Fagus-Werk zeigt Sonderausstellung zu Wilhelm Imkamp
Vom Bauhaus-Schüler zum Meister der Abstraktion

Münster -

Die Kunstgeschichte Münsters ist noch nicht reich an Künstlern von überregionalem Rang: Wilhelm Imkamp ist ein solch bedeutender Maler. Das Fagus-Werk widmet dem gebürtigen Münsteraner die Sonderausstellung.

Freitag, 20.11.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 18:24 Uhr
Im Weltkulturerbe „Fagus-Werk“ ist derzeit eine große Sonderausstellung des münsterischen Malers Wilhelm Imkamp zu sehen.
Im Weltkulturerbe „Fagus-Werk“ ist derzeit eine große Sonderausstellung des münsterischen Malers Wilhelm Imkamp zu sehen. Foto: Maximilian Imkamp

Die Kunstgeschichte Münsters ist noch nicht reich an Künstlern von überregionalem Rang: Wilhelm Imkamp ist ein solch bedeutender Maler. Das Fagus-Werk widmet dem gebürtigen Münsteraner die Sonderausstellung „Vom Bauhaus-Schüler zum Meister der Abstraktion“. Im Unesco Weltkulturerbe in Alfeld ist eine Übersicht des abwechslungsreichen Lebenswerks des Malers zu sehen.

Imkamps Bilder wurden bis heute in etwa 40 Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Auch das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kultur hat vier Gemälde und vier Zeichnungen in seiner Sammlung. 2005 gab es an der Adolph-Kolping-Schule eine große Ausstellung mit 50 Bildern. Imkamp hatte an dieser früheren Kunstgewerbeschule seine Ausbildung begonnen. Eine Einzelausstellung dieser Art (angeregt von Imkamps Söhnen) hat es zuvor nicht gegeben, hieß es seinerzeit in dieser Zeitung. Weihnachten 2006 kam Imkamps Bild „Aufbruch“ aus dem Jahr 1946 in das Kabinett „Kunst in Münster – Die 1920er bis 1940er Jahre“ des Stadtmuseums.

Wilhelm Imkamp (1906-1990) war das jüngste von vier Kindern eines selbstständigen Malermeisters und wurde schon von seinen Schulkameraden „der Maler“ genannt (sein Bruder Anton wurde übrigens Sänger). Direkt nach dem Schulabschluss 1926 besuchte Imkamp wie Fritz Levedag (1899-1951) neben der Grundausbildung auch die freien Malklassen von Wassily Kandinsky und Paul Klee. Deren konstruktivistische Vorstellungen prägen beider Schaffen zeitlebens.

 Unterbrochen von der Zeit des Nationalsozialismus, die Imkamp als Porträtmaler überlebt, kann er seinen Weg als freischaffender Künstler, als abstrakter Maler, gehen. Er wird unter anderem Mitglied der freien Künstlergemeinschaft „Die Schanze“. In seinen Nachkriegsbildern hat Imkamp parallel zur allgemeinen künstlerischen Entwicklung einen unverwechselbaren eigenen Stil erreicht. Er zieht in den 1950er Jahren nach Stuttgart, das Zentrum abstrakter Malerei zu dieser Zeit, und etabliert sich mit vielen Ausstellungen seiner nun heiteren Kompositionen, die in ihrer Ausgewogenheit von Form und Farbe und der Anordnung der Bildelemente seine gereifte Künstlerpersönlichkeit erkennen lassen, heißt es zur Ausstellung im Fagus-Werk. Er habe sich „in einer sehr qualitätsvollen Liga der klassischen Moderne etabliert, in der er auch heute als führender Vertreter gilt“.

Die Alfelder Ausstellung ist besonders geeignet, wenn man sich einen umfassenden Eindruck über die verschiedenen Facetten der Malerei orientieren will. Sie zeigt von studentischen Bauhaus-Arbeiten über die heimliche abstrakte Malerei im Dritten Reich und der gleichzeitigen „offiziellen“ Porträt-Malerei, über die verschiedenen späteren abstrakten Entwicklungen hin bis zum Spätwerk das gesamte Spektrum.

Die Ausstellung ist bis zum 10. Januar 2021 in der Fagus-Galerie in Alfeld (Leine) zu sehen.

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