Corona-Pandemie
Münster sagt alle Weihnachtsmärkte ab

Münster -

Jetzt doch: Die Weihnachtsmärkte in Münster werden in diesem Jahr abgesagt. Diesen Entschluss hat die Stadtverwaltung am Montag gemeinsam mit den Veranstaltern getroffen.

Dienstag, 27.10.2020, 05:30 Uhr aktualisiert: 27.10.2020, 08:18 Uhr
Corona-Pandemie: Münster sagt alle Weihnachtsmärkte ab
Mit Sperrstunde und befristetem Glühwein-Ausschank hätten die Weihnachtsmärkte in Münsters Innenstadt ohnehin nicht so ausgesehen wie in den Vorjahren. Jetzt sind sie vor dem Hintergrund stetig steigender Infektionszahlen ganz abgesagt worden. Foto: Oliver Werner (Archivbild)

Die Corona-Pandemie macht die Adventszeit endgültig zur stillen Nacht. Die Stadt Münster hat am Montag vor dem Hintergrund der erschreckend steigenden Fallzahlen an Corona-Infizierten die bereits befürworteten Weihnachtsmärkte in der Innenstadt abgesagt. Der Beschluss sei gemeinsam mit den Veranstaltern, die die Entscheidung einstimmig mittragen würden, in einer kurzfristig einberufenen Sitzung am Montag getroffen worden.

„Die Infektionszahlen sind auch in Münster an den vergangenen Tagen so schnell und so stark gestiegen, dass wir darauf verantwortungsvoll reagieren müssen“, sagte der Leiter des städtischen Corona-Krisenstabs, Wolfgang Heuer. Weihnachtsmärkte seien unter diesen Umständen nicht möglich.

Weihnachtsmarktbetreiber in Münster froh über Planungssicherheit

Die Weihnachtsmarktbetreiber übten nach einer städtischen Pressemitteilung keine Kritik an der städtischen Entscheidung. Der Sprecher des St.-Lamberti-Lichtermarktes, Bernd Kleimann, zeigte sich einverstanden mit der Entscheidung: „Es ist gut, dass wir jetzt Planungssicherheit haben. Besser jetzt, als erst in zwei Wochen. Ich bin mit der Entscheidung einverstanden.“

Auch Fred Mentik, Mitbetreiber des Giebelhüüskes-Marktes an der Überwasserkirche, schätzt die jetzt herrschende Klarheit: „Ich hoffe, dass die Maßnahme dazu beiträgt, dass wenigstens die Innenstadt während der Weihnachtszeit geöffnet bleiben kann.“

Ich hoffe, dass die Maßnahme dazu beiträgt, dass wenigstens die Innenstadt während der Weihnachtszeit geöffnet bleiben kann.

Fred Mentik, Mitbetreiber des Giebelhüüskes-Marktes an der Überwasserkirche

Heuer betonte, dass sich Stadt und Veranstalter die Entscheidung nicht leicht gemacht hätten. Zum einen seien die Weihnachtsmärkte bei der Bevölkerung äußerst beliebt. Zum anderen sei die Not der Anbieter zu berücksichtigen gewesen, die wegen der Corona-Krise bereits das gesamte Jahr über kaum Umsätze erwirtschaften konnten. „Gleichwohl muss die Gesundheit der Bevölkerung Vorrang haben“, so Heuer.

Diese Corona-Regeln gelten ab einer 7-Tages-Inzidenz von 50

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  • Ab einer 7-Tages-Inzidenz von 50 in einem Kreis, gilt dieser als Risikogebiet. Es gelten verschärfte Corona-Regeln.

    Foto: via www.imago-images.de
  • Es gilt eine Maskenpflicht an stark frequentierten Orten, wo keine 1,50 Meter Abstand gehalten werden kann. Außerdem ist auch an Sitzplätzen im Theater oder Kino ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

    Foto: Marijan Murat
  • Zusammenkünfte im öffentlichen Raum sind mit maximal fünf Personen oder mit Personen aus zwei Haushalten erlaubt.

    Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Es gilt eine Sperrstunde für die Gastronomie zwischen 23 Uhr und 6 Uhr.

    Foto: NomadSoul via www.imago-images.de
  • In der Zeit von 23 Uhr und 6 Uhr darf auch kein Alkohol verkauft werden, auch nicht am Kiosk oder im Supermarkt.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Feste, wie zum Beispiel Hochzeiten, sind nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt.

    Foto: Christoph Schmidt

Erst Reduzierung, jetzt die Corona-Absage

Die Stadt Münster hatte trotz der Corona-Pandemie zunächst grünes Licht für die zumindest vier Weihnachtsmärkte ab dem 23. November gegeben. Unter strengen Sicherheitsvorgaben sollte der Budenzauber für einen Monat rund ums Rathaus, an der St.-Lamberti-Kirche, im Kiepenkerl-Viertel und ein neues Angebot auf dem Harsewinkelplatz möglich gemacht werden. Das Angebot sollte reduziert werden, die Buden sollten mehr Platz bekommen, um die Abstandsregeln besser einhalten zu können. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sollte Pflicht sein.

Vor allem aber sollte es eine Sperrstunde um 18.30 Uhr geben, Glühwein sollte nur bis 18 Uhr bestellt werden können. Trinken sollte man ihn nur auf Sitzplätzen oder an Stehtischen mit ausliegenden Namenslisten für ein Kontaktverfolgungssystem in einem Corona-Fall. Heuer fasste zusammen: „Die Absage der Weihnachtsmärkte ist allen Verantwortlichen schwer gefallen. Wenigstens konnten wir die Entscheidung im Konsens treffen.“

Ab Dienstag strengere Corona-Schutzmaßnahmen in Münster

Ab Dienstag gelten für die Stadt Münster strengere Corona-Schutzmaßnahmen . In der Innenstadt muss in der Zeit von 8 bis 20 Uhr eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden. Betroffen sind unter anderem der Prinzipalmarkt, die Ludgeristraße, die Salzstraße und die Windthorststraße. Für die Gastronomie gilt ab 23 Uhr eine Sperrstunde . Alkoholische Getränke dürfen bis 6 Uhr morgen nicht mehr verkauft werden, auch nicht in Kiosken und Supermärkten.

Kommentar: Überfällige Absage

Die Münsteraner müssen spätestens ab Dienstag Maske auf dem Prinzipalmarkt tragen, für die Gastronomie gilt eine Sperrstunde. Die Zahl der Corona-Neuinfizierten steigt rasant, am Wochenende hat sie sich sogar verdoppelt. Münster steckt mittendrin in der sich weltweit zuspitzenden Entwicklung dieser Pandemie.

Wie fahrlässig und fatal wäre es, wenn sich unzählige Menschen vor Holzbuden kuscheln und gemeinsam Glühwein trinken. Die Absage der so beliebten Weihnachtsmärkte ist für diesen Corona-Advent alternativlos und war, wenn man ehrlich ist, mehr als überfällig. Kein ausgefeiltes Sicherheitskonzept kann die Negativ-Erfahrungen aus dem Frühjahr vergessen machen, als die Après-Ski-Orte zu Corona-Hotspots mutierten.

Die Weihnachtsmärkte und damit eine Ansteckungsgefahr dort sind gestrichen. Bleibt die Hoffnung, dass den Geschäften und der Gastronomie in der Vorweihnachtszeit ein erneuter Lockdown erspart bleibt. Ein Weihnachtsfest ohne massive Kontaktbeschränkungen wäre das schönste Geschenk.

Ralf Repöhler

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