dem Schloss zu erleben...

    Foto: Oliver Werner
  • ...sowie auch noch wildere Fahrgeschäfte.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Wege sind breiter als beim Send, maximal sind 2100 Besucher gleichzeitig gestattet. Bis Donnerstagabend wurde diese Zahl noch nicht erreicht.

    Foto: Oliver Werner

Heitmann hat in dieser Hinsicht vor allem eine Bitte an Städte und Kommunen – Planungssicherheit. „Klar gibt es immer ein unternehmerisches Risiko“, so Heitmann, doch nach einem Jahr fast ohne Einnahmen, könne die Branche kein Risiko mehr vertragen.

Ob die Schausteller aber wirklich mit frühzeitigen An- oder schlimmstenfalls Absagen, auch aus Münster, rechnen können, scheint angesichts einer stets dynamischen Corona-Situation fraglich. Vorsicht ist eben das Gebot der Stunde – so wie bei Ordnungsamtsleiter Vechtel: „Der Schal war dann doch ein bisschen zu viel“, sagt er und lächelt beim Blick auf seine Garderobe.

Freizeitpark und steigende Coronazahlen – passt das?

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  • Seit knapp einer Woche findet der Send-Ersatz-Freizeitpark auf dem Gelände vorm Schloss statt.

    Foto: Joel Hunold
  • 2100 Besucher dürfen gleichzeitig auf das abgesperrte Gelände – noch wurde der Maximalwert nicht erreicht.

    Foto: Joel Hunold
  • Dennoch sind die Schausteller bisher sehr zufrieden. „Wir hatten damit gerechnet, dass durch die Ferien viele Besucher kommen, aber das es so viele sind, da sind wir wirklich sehr positiv überrascht drüber“, sagt Arno Heitmann, 2. Vorsitzender des Schaustellerverbands.

    Foto: Joel Hunold
  • Im Durchschnitt seien täglich 4000 bis 5000 Besucher gekommen.

    Foto: Joel Hunold
  • Für das Wochenende erwartet er, dass erstmals die Maximalgrenze von 2100 erreicht wird.

    Foto: Joel Hunold
  • Dabei gelten auf dem Freizeitparkgelände besondere Regeln. So muss man beim Schlangestehen vor Imbissbuden Maske tragen...

    Foto: Joel Hunold
  • ... genauso wie beim Anstehen für Karussells...

    Foto: Joel Hunold
  • ... und in den Karussells selber auch.

    Foto: Joel Hunold
  • Auf dem Gelände selbst gibt es (bisher) keine Maskenpflicht.

    Foto: Joel Hunold
  • Genauso wenig wie in der Schlange vor dem Gelände.

    Foto: Joel Hunold
  • Je nach Tageszeit tragen die meisten Besucher dennoch eine Maske.

    Foto: Joel Hunold
  • Das hängt auch damit zusammen, dass es zwar keine Pflicht gibt, seit Mitte der Woche aber Schilder im ganzen Freizeitpark verteilt wurden, über die „dringend empfohlen wird, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen“.

    Foto: Joel Hunold
  • Übersehen kann man diese Schilder eigentlich nicht.

    Foto: Joel Hunold
  • Sie stehen quasi vor jedem Fahrgeschäft und hängen vor jeder Imbissbude.

    Foto: Joel Hunold
  • Zudem soll laut Heitmann der Sicherheitsdienst am Eingang jeden dazu ermuntern, auf dem gesamten Gelände Maske zu tragen.

    Foto: Joel Hunold
  • Eine generelle Maskenpflicht schließt er allerdings vorerst aus. Falls es nötig sei, werde diese eingeführt. Doch in der Innenstadt gebe es schließlich auch keine Maskenpflicht.

    Foto: Joel Hunold
  • Ansonsten sind im gesamten Park auch Spender mit Desinfektionsmittel verteilt.

    Foto: Joel Hunold
  • Überall stehen sie rum.

    Foto: Joel Hunold
  • In den unterschiedlichsten Formen und Farben.

    Foto: Joel Hunold
  • Die meisten Besucher fühlen sich derweil – ob mit Maske oder ohne – recht sicher.

    Foto: Joel Hunold
  • Die Abstände zwischen den verschiedenen Gruppen seien groß, es gebe stets viel Platz um einen herum.

    Foto: Joel Hunold
  • Wenn es mal enger wird, so der Tenor, wird einfach die Maske aufgesetzt.

    Foto: Joel Hunold
  • Und ganz zur Not müssen alle ihre Kontaktdaten und die Uhrzeit, wann sie auf dem Gelände waren, hinterlassen, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können.

    Foto: Joel Hunold
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