Studie der Uni Münster
Münsteraner fahren auch bei Regenwetter Fahrrad

Münster -

Schönwetterradler? Ja, in Münster gibt es die auch. Doch eine Studie der Westfälischen Wilhelms-Universität hat herausgefunden, dass in Münster auch bei Regen noch deutlich mehr Menschen aufs Fahrrad steigen als in anderen Städten. 

Donnerstag, 19.11.2020, 16:10 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 16:17 Uhr
Studie der Uni Münster: Münsteraner fahren auch bei Regenwetter Fahrrad
Radfahren im Regen - in Münster ist das keine Seltenheit. Foto: Oliver Werner (Archivbild)

Nur bei schönem Wetter mit dem Fahrrad zu Arbeit, Uni oder Schule fahren? Nicht in Münster. Wirtschaftswissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität haben herausgefunden, dass Münsteraner auch bei schlechtem Wetter viel öfter das Rad nutzen, als Menschen in anderen deutschen Städten.

Wie es in einer Pressemitteilung der Uni heißt, hat eine Studie von 30 Städten in Deutschland erstmals die Verhaltensweisen der Radfahrer auf ungünstige Wetterbedingungen, wie zum Beispiel Regen, starker Wind oder extreme Temperaturen, analysiert. Mit den Daten von 122 automatisierten Fahrrad-Zählstationen in den Städten und einem Schlechtwetter-Index, der sich aus Lufttemperatur, Niederschlag, Windgeschwindigkeit, relativer Luftfeuchtigkeit und Bewölkung zusammensetzt, berechneten die Wissenschaftler eine Art lokalen meteorologischer Bequemlichkeitsfaktor.

Vergleiche mit Oldenburg und Göttingen

Der Fokus der Untersuchung liegt vor allem auf den Pendelverkehren zur Arbeit, Schule oder Universität. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Wetter-Elastizitäten zwischen den Städten erheblich variieren. Städte wie Münster, Oldenburg und Göttingen sind in Sachen Radverkehr gut aufgestellt. Für diese drei Städte konnten wir zeigen, dass der Radverkehr bei schlechtem Wetter um weniger als fünf Prozent zurückgeht“, sagt Dr. Jan Wessel vom Institut für Verkehrswissenschaft der WWU.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) setzt sich seit vielen Jahren für einen Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur ein. „Damit das Radfahren bei jedem Wetter Freude macht und sicher ist, muss die Infrastruktur in den Städten weiter ausgebaut und zu zusammenhängenden Netzen verbunden werden – zum Beispiel durch geschützte Radspuren, Radschnellwege, Fahrradstraßen und genügend Radstellplätze. Die Studie der Universität Münster zeigt deutlich, dass auch die Qualität der Radverkehrsinfrastruktur das Radfahren positiv beeinflusst – selbst bei schlechtem Wetter“, sagt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork in der Mitteilung der Uni.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7685521?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker