Aktion von "Querdenken 711"
Maskengegner sprechen Schüler an Bushaltestellen an

Münster -

Trotz eines Dementis durch die Initiative „Querdenken 711“, eine entsprechende Aktion sei gar nicht geplant, sind am Montagmorgen im Stadtgebiet offenbar sehr wohl mehrere Schüler von mutmaßlichen Masken-Gegnern angesprochen worden.

Montag, 09.11.2020, 12:50 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 13:09 Uhr
Aktion von "Querdenken 711": Maskengegner sprechen Schüler an Bushaltestellen an
Die Initiative "Querdenken 711" hatte angekündigt, Schüler und Eltern auf Schulwegen ansprechen zu wollen. Am Freitag wurde die Aktion dann aber dementiert - dennoch wurden in Münster vereinzelt Schüler angesprochen. Foto: dpa (Symbolbild)

Das Verteilen von nicht funktionellen Mund-Nasen-Bedeckungen, dazu fragwürdige Informationen und CO-Tests: Die Initiative „Querdenken 711“ hatte für Montag (9. November) eine derartige Aktion angekündigt . Das Schulministerium hatte vergangene Woche davor gewarnt – und die Initiative schließlich die Aktion dementiert. Die Ankündigung sei lediglich ein Test der internen Kommunikationsstrukturen gewesen, man werde immer wieder vor Unterwanderung gewarnt, hatte die Initiative in einer Pressemitteilung verlauten lassen. Offenbar sind nun am Montag dennoch Schüler auf dem Schulweg angesprochen worden.

Schüler in Coerde und Gelmer angesprochen

Ralf Brameier, Schulleiter des Pascal-Gymnasiums, berichtete am Montagvormittag gegenüber unserer Zeitung, dass drei seiner Schüler auf offenkundige Masken-Gegner getroffen seien – und zwar an ganz unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet. Demnach sei ein Fünfklässler an der Wienburgstraße auf dem Fahrrad angesprochen worden, habe sich der Situation aber entzogen.

Zudem seien zwei Sechstklässler in Gelmer und Coerde angesprochen worden. An der Bushaltestelle in Gelmer sei dem betroffenen Schüler seinen Angaben zufolge eine Maske mit einem großem Loch angeboten worden. „Ich halte das für ein starkes Stück, skandalös“, echauffiert sich Brameier. Gleichzeitig lobt er sowohl die Eltern als auch die Schüler. Denn die Schüler hätten, auch dank der guten Information durch die Eltern, selbstbewusst mit der Situation umgehen können. Sein Fazit lautet dennoch: „So etwas braucht man nicht.“

Auch andere Schulen im Stadtgebiet waren für das Thema sensibilisiert. Eine Abfrage unserer Zeitung brachte bislang jedoch keine gemeldeten Kontakte mit sogenannten Querdenkern.

Polizei und Ordnungsamt kontrollieren verstärkt

Und auch die Polizei und der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt meldeten am Montagvormittag, dass man bei verstärkten Kontrollen keine verdächtigen Vorgänge habe beobachten können. Gleichwohl wolle man die Situation nach Schulschluss im Auge behalten, hieß es in einer Pressemitteilung der Stadt Münster.

Am Samstag hatten durch die Initiative „Querdenken 711“ organisierte Demonstrationen in Leipzig bundesweit für Aufsehen gesorgt. Maskenpflicht und Abstandsregeln wurde dort weitgehend missachtet, zudem kam es laut Medienberichten zu Ausschreitungen durch Hooligans und Rechtsextreme, die sich der Demonstration angeschlossen hatten.

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