Neubau bereits in Planung
Abbau der Skulptur „Square Depression“ beginnt

Münster -

Bei den Skulptur-Projekten 2007 war das riesige Kunstwerk „Square Depression“ eines der großen Highlights. Doch es muss abgebaut werden, weil der daneben stehende Fachbereich Physik der WWU ein neuen Gebäude errichten will. Nun steht fest, wann mit dem Abbau begonnen werden soll.

Freitag, 30.10.2020, 11:45 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 12:12 Uhr
Das Kunstwerk „Square Depression“ ist ein echter Blickfänger – allerdings nicht mehr lange. Anfang nächster Woche wird mit dem Abbau begonnen.
Das Kunstwerk „Square Depression“ ist ein echter Blickfänger – allerdings nicht mehr lange. Anfang nächster Woche wird mit dem Abbau begonnen. Foto: Gerhard H. Kock

Ab Montag (2. November) beginnt die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) mit dem Rückbau des Kunstwerks „Square Depression‘“ von Bruce Nauman. Das teilt das Kunstmuseums des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in einer Pressemitteilung mit. Wie berichtet, muss die Skulptur am Institut für Theoretische Physik in der Wilhelm-Klemm-Straße weichen , da die Universität dort Gebäude für den Fachbereich Physik errichtet. Das Kunstwerk soll jedoch in unmittelbarer Nähe neu entstehen.

„Wir bedauern sehr, dass wir vorerst Abschied nehmen müssen von dieser großartigen Arbeit. Damit verliert das LWL-Museum für Kunst und Kultur auf vorerst unbestimmte Zeit eine seiner wichtigsten Arbeiten“, so der Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Dr. Hermann Arnhold. „Ich bin durch Gespräche mit dem Rektor der Universität sehr zuversichtlich, dass dieses wunderbare Kunstwerk in den nächsten Jahren an zentraler Stelle neu entstehen wird.“

Jahrelange Bedenken 2007 beendet

Mit „Square Depression“ fordert der amerikanische Künstler Bruce Nauman die Betrachter in ihrer Wahrnehmung heraus. Das Kunstwerk bietet eine Bühne für die Erfahrung des Selbst und bringt die Besucherinnen dazu, sich zur Umwelt zu verhalten, erläutert der LWL in der Mitteilung.

Das Kunstwerk entstand für die „Skulpturprojekte 2007, hat aber eine Geschichte, die bis zu den Anfängen der alle zehn Jahre stattfindenden Ausstellung reicht. Für die erste „Skulptur Ausstellung in Münster 1977“ entwarf Bruce Nauman eine Skulptur aus gegossenem Beton. Auf 25 mal 25 Meter und 2,3 Meter Tiefe sollte die negative weiße Pyramide im Naturwissenschaftlichen Zentrum der Universität Münster an der Wilhelm-Klemm-Straße verortet werden. Damalige Bedenken des Staatshochbauamtes wichen 30 Jahre später dem überzeugenden Engagement von Christine Litz, die zusammen mit dem kuratorischen Team unter künstlerischer Leitung von Kasper König den Künstler für die Realisierung der Arbeit am ursprünglich geplanten Ort gewann. Die Standortbedingungen waren identisch geblieben, die Pläne bis auf den mittigen Wasserabfluss ebenfalls - und Bruce Nauman sagte drei Jahrzehnte später ein zweites Mal zu.

Schon 2007 war klar, dass die Arbeit von Bruce Nauman unbedingt erhalten werden soll, und deshalb erwarb das LWL-Museum die Arbeit schließlich 2009 mit Unterstützung der Sparkasse Münsterland Ost und des Landes NRW.

Kunstwerk soll neu errichtet werden

Der Zeitpunkt der Wiedererrichtung hängt nun vom Fortgang der Neubau-Arbeiten ab. Bruce Nauman ist über die ersten Pläne informiert und hat zugestimmt, sein Kunstwerk neu zu verorten. Nun folgen Planungen für das Areal, und 2021 wird ein großer Wettbewerb erste Ideen hervorbringen. „Square Depression“ wird darin nicht nur mitgedacht, sondern auch als Bauaufgabe verankert. Die WWU und das LWL-Museum für Kunst und Kultur haben eine vertragliche Basis dafür gelegt, dass das Werk neu installiert werden kann, sofern der Künstler mit den konkreten Plänen einverstanden ist.

In der Zwischenzeit soll ein 3D-Projekt die Senkung zeigen: „Wir sind im Gespräch mit dem iCinema Centre for Interactive Cinema Research an der University of New South Wales und der WWU Münster, um ein gemeinsames Projekt zu entwickeln“, erklärt die Kuratorin für Gegenwartskunst am LWL-Museum für Kunst und Kultur, Dr. Marianne Wagner. „Dies ist niemals ein Ersatz, sondern vielmehr ein virtueller Ort, ein digitales Archiv.“

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