Mord und versuchter Totschlag
28-Jähriger sagt nach Hammerangriff aus

Münster -

Die Schmerzen seien nicht so schlimm gewesen, die Schlafstörungen aber nach wie vor. Das sagte ein 28-Jähriger in dem Verfahren gegen den 52 Jahre alten Mitbewohner seines Großonkels. Der Angeklagte soll den 28-Jährigen mit einem Hammer geschlagen und dessen Großonkel erstochen haben.

Mittwoch, 18.11.2020, 18:15 Uhr aktualisiert: 18.11.2020, 18:18 Uhr
Die Zweite Große Strafkammer am Landgericht Münster hat am Mittwoch in dem Prozess um Mord und versuchten Totschlag gegen einen 52-jährigen Münsteraner verhandelt.
Die Zweite Große Strafkammer am Landgericht Münster hat am Mittwoch in dem Prozess um Mord und versuchten Totschlag gegen einen 52-jährigen Münsteraner verhandelt. Foto: Linda Braunschweig

In dem Verfahren gegen einen 52-Jährigen, der einen 28-Jährigen im vergangenen April mit einem Hammer verletzt und dessen 77 Jahre alten Großonkel mit einem Messer getötet haben soll, haben am Mittwoch vor dem Landgericht das Opfer und seine Mutter ausgesagt.

Beide waren mit dem 77-Jährigen zu dessen Wohnung gefahren, um Möbel und Kleidung abzuholen. Er wohnte dort zusammen mit dem angeklagten 52-Jährigen – dem Sohn seiner verstorbenen Partnerin. Nachdem es zu Streitigkeiten und laut Aussagen der Zeugin (55) auch zu Gewalt seitens des Angeklagten gekommen war, habe ihr Onkel ausziehen wollen.

Mit Hammer auf den Hinterkopf geschlagen

Kurz vor dem mutmaßlichen Tattag hätten ein Freund und er seinen Großonkel zu dessen Wohnung begleitet, weil er sich alleine nicht getraut habe, Papiere und das Auto abzuholen, so der 28-Jährige. „Da war er eigentlich total nett und wirkte überhaupt nicht gewaltbereit“, sagte er über den Angeklagten.

Brutale Gewalt erlebten seine Muter, sein Großonkel und er allerdings am 25. April als sie die Sachen holen wollten. Als sein Großonkel die Wohnung betreten habe, habe der Angeklagte diesem mit einem Hammer auf den Hinterkopf geschlagen. „Dann bin ich auf ihn zu und habe einen Schlag auf die Stirn bekommen und bin umgefallen“, erinnerte sich der 28-Jährige. „Ich bin rückwärts aus der Wohnung gerobbt, und er ist mit dem Hammer hinter mir her.“

„Das Blut hat gespritzt“

Nachdem auch er am Hinterkopf getroffen wurde, konnte er dem 52-Jährigen das Werkzeug entreißen. Dann habe sich der Angeklagte mit einem Schlagstock bewaffnet. „Ich wusste, ich kann nix machen“, so der Zeuge, also sei er raus gelaufen um die Polizei zu alarmieren – seine Mutter habe fassungslos im Treppenhaus gestanden.

Sie sagte, sie habe kurz darauf gesehen, wie der Angeklagte ihrem Onkel mit etwas in den Hals stach: „Das Blut hat gespritzt.“ Sie habe die Wunde zugehalten und ihrem Onkel durch das Treppenhaus nach unten geholfen, wo ihn wenig später Rettungskräfte vergeblich versuchten zu retten. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Polizei untersucht möglichen Tatort an der Heroldstraße

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  • Mit zahlreichen Einsatzkräften war die Polizei am Mittwoch an der Heroldstraße im Einsatz.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Das Gelände ist der mutmaßliche Tatort eines Tötungsdeliktes, der sich am 25. April ereignet haben soll.

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  • Ein 77-Jähriger wurde durch Stichverletzungen am Hals so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb. Ein 51-jähriger Tatverdächtiger wurde noch am mutmaßlichen Tattag verhaftet.

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  • Die Polizei hat am Mittwoch auf dem Gelände an der Heroldstraße nach einem Werkzeug gesucht, dass bei der Tat zum Einsatz gekommen sein soll.

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