Informationen nach Corona-Fall an Mauritzschule
Verwirrung um Kontaktdaten

Münster -

Nach einem Coronafall an der Mauritzschule hat das Gesundheitsamt auf widersprüchliche Kontaktangaben seitens der Schule verwiesen. Der Grund für die verzögerte Information von Kontaktpersonen lag aber offenbar woanders.

Freitag, 23.10.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 21:07 Uhr
In der vergangenen Woche hat die Kommunikation nach einem Coronafall an der Mauritzschule für Ärger gesorgt.
In der vergangenen Woche hat die Kommunikation nach einem Coronafall an der Mauritzschule für Ärger gesorgt. Foto: Oliver Werner

Für viel Unmut hat ein Corona-Fall an der Mauritzschule in der vergangenen Woche gesorgt – nicht nur bei Eltern von Schülern. Jetzt wehrt sich die Schule gegen die Darstellung des Gesundheitsamtes. Letzteres hatte die teilweise sehr spät erfolgten Informationen von Kontaktpersonen damit begründet, dass es von der Schule – insbesondere der infizierten Lehrerin – widersprüchliche Angaben gegeben habe.

Ihre Konrektorin und sie hätten sofort, nachdem man über den Fall informiert worden sei, die Eltern per Mail und teilweise zusätzlich per Telefon kontaktiert, stellt Schulleiterin Magda Stecker-Kühl klar. In diesem Punkt ist man sich mit dem Gesundheitsamt auch einig.

Offenbar aber nicht, was die zu informierenden und isolierenden Personen angeht. Die Lehrerin, die am 13. Oktober von den Containment-Scouts über ihr positives Testergebnis in Kenntnis gesetzt wurde, habe dem Gesundheitsamt so schnell wie möglich das entsprechende Kontaktformular geschickt. „Ich habe zuerst meine Familie nach Hause geholt und dann sofort und so akribisch wie möglich die Liste ausgefüllt“, so die Lehrerin. Am Mittag habe sie dem Amt vorgelegen. Es seien anschließend aber ihre Kollegen teilweise nicht informiert, stattdessen Kinder in Isolation geschickt worden, zu denen sie keinen Kontakt hatte, sagt sie.

Gesundheitsamt beruft sich auf Klassenlisten

„Wir haben von der Schule Klassenlisten bekommen, mit dem Hinweis, das sind die Kinder, die Kontakt hatten“, erläutert die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Dagmar Schwarte. „Auf diese Informationen müssen wir uns verlassen können.“

Auf den Listen habe man aber auch beispielsweise Team- oder Vertretungsunterrichtsstunden berücksichtigt, wie Rektorin Madga Stecker-Kühl erläutert. In einem Fall sei ein Name fälschlicherweise mitgeteilt worden, räumt sie ein. Eine Quarantäneanordnung in einem solchen Fall rückgängig zu machen, sei nicht möglich, erklärt Schwarte: „Das hätte noch mehr Unruhe verursacht. Wir wussten gar nicht mehr, wer jetzt Kontakt hatte und wer nicht.“

Kontaktpersonen erst Tage später kontaktiert

Fest steht: Die betroffenen Familien wurden erst Tage nach Bekanntwerden des Falls von den ContainmentScouts informiert. Zu Ferienbeginn habe es viele Fälle und lange Listen gegeben, so Schwarte: „Das nimmt viel Zeit in Anspruch.“ In der Konsequenz würden aber zusätzliche Containmentscouts aus anderen Ämtern berufen und ausgebildet.

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