„Ein Quantensprung“
Wasserschutzpolizei Münster hat nun das modernste Boot

Münster -

350 PS stark, 45 Stundenkilometer schnell, 1,1 Millionen Euro teuer und nagelneu: Das ist „WSP 15“, das neue Boot der Wasserschutzpolizei in Münster. Es ist das modernde Schiff seiner Art in NRW – am Dienstag wurde es übergeben.

Dienstag, 03.11.2020, 18:20 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 14:56 Uhr
NRW-Innenminister Herbert Reul übergab am Dienstag in Münster das neue Streifenboot mit dem schmucklosen Namen „WSP 15“ an die Wasserschutzpolizei.
NRW-Innenminister Herbert Reul übergab am Dienstag in Münster das neue Streifenboot mit dem schmucklosen Namen „WSP 15“ an die Wasserschutzpolizei. Foto: Helmut P. Etzkorn

Deutschlands modernstes Streifenboot der Wasserschutzpolizei ist seit Dienstag in Münster stationiert. Innenminister Herbert Reul stellte das rund 1,1 Millionen teure Schiff in der bundesweit einzigen Polizeiwerft in Dienst und wunderte sich eigentlich nur über den „ziemlich bürokratischen Namen“ der „schwimmenden Wache“. Wie alle Dienstschiffe der Polizei muss ein „WSP 15“ für das 45 Stundenkilometer schnelle und 350 PS starke Boot reichen.

Der Nachfolger des 42 Jahre alten Einsatzbootes der Wasserschutzpolizei Münster, die für 30 Kanalkilometer von Lüdinghausen bis Ladbergen zuständig ist, hat viele Technik-Highlights. Dazu gehört eine Sonar-Anlage, mit der das Flussbett millimetergenau abgescannt werden kann. „Wir finden alles, vom Tresor bis zur Schusswaffe“, so der Chef der NRW-Wasserschutzpolizei, Polizeidirektor Björn Ekhoff.

Mit einer Wärmebildkamera können vermisste Personen im Wasser geortet werden, leistungsstarke Suchscheinwerfer und mehrere Radargeräte ergänzen die Ausstattung. Ekhoff: „Das ist schon ein Quantensprung für uns“.

Weil Münster im kommenden Jahr auch den Kanalbereich bis Bergeshövede in Hörstel hin zum Mittellandkanal übernimmt, sei man nun „optimal ausgerüstet“.

Die jetzt ausgemusterte „WSP 15“ von 1978 war das älteste Boot in der gesamten NRW-Flotte, in den kommenden Jahren sollen auch alle anderen Wachen an Kanal und Rhein neue Einsatzboote bekommen.

Die für die Wasserschutzpolizei zuständige Polizeipräsidentin von Duisburg, Dr. Elke Bartels, mahnte eine rasche Erneuerung an. „Für die alten Schiffe gibt kaum noch Ersatzteile, die Werft in Münster muss da mit viel Improvisationsgeschick immer wieder kreative Lösungen suchen.“

Mit der Neuanschaffung im aktuellen Corporate Design der NRW-Polizei mit Neon­folierung für eine bessere Erkennbarkeit sei man nun „im 21. Jahrhundert angekommen“, so Bartels.

Zu den vielfältigen Aufgaben der Wasserschutzpolizei zählen neben dem Streifendienst, bei dem in den Sommermonaten auch Kanalspringer von Brücken in den Fokus genommen werden, die Überwachung und Kon­trolle von Schiffen und Containern, die Aufnahme von Unfällen und die Sperrungen von Wasserstrecken, wenn beispielsweise Taucher nach Badeunfällen im Einsatz sind oder Fahrzeuge aus den Fluten gezogen werden müssen.

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