Rademacher bleibt Bundesvorsitzender
„Musikalische Bildung mehr als Freizeitspaß“

Münster -

Zwei Münsteraner sind im Bundesvorstand des Verbandes deutscher Musikschulen vertreten. Von der in NRW zugunsten der Musikschulen geänderten Corona-Verordnung erhofft man sich ein positives Zeichen für den Stellenwert musikalischer Bildung.

Montag, 09.11.2020, 09:00 Uhr
Bleibt Vorsitzender des Verbandes deutscher Musikschulen: Ulrich Rademacher
Bleibt Vorsitzender des Verbandes deutscher Musikschulen: Ulrich Rademacher Foto: Matthias Ahlke

„Wir haben uns sehr eingesetzt für die Wiederzulassung des Musikunterrichts“, betont Prof. Ulrich Rademacher, Bundesvorsitzender des Verbandes deutscher Musikschulen. In dieser Funktion ist Rademacher nach eigenen Angaben kürzlich erst wiedergewählt worden. Ebenso wie Friedrun Vollmer als Beisitzerin im Bundesvorstand. Vollmer leitet seit 2018 die Westfälische Schule für Musik in Münster und hat damit Rademachers Nachfolge angetreten.

Beide sind erfreut darüber, dass das Land NRW in der vergangenen Woche seine Corona-Schutzverordnung mit Blick auf die Musikschulen gelockert und damit Präsenzunterricht wieder zugelassen hat. Dieser war beispielsweise in Bayern oder Niedersachsen zu keinem Zeitpunkt verboten.

Musikschulen als Freizeitbereich?

Rademacher hatte nach eigenem Bekunden sehr damit gehadert, dass die Musikschulen in NRW durch den Ausschluss des Präsenzunterrichts in der öffentlichen Wahrnehmung in den Freizeitbereich gerutscht waren. Das sei leider ein nicht leicht auszurottendes Vorurteil. Im Zuge der jetzt in NRW vollzogenen Änderung der Corona-Verordnung hofft Rademacher indes auf eine nicht nur kurzfristige Errungenschaft für den Monat November, sondern auf eine generell veränderte Wahrnehmung von musikalischer Bildung, wie er sagt.

Unterdessen war das weitgehende Festhalten der Musikschule Münster am Digitalunterricht in der vergangenen Woche durchaus auf Kritik bei Eltern und auch Musiklehrern gestoßen. Dr. Matthias Schröder, selbst Musiker und Konzertveranstalter, meint etwa, es fehle nun eine einheitliche Regelung für alle Musikschulen in der Region. „Mir tun die Musikschulpädagogen leid, die nun an Musikschule A in Präsenz unterrichten sollen, an Musikschule B aber nur digital.“

Schutzmaßnahme für die Lehrkräfte

Dagegen hatte die Direktorin der Musikschule, Friedrun Vollmer, die Kombination von Digital- und Präsenzunterricht verteidigt – nicht zuletzt auch als Schutzmaßnahme für die Lehrkräfte. „Wir haben nun mal Corona.“ Da komme es gerade beim Präsenzunterricht auf Augenmaß an.

Der frisch als Bundesvorsitzender wiedergewählte Ulrich Rademacher führt den Verband deutscher Musikschulen, der die Interessen von 930 öffentlichen Musikschulen in Deutschland vertritt, seit 2013. Nach Verbandsangaben werden an bundesweit 4000 Standorten über 1,4 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene von rund 39 000 Lehrkräften im praktischen Musizieren unterrichtet.

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