Pandemie-Bekämpfung
Münster bekommt ein Corona-Impfzentrum

Münster -

In NRW werden demnächst voraussichtlich 50 Corona-Impfzentren entstehen – eines davon in Münster. Die Stadt sucht gerade nach einem geeigneten Standort.

Dienstag, 17.11.2020, 18:15 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 20:05 Uhr
Pandemie-Bekämpfung: Münster bekommt ein Corona-Impfzentrum
Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer ruft zur Kontaktreduzierung auf. Foto: Martin Kalitschke

Die Halle Münsterland ist als Standort im Gespräch, aber auch Kliniken oder leerstehende Kasernen: Münster bereitet in den kommenden Tagen den Aufbau eines Corona-Impfzentrums vor. „Die Maßnahme erfolgt in Abstimmung mit dem Land und ist Teil der nationalen Impf­strategie“, bestätigte am Abend der Leiter des Corona-Krisenstabs, Wolfgang Heuer. Mediziner rechnen im ersten Quartal 2021 mit ei­nem wirksamen und dann auch zugelassenen Impfstoff ge­gen das Coronavirus.

Wie die Stadt mitteilt, sollen in NRW rund 50 Impfzentren entstehen, eines davon in Münster. Das sei Teil der nationalen Impfstrategie. Heuer geht davon aus, dass die Kommunen zumindest für die Herrichtung der Zentren verantwortlich sind. „Im Corona-Impfzentrum werden voraussichtlich verschiedene Partner aus dem Gesundheitswesen zusammenarbeiten, um gemeinsam die geplante schrittweise Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen“, sagte er.

Suche nach dem Standort läuft

Da genaue Informationen zu Ausgestaltung und Betrieb der Zentren noch fehlen, könne zum möglichen Standort und der notwendigen Infrastruktur noch keine Auskunft gegeben werden. Die Verantwortlichen der Stadt rechnen mit einem  sehr kurzfristigen Startschuss für die Vorbereitungen. „Der Aufbau der geplanten Impfzentren hat höchste Priorität, da mit der Impfung der Bevölkerung die entscheidende Wende der Pandemiebekämpfung einhergehen wird. Das wird für alle Beteiligten ein organisatorischer und logistischer Kraftakt werden“, sagte Heuer.

Niedrigster Inzidenzwert in ganz NRW

Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Münster (UKM) und Sprecher der münsterischen Kliniken, Prof. Dr. Hugo Van Aken, machte im Gespräch mit unserer Zeitung Mut damit, dass Münster derzeit eine der wenigen größeren Städte in NRW sei, die Neuinfektionszahlen von unter 50 Personen am Tag zählt.

Heuer bestätigte, dass Münster im Vergleich der NRW-Großstädte mit 80,2 aktuell den günstigsten Inzidenzwert aufweise (die anderen liegen allesamt über 100). „Ich warne aber davor, dies als Vorwand für Sorglosigkeit zu nehmen“, betonte Heuer. Konsequente Kontaktreduzierung zwischen den Menschen sei auch in Münster das Gebot der Stunde, um eine stärke Ausbreitung zu verhindern.

Ausschlaggebend sollte dann sein, den Menschen eine Perspektive zumindest bis Januar aufzuzeigen.

Wolfgang Heuer

Der Krisenstabschef hält es daher auch für richtig, dass die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten nun erst das Infektionsgeschehen bis zur kommenden Woche abwarten wollen, bevor sie über weitere Maßnahmen entscheiden. „Ausschlaggebend sollte dann sein, den Menschen eine Perspektive zumindest bis Januar aufzuzeigen. Die Bürger wollen wissen, was auf sie in nächster Zeit zukommt“, sagte Heuer.

Aktuell befinden sich 1722 Münsteraner als Kontaktpersonen der Kategorie 1 (1291) oder als Reiserückkehrer (431) in Quarantäne. In einem Altenwohnheim im Stadtteil Coerde gab es erneut Ansteckungen. 23 Bewohner haben sich infiziert; vier sind wieder gesund, einer ist gestorben. Fünf Mitarbeitende sind bislang erkrankt.    

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    (Zuletzt aktualisiert am 14. August 2020)

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind eher unspezifisch. Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählen laut Robert-Koch-Institut (RKI) Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Auch über Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

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  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Doch auch, wenn nicht gehustet oder geniest wird, kann sich das Virus ausbreiten - über unsichtbare Schwebeteilchen in der Luft. Die sogenannten Aerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel, die entstehen, wenn Tröpfchen fein vernebelt werden, zum Beispiel beim Sprechen und Singen.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden.

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage (Spannweite 1 bis 14 Tage).

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  • Was tun, wenn man Kontakt zu einer infizierten Person hatte?

    Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges  Gesundheitsamt  wenden.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Zuständig sind die Hausärzte oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117). Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. In Notfällen, etwa bei Atemnot, sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Was bringen Masken?

    Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen. Für diesen Fremdschutz durch eine Mund-Nasen-Bedeckung gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise , aufgrund derer die WHO ihre Empfehlung zum Tragen von Masken geändert hat. Der Eigenschutz durch die Maske ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

    Das Robert Koch-Institut empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein gewisser Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt. Denn schon vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen können Infizierte ansteckend sein.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster : 0251/4921077 (Mo-Do 8-18, Fr 8-13.30)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/91191001 (Mo-Fr 8-18 Uhr) | Ansprechpartner am Bürgertelefon beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung.

    Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800/0117722 | Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige GmbH. Im gesetzlichen Auftrag informiert und berät sie Ratsuchende in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen, damit diese sich im Gesundheitswesen besser zurechtfinden, informierte eigene Entscheidungen treffen und ihre Rechte wahrnehmen können.

    Foto: dpa
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