Corona-Infektionen
So viele Menschen in Münster sind Risiko-Patienten

Münster -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vorgerechnet, wie viele Menschen in Deutschland, dem auf die Einwohner bezogen zweitältesten Land der Erde, Risikopatient sein könnten. Auch für Münster kann man solche Berechnungen anstellen – sie helfen jedoch nur bedingt weiter. 

Montag, 09.11.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 21:07 Uhr
Corona-Infektionen: So viele Menschen in Münster sind Risiko-Patienten
Vor allem die Risiko-Patienten sind gefährdet, wenn sie an Corona erkranken. Foto: dpa (Symbolbild)

Beim Kampf gegen die Corona-Pandemie ist es immer wieder zu hören: Besonders geschützt werden sollen die Risikogruppen. Aber wer gehört zu einer Risikogruppe? Wie problematisch es ist, dabei schlicht beim Alter anzusetzen, darauf hat am Montag Bundesgesundheitsminister Jens Spahn aufmerksam gemacht, als er zunächst erklärte, dass es allein 23 Millionen Menschen „über 60“ in Deutschland gebe, dass aber, nicht zuletzt durch sogenannte Wohlstandserkrankungen, wie etwa Diabetes, noch deutlich mehr Menschen in Deutschland einer Risikogruppe angehören würden.

Risikogruppen in Münster

Heruntergebrochen auf Münster würde dies Folgendes bedeuten: Zählt man alle Münsteraner mit 60 und mehr Jahren zur Risikogruppe, so müssten laut Einwohnerstatistik (31. Dezember 2019) 72.321 Münsteraner besonders geschützt werden.

In diversen Publikationen weist das Robert-Koch-Institut allerdings darauf hin, dass die Gefahr schwerer Corona-Verläufe ab dem 50. Lebensjahr deutlich steige. Nach dieser Definition gäbe es 115.962 Risikopatienten in Münster. Zugleich belegen Statistiken, dass 85 Prozent aller Menschen, die in Deutschland an Corona sterben, 70 Jahre und älter sind. Danach gäbe es in Münster immerhin 40.127 Gefährdete.

Vorsicht auch bei Vorerkrankungen

Bei dieser Größe setzt auch der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, Dr. Norbert Schulze Kalthoff, an. Denn erst ab einem Alter von 70 nehme die Sterblichkeit unter den Covid-19-Patienten relevant zu. Für weniger Pauschalität spricht sich Schulze Kalthoff zudem beim Thema Vorerkrankungen aus. Diabetes etwa äußere sich ganz unterschiedlich bei den Menschen. Die Aussagen Spahns, beraten von zahlreichen Fachleuten, sind vor diesem Hintergrund eher als Ansatz, denn als absolute Größe zu verstehen.

Zurück zu Münsters Senioren: Rund 2400 werden aktuell professionell ambulant gepflegt, etwa 3000 stationär. Hinzu kommen etliche, die privat versorgt werden.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    (Zuletzt aktualisiert am 14. August 2020)

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind eher unspezifisch. Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählen laut Robert-Koch-Institut (RKI) Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Auch über Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

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  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Doch auch, wenn nicht gehustet oder geniest wird, kann sich das Virus ausbreiten - über unsichtbare Schwebeteilchen in der Luft. Die sogenannten Aerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel, die entstehen, wenn Tröpfchen fein vernebelt werden, zum Beispiel beim Sprechen und Singen.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden.

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage (Spannweite 1 bis 14 Tage).

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  • Was tun, wenn man Kontakt zu einer infizierten Person hatte?

    Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges  Gesundheitsamt  wenden.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Zuständig sind die Hausärzte oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117). Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. In Notfällen, etwa bei Atemnot, sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Was bringen Masken?

    Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen. Für diesen Fremdschutz durch eine Mund-Nasen-Bedeckung gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise , aufgrund derer die WHO ihre Empfehlung zum Tragen von Masken geändert hat. Der Eigenschutz durch die Maske ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

    Das Robert Koch-Institut empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein gewisser Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt. Denn schon vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen können Infizierte ansteckend sein.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster : 0251/4921077 (Mo-Do 8-18, Fr 8-13.30)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/91191001 (Mo-Fr 8-18 Uhr) | Ansprechpartner am Bürgertelefon beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung.

    Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800/0117722 | Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige GmbH. Im gesetzlichen Auftrag informiert und berät sie Ratsuchende in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen, damit diese sich im Gesundheitswesen besser zurechtfinden, informierte eigene Entscheidungen treffen und ihre Rechte wahrnehmen können.

    Foto: dpa
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