Agravis investiert in den Lagerbereich
Automatisierte Effizienz

Münster -

Maschine schlägt Mensch: Die Agravis Raiffeisen AG setzt im Distributionszentrum Münster neuerdings auf ein automatisiertes System.

Donnerstag, 29.10.2020, 14:03 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 11:34 Uhr
Auf einem Schienensystem fahren die Roboter über das automatisierte Lager und Kommissionierungssystem Autostore.
Auf einem Schienensystem fahren die Roboter über das automatisierte Lager und Kommissionierungssystem Autostore. Foto: Agravis Raiffeisen AG

„Geschwindigkeit ist Trumpf“, sagt Jörg Sudhoff, Mitglied des Vorstands der Agravis Raiffeisen AG. Sudhoff ist bei der Agravis zudem verantwortlich für die Logistik, und in diesem Bereich gibt es seit einigen Wochen eine Neuerung, die man sich mit insgesamt rund 1,65 Millionen Euro nicht nur etwas hat kosten lassen, sondern die vor allem, das sei jetzt schon zu erkennen, die Effizienz stark steigere.

Denn das Lagern und Kommissionieren der Waren im Distributionszentrum in Münster erfolgt nicht mehr über die Mitarbeiter, sondern über zehn kleine Roboter, die auf Schienen unermüdlich über die mehr als 24 000 Lagerbehälter rollen und auch Kleinteile in den rund 16 000 verschiedenen Artikeln für den Onlineshop zielgenau ausfindig machen.

Autostore heißt das System. Rund drei Mal so schnell wie zuvor laufen die Prozesse mit den neuen Möglichkeiten, sagt die Agravis. Zudem sei die Fehleranfälligkeit der Distribution verringert worden. Maschine schlägt hier also offenbar Mensch, wobei das Unternehmen verspricht, dass keine Arbeitsplätze durch die Maßnahme weggefallen seien, sondern die Arbeitskraft der Arbeitnehmer lediglich umgeschichtet worden sei.

Neben der Schnelligkeit ist es vor allem der geringe Platzverbrauch, der für Agravis als Vorteil daherkommt, denn mit dem nicht mal vor zehn Jahren neu gebauten Distributionszentrum sei man bereits an Grenzen gestoßen. Durch den Autostore wird der benötigte Platz nun halbiert.

„Ich komme immer wieder ins Staunen, wenn ich sehe, wie die Roboter über die Anlage schießen“, sagt Andre Damkowski, der die Planung und den Aufbau des Projekts für die Agravis federführend gesteuert hat.

Einzigartig ist die Anlage, die einst in Norwegen entwickelt wurde, übrigens nicht. Gut 100 der Anlagen gebe es schon in Deutschland, und auch in Münster kämen bereits welche zum Einsatz. „Der Trend geht zu dieser Lösung“, so Damkowski.

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