Kinder-Notfallpraxis am Clemenshospital erweitert
Ansteckende Kinder isolieren

Münster -

Um Familien und medizinisches Personal vor dem Coronavirus aber auch vor allen anderen Infektionskrankheiten zu schützen, hat die Kinder-Notfallpraxis „angebaut“. Ab dem 9. November können ansteckende Patienten sofort isoliert und in externen Räumen behandelt werden.

Mittwoch, 04.11.2020, 21:00 Uhr
Dr. Georg Hülsmann (Leiter der Kinder- und Jugendklinik, v.l.), Dr. Ludger Heuckmann (Praxisnetzwerk der Kinder- und Jugendärzte Münster), Dr. Burkhard Frase und Dr. Rudolf Ernst (Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe) und Hartmut Hagmann
Dr. Georg Hülsmann (Leiter der Kinder- und Jugendklinik, v.l.), Dr. Ludger Heuckmann (Praxisnetzwerk der Kinder- und Jugendärzte Münster), Dr. Burkhard Frase und Dr. Rudolf Ernst (Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe) und Hartmut Hagmann Foto: ret

Damit kranke Kinder, ihre Familien und Mitarbeiter der Klinik angesichts steigender Corona-Fallzahlen geschützt bleiben, ist die Kinder-Notfallpraxis am Clemenshospital erweitert worden. Ab Montag (9. November) werden die Klinikräumlichkeiten durch neue, externe Containerräume ergänzt. Dort können dann ausschließlich Kinder und Jugendliche mit ansteckenden Krankheiten behandelt und – sofern angebracht – Corona-Tests durchgeführt werden.

Untersuchung in Schutzkleidung

Die neuen Container sind direkt am Eingang zur Klinik für Kinder- und Jugendmedizin aufgebaut worden. Hier sollen Ärzte und medizinische Fachangestellte künftig in voller Schutzkleidung Kinder untersuchen, deren Symptome auf eine infektiöse Krankheit hindeuten.

Bei Kindern seien die durch eine Covid-Erkrankung ausgelösten Symptome teilweise ganz anders als bei Erwachsenen, erklärt Dr. Rudolf Ernst von der Kassenärztlichen Vereinigung (Kvwl). „Wir müssen bei jedem kranken Kind zunächst davon ausgehen, dass es Corona sein könnte.“

Kontaktlose Anmeldung am Eingang

Deshalb haben das Clemenshospital, die KVWL und das Praxisnetzwerk der Kinder- und Jugendärzte Münster sich frühzeitig ein Konzept überlegt, um eine sichere Trennung der jungen Patienten zu gewährleisten. „Es war angesichts der Zahlen genau richtig, sich schon im Sommer Gedanken zu machen“, sagte Hartmut Hagmann, Geschäftsführer des Hospitals.

Herausgekommen ist dabei ein System, dass je nach Patientensituation verschiedene Szenarien ermöglicht. Im Eingang der Kinderklinik wurde eine kontaktlose Anmeldung eingerichtet – für die der Klinikbereich nicht betreten werden muss. „Von dort aus werden die Eltern mit ihren Kindern dann entweder in die Klinik – oder, wenn es sich um eine infektiöse Erkrankung handelt, in die Container weitergeleitet“, erklärt Ernst das Prozedere.

Parkfläche wird zum "Autowartezimmer"

Zu Hochphasen habe man 100 bis 150 Kinder am Tag versorgt. „Das ist logistisch eine echte Aufgabe“, so Ernst. Für den Fall, dass es zu Wartezeiten kommt, hat das Clemenshospital hinter dem Haus 3 eine große Parkfläche zur Verfügung gestellt, die als „Autowartezimmer“ dienen wird. „Die Familien melden sich an und erhalten eine SMS, wenn sie zur Behandlung kommen können.“ Die neuen Räumlichkeiten können per Einbahnstraßensystem wieder verlassen werden.

„Wir freuen uns auch darüber, dass wir das Konzept außerhalb der Notdienstzeiten für die Klinik nutzen können“, sagte Dr. Georg Hülskamp, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Die Kinder-Notfallpraxis am Clemenshospital ist montags, dienstags und donnerstags von 18 bis 21 Uhr, mittwochs von 13 bis 21 Uhr und am Wochenende von 8 bis 21 Uhr geöffnet.

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