Kommentar zum Missbrauchsfall Münster
Mahnung für mehr Wachsamkeit in der Gesellschaft

Münster -

Lügde, Bergisch Gladbach und jetzt Münster: Diese drei Orte stehen für schwere sexuelle Missbrauchsfälle – und erinnern vor allem an deren Opfer. Ein Kommentar zum Prozessbeginn in Münster.

Freitag, 13.11.2020, 06:58 Uhr aktualisiert: 13.11.2020, 07:39 Uhr
Die Angeklagten, darunter der 27-Jährige Hauptangeklagte (vorne M.) stehen in einem Gerichtssaal des Landgerichts. Mit dem Prozess gegen den 27-Jährigen Hauptangeklagten, seine Mutter, sowie drei Männer aus Hannover, Staufenberg in Hessen und Schorfheide in Brandenburg startet der große Prozess im Missbrauchsfall Münster.
Die Angeklagten, darunter der 27-Jährige Hauptangeklagte (vorne M.) stehen in einem Gerichtssaal des Landgerichts. Mit dem Prozess gegen den 27-Jährigen Hauptangeklagten, seine Mutter, sowie drei Männer aus Hannover, Staufenberg in Hessen und Schorfheide in Brandenburg startet der große Prozess im Missbrauchsfall Münster. Foto: Rolf Vennenbernd

Lügde, Bergisch Gladbach und jetzt Münster – am Ende dieser aufgedeckten Missbrauchskomplexe fällt es jedes Mal unweigerlich der Justiz zu, das für den normalen Menschenverstand Unfassbare nach rechtsstaatlichen Mitteln bestrafen zu müssen. Dabei lässt sich das unendliche Leid, das Adrian V. und seine mitangeklagten Peiniger nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft über die Kinder gebracht haben, mit der Strafe nicht lindern, mag sie auch noch so hoch und verdient sein.

Es könnte harte Strafen geben

Angesichts des Ausmaßes der Taten und des offenbar schonungslosen, x-fach wiederholten Vorgehens der Angeklagten könnte es harte Strafen geben. Unbeantwortet bleibt dann aber immer noch eine Frage: Wie sollen sich die jungen Opfer von heute fühlen, wenn sie erwachsen sind und wissen, dass die Männer, die ihnen die Kindheit geraubt haben wieder auf freiem Fuß sind?

Erster Verhandlungstag im Missbrauchsfall Münster

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  • Mit dem Prozess gegen den 27-Jährigen Hauptangeklagten, seine Mutter, sowie drei Männer aus Hannover, Staufenberg in Hessen und Schorfheide in Brandenburg startet der große Prozess im Missbrauchsfall Münster.

    Der 27-Jährige Hauptangeklagte wird in einen Gerichtssaal des Landgerichts geführt. 

    Foto: dpa
  • Die Angeklagten, darunter der 27-Jährige Hauptangeklagte (vorne rechts) stehen in einem Gerichtssaal des Landgerichts.

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  • Der 27-Jährige Hauptangeklagte sitzt in einem Gerichtssaal des Landgerichts. 

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  • Die Mutter des 27-Jährigen Hauptangeklagten wird in einen Gerichtssaal des Landgerichts geführt. 

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  • Der 27-Jährige Hauptangeklagte (vorne), seine Mutter (ganz hinten links) und ein dritter Angeklagter (roter Hefter) sitzen in dem Gerichtssaal.

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  • In dem Prozess sind vier Männer und eine Frau angeklagt.

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  • Ein Angeklagter wird in einen Gerichtssaal des Landgerichts geführt.

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  • In dem Prozess sind der 27-jährige Adrian V., dessen 45 Jahre alte Mutter sowie einen 30 Jahre alten Angeschuldigten aus Staufenberg, einen 35-jährigen Mann aus Hannover sowie einen 42-Jährigen aus Schorfheide angklagt.

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  • : Die Angeklagten, darunter der 27-Jährige Hauptangeklagte (vorne rechts) sitzen in einem Gerichtssaal des Landgerichts.

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  • Jeder der fünf Angeklagten wird durch zwei Anwälte vertreten.

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  • Ein Angeklagter wird in den Gerichtssaal geführt

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  • Jeder der fünf Angeklagte wird durch zwei Anwälte vertreten.

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  • Der 27-Jährige Hauptangeklagte wird in einen Gerichtssaal des Landgerichts geführt. 

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  •  "Nicht öffentlich" leuchtet vor dem Gerichtssaal. Die Verlesung der Anklage fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 

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  • Anwälte unterhalten sich vor Beginn des Prozesses.

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  • Matthias Pheiler ist der Vorsitzende Richter in dem Prozess.

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  • Die Angeklagten verdeckten ihr Gesicht mit Mappen und Ordnern.

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  • Jeder der fünf Angeklagte wird durch zwei Anwälte vertreten.

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  • Prozessakten liegen in dem Gerichtssaal. Die Verlesung der 25-seitigen Anklageschrift fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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  • Eine Gartenlaube in Münster ist Teil eines Missbrauchskomplexes. Dort sollen Kinder schwer sexuell missbraucht worden sein.

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  • Martin Botzenhardt, Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Münster, informierte im Juni über den Stand der Ermittlungen.

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  • Mit einem Bagger wurde die Gartenlaube des Verdächtigen im Missbrauchsfall von Münster nach der Beweissicherung abgerissen.

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  • Mit dem Prozess gegen den 27-Jährigen Hauptangeklagten, seine Mutter, sowie drei Männer aus Hannover, Staufenberg in Hessen und Schorfheide in Brandenburg startet der große Prozess im Missbrauchsfall Münster.

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  • Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt gibt vor dem Gerichtssaal des Landgerichts Münster Auskunft.

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  • Am Donnerstag (12. November) hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Haupttäter Adrian V. sowie gegen vier weitere Angeklagte begonnen. 

    Foto: Dirk Anger
  • Der Prozess gegen den mutmaßlichen Haupttäter sowie vier weitere Angeklagte findet unter großem Medienandrang statt.

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  • „Nicht öffentlich“ steht vor dem Gerichtssaal des Landgerichts. Die Öffentlichkeit wurde im Prozess gegen Adrian V. und vier weitere Angeklagte bereits nach einer guten halben Stunde ausgeschlossen.

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Schilder mit der Aufschrift "Höchststrafe für sexualisierte Gewalt gegen Kinder" unter anderem liegen vor dem Landgericht. 

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft Münster dem 27-jährigen Münsteraner Adrian V. 31 Handlungen zum Nachteil der Kinder vor.

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Lügde, Bergisch Gladbach und Münster – diese Ortsnamen dürfen nicht allein an große Prozesse und Urteile, sondern sollen an die Opfer erinnern. Und eine Mahnung für mehr Wachsamkeit in der Gesellschaft sein: Denn wenn die Gerichte ihre schwere Aufgabe erledigen müssen, ist es leider für die betroffenen Kinder immer zu spät.

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