Klaus-Michael Weltring übergibt Geschäftsführung an Kathleen Spring
Spindoktor für die Nanobioanalytik

MÜNSTER -

Klaus-Michael Weltring hat als Geschäftsführer des Vereins Nanobioanalytik Münster 20 Jahre lang der Zukunftstechnologie auf die Sprünge geholfen. Jetzt übernimmt Kathleen Spring die Aufgabe des Netzwerkers.

Mittwoch, 04.11.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 14:54 Uhr
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Dr. Foto: Nanobioanalytik

Einer der wissenschaftlichen Leuchttürme in Münster ist die Nanobioanalytik. Die wissenschaftliche Methode, die die Medizintechnik mehr und mehr erobert, ist mit dem Verein Bioanalytik Münster verknüpft, der genau vor 20 Jahren gegründet wurde.

Für den Verein steht vor allem das Gesicht des Biologen Dr. Klaus-Michael Weltring, der von Anfang an als hauptamtlicher Geschäftsführer für die Nanobioanalytik Netzwerke geknüpft, Projekte angeregt, Fördermittel eingeworben hat. Weltring, der bereits die Grenze zum Ruhestand überschritten hat, hat die Geschäftsführung nun an die Humanbiologin Dr. Kathleen Spring übergeben. Sie ist schon seit drei Jahren als Projektmananagerin im Verein beschäftigt – und hat zuvor als Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin Münster gearbeitet.

Springs großes Thema: Sie will sich damit beschäftigen, wie die umfassende Analytikkompetenz in Münster für die medizinischen Trends Prävention, Personalisierung, Digitalisierung und „Smart Homecare“ genutzt und in Firmengründungen sowie Arbeitsplätze umgesetzt werden kann.

Im Westen Münsters sichtbares Zeichen der aufstrebenden Nanobioanalytik ist das NBZ (Nanobioanalytik-Zentrum) im Wissenschaftspark, ein Spezialgebäude, in dem kleine und mittlere Unternehmen unter den erforderlichen technischen Bedingungen innovative Methoden und Geräte für die Nanobioanalytik entwickeln können. Nanobioanalytik benötigt Labore in Gebäuden ohne jegliche Schwingung. Methoden, die von Wissenschaftlern im nebenan gelegenen neuen Soft-Nano-Science-Center (SoN) und im CenTech (Centrum für Nanotechnologie) der Universität Münster entwickelt werden. Das NBZ wurde mit Mitteln der EU, des Landes NRW und der Stadt Münster finanziert.

Sieben Unternehmen mit insgesamt rund 100 Mitarbeitern entwickeln hier Analysemethoden, etwa 30 Unternehmen sind in Münster insgesamt mittlerweile auf diesem Feld tätig, sagt Klaus-Michael Weltring. Er hat über 15 Jahre lang das EU-Exzellenz-Netzwerk ­„Nano2Life“, das von Münster und dem französischen Grenoble aus gesteuert wurde, verstärkt und weiter gespannt. „Wir konnten durch dieses Engagement nicht nur 1,5 Millionen Euro Fördermittel für unsere Mitglieder einwerben, sondern haben auch frühzeitig neue Trends gesehen, die wir für Forscher und Firmen im Münsterland erschließen konnten“, erläutert Weltring.

Sich beruflich ganz dem Feld der Nanobioanalytik in Münster zuzuwenden, war für Weltring vor 20 Jahren und noch lange danach kein sicherer Job, da es immer nur Zeitverträge gab, der Verein auch finanzielle Durststrecken überwinden musste und ihm mitunter die Mittel zur Finanzierung der Stelle auszugehen drohte.

Es gab immer wieder Förderer, die einsprangen; so die Universität oder auch die IHK Nord Westfalen, damit Weltring weiter am besonders festen Fundament für die Nanobioanalytik bauen konnte. So ganz lässt ihn die Aufgabe noch nicht los: jetzt als Teilzeit-„Spindoktor“.

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