53-Jähriger angeklagt
Erster Prozess im Missbrauchskomplex von Münster begonnen

Münster -

Mit dem Prozess gegen einen 53-Jährigen aus Norderstedt begann am Dienstagmorgen eine erste gerichtliche Aufarbeitung des Missbrauchskomplexes Münster. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-Jährigen vor, im August 2019 den damals neunjährigen Ziehsohn des Hauptbeschuldigten Adrian V. schwer sexuell missbraucht zu haben. [Mit Video]

Dienstag, 03.11.2020, 15:15 Uhr
Dem 53-jährigen Angeklagten (2.v.l.) wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen.
Dem 53-jährigen Angeklagten (2.v.l.) wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Foto: Pjer Biederstädt

Mit zwei Mappen vor dem Gesicht, einer Maske und einer Kapuze über dem Kopf schützt sich der Angeklagte vor den Blicken der Zuschauer und den zahlreichen Kameras, als er den Saal A 23 des Landgerichts Münster betritt. Mit dem Prozess gegen den 53-Jährigen aus Norderstedt in Schleswig-Holstein beginnt am Dienstag eine erste gerichtliche Aufarbeitung des Missbrauchkomplexes in Münster

Angeklagter soll Ziehsohn von Adrian V. missbraucht haben

Dem Mann aus Norderstedt wird vorgeworfen, im August 2019 den damals neunjährigen Ziehsohn des im Missbrauchskomplex Hauptbeschuldigten Adrian V. schwer sexuell missbraucht zu haben. Laut Staatsanwaltschaft soll die münsterische Wohnung der Mutter von Adrian V. der Tatort gewesen sein. Der gesondert angeklagte 27-jährige Münsteraner soll den Sohn seiner langjährigen Lebensgefährtin wiederholt anderen Männern für sexualisierte Gewaltverbrechen zur Verfügung gestellt und auch immer wieder selbst vergewaltigt haben. 

Video in Kooperation mit dem WDR:

Prozessauftakt unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Zum Prozessauftakt am Dienstag mussten die Zuschauer und Medienvertreter den Saal nach nur wenigen Minuten wieder verlassen. Eine Vertreterin der Nebenklage beantragte, dass die Öffentlichkeit für die Verlesung der Anklageschrift, für eine eventuelle Aussage des Angeklagten, für das Sachverständigen-Gutachten sowie für die Vernehmung eines Polizeibeamten ausgeschlossen werden sollte. Der Schutz des minderjährigen Opfers stehe über dem öffentlichen Interesse, begründete die Vorsitzende Richterin die Entscheidung. Außerdem drohe der Junge in seiner kindlichen Entwicklung gestört zu werden, wenn sein Umfeld von der Tat erführe. 

Haftstrafe von maximal 15 Jahren

Landgerichtssprecher Dr. Gregor Saremba erklärte am Rande des Prozesses, dass dem 53-Jährigen bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von mindestens zwei bis maximal 15 Jahren drohe. Es könne sein, dass auch Adrian V. im Laufe des Prozesses, der für fünf Verhandlungstage angesetzt ist, als Zeuge vor Gericht befragt werden müsse, so Saremba.

Am Nachmittag verständigten sich alle Verfahrensteilnehmer darauf, dass auf eine Vernehmung des Opfers verzichtet werden könne, so der Landgerichtssprecher. Das lässt den Schluss zu, dass der Angeklagte umfassend ausgesagt hat. Der Mann aus Norderstedt hatte die Vorwürfe bereits im Ermittlungsverfahren eingeräumt und in seiner Aussage auch Angaben zu weiteren Beschuldigten des Gesamtkomplexes gemacht. 

Kindesmissbrauch in Gartenlaube als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt für den Missbrauchskomplex Münster waren Ermittlungen zu Fällen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in einer Gartenlaube in Münster-Kinderhaus. Bekannt wurden die Vorfälle im Juni dieses Jahres. Die monatelangen Ermittlungen hatten eine ganze Reihe von Beschuldigten in mehreren Bundesländern ans Licht gebracht. Bundesweit sitzen 18 Beschuldigte derzeit in U-Haft, allein nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster sitzen acht Männer und eine Frau in Untersuchungshaft, wie Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Dienstag im Landgericht erklärte.

Kriminalität: Missbrauchsfall von Münster in der Chronologie

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  • Chronologie Missbrauchsfall Münster

    Der Missbrauchsfall Münster hat enorme Ausmaße. Der Hauptverdächtige, Adrian V. aus Münster, wurde am 14. Mai 2020 festgenommen. Doch der Fall hat eine lange Vorgeschichte und ist noch lange nicht abgeschlossen. Eine Chronologie:

  • 2010-2013 Verbreitung Kinderpornografie

    September 2010 (bis September 2013): Adrian V. aus Münster verbreitet kinderpornografisches Material, dafür wird er später vom Jugendschöffengericht verurteilt.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • 2013: Mit knapp 20 Jahren kommt Adrian V. mit seiner drei Jahre älteren Freundin zusammen, die bereits einen dreijährigen Sohn hat.

  • 2014 Kinderpornografie Teil 2

    September 2014 bis Dezember 2014: Erneut verbreitet Adrian V. kinderpornografische Werke. Später bekommt er in einem zweiten Urteil dafür eine Bewährungsstrafe.  

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Ende 2015: Das erste Strafverfahren gegen Adrian V. läuft. Es ist ein Fall für die „Clearingstelle“, in der Kinderschutzfälle anonymisiert von Vertretern der Polizei, der Gerichtsbarkeit, der Psychologie, der Kinderschutzambulanz und pädagogischen Fachkräften des ASD beraten werden. Am Ende steht die Entscheidung, dass momentan keine familiengerichtlichen Maßnahmen notwendig seien. Auch, weil Adrian V. zu dieser Zeit nicht mit seiner Freundin und deren Sohn zusammen wohnt.

  • 2016 Erstes Urteil

    13. Januar 2016: Das Jugendschöffengericht Münster verurteilt Adrian V. wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials zu zwei Jahren auf Bewährung. Die Taten liegen zwischen September 2010 und September 2013. Adrian V. muss eine Therapie beginnen.

    Foto: Ahlke (Symbolbild)
  • 2016 Jugendamt

    2016: Die Kindesmutter wird nach 2016 vom Jugendamt Münster in ihrer Elternverantwortung belassen. Es habe bis heute keine Hinweise aus dem sozialen Umfeld auf eine mögliche Gefährdung oder Auffälligkeiten des Jungen gegeben, betont ein Sprecher der Stadt Münster

    Foto: Oliver Werner
  • 2017 Zweites Urteil

    8. Juni 2017: Das Schöffengericht Münster verurteilt Adrian V. wegen öffentlichen Zugänglichmachens kinderpornographischer Schriften zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren - wieder auf Bewährung. Die Taten lagen zwischen September 2014 und Dezember 2014, also vor der Bewährungszeit. Seine Therapie setzt er fort.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • 2018 Ermittlungsverfahren beginnt

    2018: Es beginnt ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen der Verbreitung von Kinderpornografie im Darknet. Der Täter gesteht seiner Lebensgefährtin, dass er ihren Sohn regelmäßig missbraucht.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • 2018 Missbrauchsfälle

    November 2018 bis Mai 2020: Adrian V. soll den zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin sexuell missbraucht, die Taten zum Teil per Video und auf Fotos dokumentiert und über das Darknet verbreitet haben. 15 Taten, beginnend im Jahr 2018 bis zum Zeitpunkt der Festnahme im Mai 2020, werden ihm auf Grundlage elektronischer Beweismittel vorgeworfen.

    Foto: dpa
  • 2019 Anfangsverdacht

    April 2019: Anfangsverdacht gegen Adrian V.: Eine ermittelte IP-Adresse führt die Spur zu einem landwirtschaftlichen Betrieb in Dülmen (Kreis Coesfeld), bei dem der Münsteraner als IT-Administrator arbeitet.

  • 25./26. April 2020:

    25./26. April 2020:  In der Kleingarten-Hütte der Mutter in Münster-Kinderhaus sollen sich mindestens vier der Beschuldigten an zwei Opfern vergangen und die Taten teilweise gefilmt haben. Diese Tat ist bislang noch nicht Tatbestand des Haftbefehls. Die Mutter von Adrian V. soll bei dieser Missbrauchstat Hilfe geleistet haben.

    Foto: dpa
  • 7. Mai 2019: Wohnungsdurchsuchung

    7. Mai 2019: Wohnungsdurchsuchung bei Adrian V. in Münster: Die Ermittler stellen umfangreiche Mengen an Datenträgern sicher, die ebenfalls mit hochprofessioneller Verschlüsselungstechnik gesichert waren und zum Teil noch sind.

    Foto: Polizei Münster
  • 12. Mai 2020: Einer der sichergestellten Laptops wird entschlüsselt. Auf der Festplatte fanden sich zahlreiche Dateien mit Missbrauchshandlungen zum Nachteil des zehnjährigen Jungen aus dem häuslichen Umfeld des Beschuldigten.

  • Polizeipräsidium Münster

    13. Mai 2020: Das Polizeipräsidium Münster übernimmt aufgrund des ermittelten Wohnsitzes die Ermittlungen.

    Foto: Matthias Ahlke (Archivbild)
  • Festnahme Adrian V.

    14. Mai 2020: Adrian V. wird morgens in Münsters Innenstadt festgenommen. Kurze Zeit später wird der zehnjährige Junge bei einer Verwandten in Begleitung zweier Männer (29 und 35) aus Hannover angetroffen. Da keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die beiden Männer Straftaten zum Nachteil des Jungen begangen haben könnten, werden sie vorerst nicht festgenommen. Der Junge wird direkt in die Obhut des Jugendamtes der Stadt Münster gegeben.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Durchsuchung Gartenlaube

    15. Mai 2020: Durchsuchung der Gartenlaube in Kinderhaus: Ermittler finden, in einer Zwischendecke versteckt, eine von Adrian V. gelöschte Festplatte.

    Foto: Polizei Münster
  • 29. Mai 2020: Ein 43-Jähriger aus Kassel, dessen zwölfjähriger Neffe zu den Opfern zählt, wird festgenommen. Dadurch ergeben sich Hinweise auf einen Mann in Köln, der das zehnjährige Opfer aus Münster missbraucht haben soll.

  • 30. Mai 2020: Der 41-jährige Verdächtige aus Köln wird festgenommen. Er räumt den Missbrauchsvorwurf nach der Festnahme ein.

  • 2020 - Festnahmen 4. Juni

    4. Juni 2020: Die Daten der Festplatte aus der Gartenlaube können durch Experten des Polizeipräsidiums Münster wiederhergestellt werden. Dabei wird ein Videofilm entdeckt, auf dem sexuelle Handlungen zum Nachteil des Zehnjährigen und eines Fünfjährigen zu sehen sind, die durch Adrian V. und drei weitere Männer begangen wurden. Die Beschuldigten werden festgenommen: ein 30-Jähriger aus Staufenberg bei Gießen, dessen fünfjähriger Sohn zu den Opfern zählt, ein 42-Jähriger aus Schorfheide in Brandenburg und der am 14. Mai bereits aufgefallene 35-Jährige aus Hannover. Auch die Mutter des hauptverdächtigen Adrian V. wird festgenommen. Es werden vier weitere verdächtige Personen festgenommen, die jedoch noch am selben Tag wieder freigelassen werden.

    Foto: Polizei Münster
  • 2020 - Pressekonferenz

    6. Juni 2020: Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Münster informieren die Öffentlichkeit in einer großen Pressekonferenz über die bisherigen Ermittlungen zum Kindesmissbrauch in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 9. Juni 2020: Es gibt Hinweise auf zwei weitere Opfer. Ein Polizeisprecher bestätigt, dass zwei Väter Anzeige erstattet hätten, dass ihre Söhne von dem im Fall bereits Beschuldigten unsittlich berührt worden seien. Die Anzeigen richteten sich nicht gegen den 27-jährigen Hauptbeschuldigten aus Münster.

  • 2020-06-14 Abriss Gartenlaube

    14. Juni 2020:  Die Ermittler suchen nach weiteren Beweisen - und nehmen dafür die Gartenlaube in Münster-Kinderhaus als Tatort komplett auseinander .

    Foto: Oliver Werner
  • 2020 - Zahl der Tatverdächtigen steigt

    17. Juni 2020: Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul berichtet im Innenausschuss des Landtags, dass weitere Opfer und auch weitere Tatverdächtige identifiziert wurden. Die Zahl der Tatverdächtigen steigt damit um sieben auf insgesamt 18 an. Die Zahl der Opfer hat sich laut Reul auf sechs erhöht.

    Foto: dpa
  • 2020-06-30 Durchsuchungen

    30. Juni 2020: In einer konzertierten Aktion führt die Polizei mit 180 Beamten Durchsuchungen in vier Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein) durch. Im Anschluss werden vier Männer verhaftet, denen vorgeworfen wird, den zehnjährigen Jungen aus Münster schwer sexuell missbraucht zu haben: ein 52-Jähriger aus Norderstedt (Schleswig-Holstein), ein 26-jähriger Mann aus Aachen und zwei 29  und 49 Jahre alte Männer aus Hannover.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Festnahme Anfang August

    6. August 2020: Die Polizei identifiziert einen weiteren Tatverdächtigen. Ein 62-jähriger Franzose wird im Saarland festgenommen. Insgesamt gibt es in dem Komplex nun 22 Verdächtige, von denen elf in Haft sind.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Festnahmen Ende August

    28. August 2020: Die Polizei verhaftet zwei weitere Tatverdächtige. Ein 22-jähriger Mann aus Erfurt wird in Kassel festgenommen. In Dresden nehmen Fahnder einen 55-Jährigen aus Pirna fest. Beiden Männern werden sexueller Missbrauch eines Kindes und der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen. 

    Foto: dpa
  • Anklage stützt sich auf Filmmaterial

    4. September 2020: Der Hauptbeschuldigte, Adrian V., soll gemeinsam mit seiner Mutter sowie drei weiteren Tatverdächtigen noch in diesem Jahr vor Gericht stehen. Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen die fünf Angeschuldigten  Anklage bei der Jugendschutzkammer des Landgerichts Münster erhoben . Ihnen drohen langjährige Haftstrafen. 

    Die Anklageschrift, die Tatvorwürfe aus den Jahren 2018 bis 2020 umfasst, stützt sich vor allem auf April 2020.  Adrian V. und die drei weiteren Männer aus Staufenberg (Hessen), Hannover und Schorfheide (Brandenburg) sollen damals den Jungen der Lebensgefährtin und den fünfjährigen Sohn des Angeschuldigten aus Staufenberg mit K.o.-Tropfen wehrlos gemacht, mehrfach sexuell missbraucht und die Taten gefilmt haben. Der Mutter von Adrian V. wird Beihilfe vorgeworfen. Sie soll ihre Gartenlaube in Kinderhaus in dem Wissen um die Taten zur Verfügung gestellt haben.

    Foto: dpa
  • 15. September 2020: Weitere Anklageerhebung im Missbrauchsfall: Die Staatsanwaltschaft Münster klagt einen mittlerweile 53-Jährigen aus Norderstedt an. Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen.

  • 8. Oktober 2020: Im Missbrauchsfall von Münster erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 50-Jährigen aus Hannover. Der Vorwurf: schwerer sexueller Missbrauch. Auch gegen den Hauptangeklagten Adrian V. wird eine weitere Anklage erhoben, weil er den sexuellen Missbrauch gebilligt und nicht verhindert habe.

  • Weitere Anklage

    22. Oktober 2020: Die Staatsanwaltschaft erhebt weitere Anklage gegen den Beschuldigten aus Schorfheide sowie den mutmaßlichen Haupttäter Adrian V. aus Münster.

  • Anklage

    28. Oktober 2020: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen mittlerweile 27-jährigen Mann aus Aachen. Ihm wird der (schwere) sexuelle Missbrauch von Kindern, das Herstellen kinderpornografischer Schriften sowie der Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen.

  • Weitere Anklageerhebung

    2. November 2020: Weitere Anklageerhebung gegen den 27-jährigen Adrian V. aus Münster sowie den 50-Jährigen aus Hannover. Gegenstand der Anklage sind weitere Vorfälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern. 

  • Erster Prozessbeginn

    3. November 2020: Im Missbrauchskomplex von Münster beginnt der erste Prozess. Angeklagt ist ein 53-jähriger Mann aus Norderstedt (Schleswig-Holstein).

  • Prozess fünf Angeklagte

    12. November 2020: Der Prozess gegen fünf Angeklagte beginnt. Angeklagt sind der mutmaßliche Haupttäter Adrian V. aus Münster, seine Mutter sowie drei Männer aus Hannover, Staufenberg in Hessen und Schorfheide in Brandenburg. Das Gericht hat bis Februar fast 30 weitere Termine angesetzt. 

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Weitere Festnahme

    13. November 2020: Weitere Festnahme: Ein 35-jähriger Beschuldigter ist in seiner Wohnung in Heiligenhaus festgenommen worden. Durch die Auswertung von Chatverläufen auf einem Handy, welches nach den bisherigen Erkenntnissen Adrian V. aus Münster (Bild) zuzuordnen ist, erlangten die Ermittler neue Hinweise, die nun diesen dringenden Tatverdacht gegen den Mann aus Heiligenhaus begründeten.

1200 Terabyte Daten werden ausgewertet

 Er machte noch einmal das Ausmaß der Ermittlungen deutlich: Über 1200 IT-Geräte wie Handys, Laptops und Festplatten würden ausgewertet, es handele sich um ein Datenvolumen von 1,2 Petabyte, also 1200 Terabyte. Da die Auswertung weiter andauere, seien weitere Opfer, Täter und Tatvorwürfe nicht auszuschließen, sagte Botzenhardt. 

Der größte Prozess gegen fünf Beschuldigte, darunter Adrian V., startet am 12. November. Bei den Opfern soll es sich zum Teil um die eigenen Kinder der Tatverdächtigen handeln.

Der Prozess gegen den 53-Jährigen soll am 23. November fortgesetzt werden. Dann soll die Polizeibeamtin aussagen, die das Opfer vernommen hat, außerdem sei das psychiatrische Gutachten zum mutmaßlichen Täter vorgetragen, so Saremba.

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