Corona-Pandemie
78-jähriger Mann nach Corona-Infektion gestorben

Münster -

In Münster hat es einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. Das hat die Stadt am Mittwochmittag mitgeteilt. Die Zahl der Infizierten ging unterdessen zurück. 

Mittwoch, 11.11.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 17:41 Uhr
Corona-Pandemie: 78-jähriger Mann nach Corona-Infektion gestorben
In Münster werden aktuell 23 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt. Foto: dpa (Symbolbild)

In Münster hat es am Mittwoch einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. 78-jähriger Mann ist in Folge einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus gestorben. Bereits am Dienstag hatte die Stadt einen weiteren Todesfall gemeldet. Insgesamt sind in Münster 18 Menschen gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

Zahl der Infizierten geht zurück

Die Zahl der Infizierten ist in Münster am Mittwoch zurückgegangen. Aktuell sind 478 Münsteraner infiziert, am Vortag waren es 521. Jedoch hat es erneut Neuinfektionen mit dem Virus gegeben. 51 Menschen haben sich nachweislich infiziert. Die Gesamtzahl labordiagnostisch bestätigter Fälle ist damit auf 2335 gestiegen. Dem gegenüber stehen 93 Genesungen. Damit haben 1839 Menschen die Infektion überstanden. 

Inzidenz liegt bei 85,7

Insgesamt 46 Covid-Patienten werden nach Angaben der Stadt im Moment in Krankenhäusern behandelt, 23 davon auf der Intensivstation. 17 Menschen müssen aktuell beatmet werden. 

Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit bei 85,7, im Vergleich zum Vortag ist das ein Minus von 11,7. 

"Team Corona" wird noch größer

Derzeit kümmern sich 103 Personen in der Corona-Fachstelle des Gesundheitsamtes Münster darum, dass Infektionsketten möglichst schnell und gezielt unterbrochen werden. In dieses umfängliche Aufgabenfeld fällt nicht nur die Nachverfolgung, Information und Betreuung von Kontaktpersonen und Reiserückkehrern, sondern unter anderem auch die Entisolierung, das Labor oder die Bewertung von Hygienekonzepten. In dieser Woche sind 20 Kräfte zum "Team Corona" hinzugestoßen - zwölf Personen, die aus verschiedenen Ämtern der Stadt zusammengezogen wurden, sowie acht Neuanstellungen. Unter Anleitung werden sie nun an die jeweiligen Verfahren herangeführt und eingearbeitet.

Hier werden die Folgen von Zusammenkünften ohne gebührenden Abstand und damit mögliche Quarantänefälle nachverfolgt. Nicht immer liegen gut geführte Kontaktlisten der betroffenen Personen vor, oft ist detektivische Detailarbeit der so genannten Containment Scouts erforderlich. Denn die Nachverfolgung etwaiger Kontakte reicht nicht bis zum positiven Corona-Testergebnis zurück, sondern beginnt schon zwei Tage vor einer Symptomatik. Gibt es keine Symptomatik, zählt gemäß RKI-Richtlinien der Zeitraum ab zwei Tage vor Abstrichdatum. Das Arbeitsvolumen ist entsprechend immens, ohne Überstunden geht es nicht. Was sich in den vergangenen Wochen allerdings auch gezeigt hat: Die vom Gesundheitsamt kontaktierten Personen sind ausgesprochen dankbar; uneinsichtige Rückmeldungen und Beschwerden sind selten.

Es ist ein Verdienst der Bürgerinnen und Bürger in Münster, dass wir derzeit noch verhältnismäßig gut dastehen.

Dr. med Norbert Schulze Kalthoff

Dass Münster zusammenhält, zeigt sich aber auch an anderen Stellen. So gibt es eine überwältigende individuelle Bereitschaft in der Bevölkerung, das "Team Corona" zu unterstützen – aufgrund der spezifischen Anforderungen insbesondere im Bereich der Arbeitszeiten können diese Angebote leider nicht wahrgenommen werden. Die Stadt reagiert aber mit entsprechenden Stellenausschreibungen auf Fehlstellen und steht auch mit anderen Behörden dazu im Austausch. Für den Fall einer neuen sprunglinearen Entwicklung der Infektionszahlen wird aktuell vorgesorgt.
Gegenseitige Rücksichtnahme wertvolles Gut

"Es ist ein Verdienst der Bürgerinnen und Bürger in Münster, dass wir derzeit noch verhältnismäßig gut dastehen", sagt Dr. med Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des Gesundheitsamtes, mit Blick auf zahlreiche andere Großstädte. Die gegenseitige Rücksichtnahme und das entsprechende Handeln zum Wohl der Mitmenschen – beispielsweise durch Abstandshaltung oder das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung auch außerhalb von Maskenpflichtzonen – ist in dieser Zeit ein wertvolles Gut.

Durchgängige Maskenpflicht für Lehrpersonal

Die Stadt Münster wird sich aufgrund der heutigen Beratung im Krisenstab an das Schulministerium in Düsseldorf wenden, um eine durchgängige Maskenpflicht für Lehrpersonal, Betreuungskräfte und sonstiges Personal in den geschlossenen Räumen der Schulen anzuregen. Viele Schulen in Münster praktizieren dies bereits erfolgreich, die Stadt empfiehlt dem Land hierzu nun eine einheitliche Vorgabe. Zurzeit kann in Schulräumen auf die Alltagsmaske verzichtet werden, wenn ein Mindestabstand von 1,50 m eingehalten wird und wenn bei Besprechungen, Konferenzen oder im Lehrerzimmer im Sinne der Rückverfolgbarkeit ein Sitzplan besteht.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

1/10
  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    (Zuletzt aktualisiert am 14. August 2020)

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind eher unspezifisch. Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählen laut Robert-Koch-Institut (RKI) Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Auch über Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Doch auch, wenn nicht gehustet oder geniest wird, kann sich das Virus ausbreiten - über unsichtbare Schwebeteilchen in der Luft. Die sogenannten Aerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel, die entstehen, wenn Tröpfchen fein vernebelt werden, zum Beispiel beim Sprechen und Singen.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden.

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage (Spannweite 1 bis 14 Tage).

    Foto: dpa
  • Was tun, wenn man Kontakt zu einer infizierten Person hatte?

    Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges  Gesundheitsamt  wenden.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Zuständig sind die Hausärzte oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117). Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. In Notfällen, etwa bei Atemnot, sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Was bringen Masken?

    Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen. Für diesen Fremdschutz durch eine Mund-Nasen-Bedeckung gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise , aufgrund derer die WHO ihre Empfehlung zum Tragen von Masken geändert hat. Der Eigenschutz durch die Maske ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

    Das Robert Koch-Institut empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein gewisser Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt. Denn schon vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen können Infizierte ansteckend sein.

    Foto: dpa
  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster : 0251/4921077 (Mo-Do 8-18, Fr 8-13.30)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/91191001 (Mo-Fr 8-18 Uhr) | Ansprechpartner am Bürgertelefon beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung.

    Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800/0117722 | Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige GmbH. Im gesetzlichen Auftrag informiert und berät sie Ratsuchende in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen, damit diese sich im Gesundheitswesen besser zurechtfinden, informierte eigene Entscheidungen treffen und ihre Rechte wahrnehmen können.

    Foto: dpa
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7673307?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker