Coronavirus
So viele Neuinfektionen in Münster wie noch nie

Münster -

Am Freitag meldet die Stadt Münster so viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus wie noch nie. 61 neue bestätigte Infektionen sind innerhalb eines Tages zu verzeichnen. Außerdem gibt es zwei weitere Todesfälle in Münster.

Freitag, 23.10.2020, 15:37 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 20:14 Uhr
Coronavirus: So viele Neuinfektionen in Münster wie noch nie
Die Corona-Pandemie ist mit voller Wucht zurück. Eine Verschärfung der Maskenpflicht ist nicht mehr ausgeschlossen. Foto: Oliver Werner

Die Ausbreitung des Coronavirus gewinnt in Münster immer mehr an Fahrt. Zwei weitere Menschen sind verstorben, die Zahl der Infizierten ist am Freitag um 61 gestiegen. So viele Neuinfektionen hat es noch nie an einem einzigen Tag seit Beginn der Pandemie gegeben, so Wolfgang Heuer, Leiter des Corona-Krisenstabes. „Das ist ein schlechter Tag für unsere Stadt. Die Pandemie ist mit voller Wucht zurückgekehrt, wir stehen vor herausfordernden Wochen und Monaten“, sagt Heuer.

Aktuell sind 197 Münsteraner infiziert

Ein an Covid-19 erkrankter Patient (Jahrgang 1932) aus Münster ist am Freitag nach intensivmedizinischer Betreuung in einem münsterischen Krankenhaus verstorben. Eine Lungenvorschädigung hat laut Stadt nicht bestanden. Zudem sei bei einer in dieser Woche verstorbenen Bewohnerin (Jahrgang 1923) des Friederike-Fliedner-Hauses eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden (wir berichteten). Zuletzt hatte die Pandemie vor einem halben Jahr – am 24. April – ein Todesopfer gefordert. Oberbürgermeister Markus Lewe zeigte sich bestürzt und sprach den Angehörigen sein Beileid aus.

Damit sind seit Ende März 15 Infizierte aus Münster gestorben. Aktuell gelten 197 Münsteraner als infiziert. 783 Personen befinden sich in Quarantäne.
Im Friederike-Fliedner-Haus hat sich unterdessen die Zahl der infizierten Bewohner von sieben auf 13 erhöht. Außerdem sind zwei Mitarbeiter betroffen. Weitere Testungen sollen folgen. 

Die deutlich gestiegene Zahl an Neuinfektionen ist laut Stadt weiter auf Ansteckungen in jüngeren Jahrgängen (1980er und 1990er) zurückzuführen. Zudem habe es zahlreiche Infektionen bei der Deutschen Hochschule der Polizei gegeben, betroffen seien Personen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Diese Corona-Regeln gelten ab einer 7-Tages-Inzidenz von 35

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  • Ab einer 7-Tages-Inzidenz von 35 in einem Kreis, gilt die erste Warnschwelle überschritten. Es gelten verschärfte Corona-Regeln.

    Foto: Miroslav Chaloupka via www.imago-images.de
  • Feste, wie zum Beispiel Hochzeiten, dürfen nur noch mit höchstens 25 Personen stattfinden.

    Foto: Uwe Anspach
  • In Innenstädten, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, zum Beispiel in Fußgängerzonen, gilt eine Maskenpflicht.

    Foto: Peter Kneffel
  • Die Maskenpflicht gilt auch am Sitz- oder Stehplatz in geschlossenen Räumen, zum Beispiel im Kino oder Theater.

    Foto: Müller-Stauffenberg via www.imago-images.de
  • Kommunen können, nach eigenem ermessen, eine Sperrstunde für die Gastronomie verhängen.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Für alle Schüler ab Klasse fünf, unabhängig von der Inzidenz im jeweiligem Kreis, gilt ab dem 26. Oktober wieder die Maskenpflicht im Unterricht.

    Foto: Jonas Güttler

Münster überschreitet Samstag wohl Warnschwelle

„Ich gehe davon aus, dass der vom Landeszentrum Gesundheit NRW berechnete Inzidenz-Grenzwert von 35 zu Samstag deutlich überschritten wird“, sagt Heuer. Ist das der Fall, werde unmittelbar eine Allgemeinverfügung der Stadt Münster veröffentlicht, diese trete am Montag um 0 Uhr in Kraft.  Für das Stadtgebiet würde damit die Gefährdungsstufe 1 gemäß Corona-Schutzverordnung des Landes gelten.

Das bedeutet:  Veranstaltungen und Versammlungen sowie Kongresse mit mehr als 1000 Personen sind unzulässig. An Festen (ohnehin nur aus herausgehobenem Anlass) dürfen höchstens 25 Personen teilnehmen. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung besteht auch am Sitz- oder Stehplatz in geschlossenen Räumlichkeiten bei Konzerten und Aufführungen, sonstigen Veranstaltungen sowie als Zuschauer von Sportveranstaltungen. Bei Veranstaltungen muss ein Mindestabstand von 1,50 Metern gewährleistet sein.

„Steigen die Zahlen weiter, wird es weitere Verschärfungen geben, etwa eine Maskenpflicht in den Einkaufsstraßen. Dabei ist die Einhaltung der bekannten Schutzregeln die beste Antwort auf die derzeitige Entwicklung“, so Heuer. Die Mitarbeiter von Stadt, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen würden ihren Beitrag leisten, damit niemand Angst vor den kommenden Wochen haben müsse, stellt er klar. „Aber bitte ziehen auch Sie weiter mit“, appelliert Heuer an die Bürger. So sollte sich jeder fragen, ob Partys und Feiern nicht besser verschoben werden können.

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