November-Lockdown läuft an
Bäder und Theater in Münster schon ab Samstag zu

Münster -

Angesichts der Negativ-Rekordzahlen bei den Covid-19-Infektionen in der Stadt werden auf der Grundlage der neuen NRW-Coronaschutzverordnung Münsters Schwimmbäder und Theater bereits Samstag geschlossen. Das bestätigt Corona-Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer. 

Freitag, 30.10.2020, 19:26 Uhr
Die städtischen Schwimmbäder schließen in Münster bereits ab Samstag.
Die städtischen Schwimmbäder schließen in Münster bereits ab Samstag. Foto: Matthias Ahlke

Ebenso weitere städtische Einrichtungen wie Pumpenhaus, Villa ten Hompel, Stadtmuseum, Kunsthalle und Musikschule. Der Allwetterzoo macht dann Montag (2. November) zu.

Von den Schließungen betroffen sind unter anderem Kinos, Freizeitsportstätten, Fitnessstudios, Museen, Spielhallen, Kosmetikstudios, Hotels und Restaurants. Schulen, Kitas, Stadtarchiv und Stadtbücherei bleiben hingegen geöffnet. Aber: Bei der Stadtverwaltung ist im November mit Einschränkungen beim Publikumsverkehr zu rechnen. Heuers Bitte: Nur bei dringenden Anliegen die Verwaltung aufsuchen und einen Termin vereinbaren.

So viele Infizierte wie noch nie in Münster

In Münster gibt es so viele Corona-Infizierte wie nie. Der Inzidenzwert kletterte am Donnerstag über 100. Die Stadt vermeldete am Freitag 45 Neuerkrankungen. Aktuell gelten über 400 Münsteraner als infiziert. „Wir haben zurzeit 36 Corona-Patienten stationär in den Krankenhäusern, davon 13 auf Intensivstationen, acht werden beatmet. Vor einer Woche waren es 14, vier und drei“, sagt Heuer.
In der Öffentlichkeit dürfen sich ab Montag nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen – maximal zehn Personen. Von dieser Obergrenze werden auch größere Familien, die in einem Haushalt leben, nicht mehr ausgenommen.

Mit den Maßnahmen reagieren Bundes- und Landesregierung sowie die Stadt Münster auf die bundesweit dramatisch angestiegenen Infektionszahlen. „Das kann man nicht schönreden. Faktisch haben wir es mit einem neuen Lockdown zu tun, wenn auch in abgeschwächter Form“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe.

Gleichwohl seien die Einschränkungen notwendig, um noch Schlimmeres zu verhüten. Lewe: „Solange wir keinen Impfstoff und keine Medikamente gegen das Virus haben, gibt es keine Alternative. Münster muss jetzt zusammenhalten, damit wir auch die zweite Welle glimpflich überstehen.“
Die neue Schutzverordnung bestätigt laut Heuer die Berliner Beschlüsse vom Mittwoch weitgehend. „Wir müssen noch Details prüfen, etwa im Sportbereich, wo die Frage zu klären ist, ob Sportanlagen vollständig geschlossen werden.“ Ob die Stadt noch einzelne zusätzliche Regeln erlässt, werde kurzfristig entschieden.

Polizei kündigt stärkere Kontrollen an

Die Polizei wird sich stärker an den Corona-Kontrollen beteiligen, das werde am Wochenende sichtbar. „Die offenbar an manchen Stellen geplanten ‚Lockdown-Parties‘ sind das Gegenteil von dem, was verantwortlich ist: Sie gefährden unser aller Gesundheit und müssen abgesagt werden“, warnt Heuer.

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