Verfassungsschutz beobachtet Aktivitäten
Reichsbürger versuchen in Münster zu mobilisieren

Münster -

In den vergangenen Tagen sind in Münsters Briefkästen vermehrt Postkarten von Reichsbürgern entdeckt worden. Es wird für „Der ewige Bund“ und den "Vaterländischen Hilfsdienst“ geworben. Die Polizei kann allerdings wenig unternehmen.

Dienstag, 10.11.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 15:47 Uhr
Verfassungsschutz beobachtet Aktivitäten: Reichsbürger versuchen in Münster zu mobilisieren
Reichsbürger versuchen in Münster auf sich aufmerksam zu machen. Mit Postkarten, die in den vergangenen Tagen in Briefkästen gefunden wurden, wird für den "Vaterländischen Hilfsdienst" geworben. Hier ist die Homepage der Bewegung zu sehen. Foto: Jonas Wiening

In den vergangenen Tagen wurden in mehreren Briefkästen in Münster Postkarten gefunden, auf denen unter anderem die Reichsflagge sowie das Logo des „Vaterländischen Hilfsdienst“ verwendet wurde. 

Die Polizei bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es sich um Reichsbürger handelt, die diese Postkarten verteilt haben. „Wir haben mehrere Meldungen in den vergangenen Tagen bekommen“, teilt die Polizei mit. Wie viele Postkarten verteilt worden seien, könne aber nicht genau gesagt werden.

Keine weiteren Ermittlungen der Polizei

„Viele Bürger schmeißen so etwas ja auch direkt in den Müll“, so ein Polizeisprecher, der berichtet, dass die Postkarten inzwischen schon genauer begutachtet worden seien. Es liege allerdings kein strafrechtlich relevanter Hinweis vor, so die Polizei. Weitere Ermittlungen zur Verteilung der Postkarten gebe es also nicht.  

Verfassungsschutz beobachtet Bewegung

„Der 'Vaterländische Hilfsdienst' ist auch uns als Reichsbürgerbewegung bekannt“, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung vom Verfassungsschutz. Auch die Verteilaktion der Postkarten in Münster sei dem Inlandsnachrichtendienst bekannt. Ein Sprecher bestätigte, dass die Reichsbürgerbewegung mit all ihren Aktivitäten - wie auch dem "Vaterländischer Hilfsdienst" - vom Verfassungsschutz beobachtet werde.

Es gäbe allerdings keinen geschlossenen Personenkreis. „Anders als zum Beispiel bei der NPD oder MLPD“, sagt der Sprecher, der keine weiteren Angaben zur ungefähren Größe der Gruppe oder weiteren Details machen wollte.

Ein Polizeisprecher bestätigte unserer Zeitung, dass es insgesamt im Münsterland eine „niedrige dreistellige Anzahl“ an Personen gibt, die als Reichsbürger einzustufen sind.

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