Aktionen von Kritikern der Corona-Schutzregeln
Infotafeln und Schweigemarsch

Münster -

Kritiker der Corona-Schutzregeln haben auch in Münster auf ihre Anliegen aufmerksam gemacht. Am Samstag waren sie auf der Stubengasse präsent, am Sonntag hatten sie zu einem Schweigemarsch auf dem Schlossplatz aufgerufen.

Sonntag, 22.11.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 16:38 Uhr
Kritiker der Corona-Schutzregeln machten am Samstag auf der Stubengasse auf ihre Anliegen aufmerksam.
Kritiker der Corona-Schutzregeln machten am Samstag auf der Stubengasse auf ihre Anliegen aufmerksam. Foto: Timo Gemmeke

Dem bundesweiten Aufruf von Kritikern der Corona-Schutzregeln zu Demonstrationen und anderen Aktionen sind am Wochenende auch einige Münsteraner gefolgt. Für Samstag hatte die Initiative „Gemeinsam für Grundrechte“ auf dem Stubengassenplatz zu einer Kundgebung, für Sonntagnachmittag zu einem Schweigemarsch auf dem Schlossplatz aufgerufen.

Zu Beginn der Kundgebung auf der Stubengasse waren es nur eine Handvoll Männer und Frauen, die Tische und Tafeln aufstellten und Infomaterial darauf verteilten. Auf Flyern warb der Veranstalter, die münsterische „Initiative Gemeinsam für Grundrechte“, für „eigenständiges Denken“, fragte nach dem Nutzen von Alltagsmasken und stellte die Zahlen der häufigsten Todesursachen in Deutschland vor. Das Wort „Corona“ war erst auf der Rückseite zu lesen, genau einmal. Das Wort „Virus“ gar nicht.

Louis Armstrongs  „What a wonderful World“ erklingt

Auf anderen Flyern geht es um die Auswirkung der Hygienemaßnahmen auf Kinder und das Ende der Pandemie. Zwei Männer mit Blasinstrumenten spielten Louis Armstrongs  „What a Wonderful World“. Mitten auf dem Platz, vor den Tischen und Tafeln, war ein Herz aus bunten Teelichtern aufgestellt. Der Großteil der knapp 60 versammelten Personen berichtete in den Gesprächskreisen von ihren Eindrücken von der Groß-Demonstration am vergangenen Mittwoch in Berlin. Dass dort unter diesen Gleichgesinnten auch Rechtsradikale oder andere Nationalisten gewesen sein sollen, sei „absoluter Blödsinn“, hieß es.

Den Ausführungen einer Frau mittleren Alters, „wie sehr wir von denen da oben verarscht werden“, lauschte außerhalb des Stehkreises ein Ehepaar mit Einkaufstüten in der Hand. „Was reden die da?“, fragte der Mann. Seine Frau runzelte antwortend die Stirn. Als sie gehen, er aber weiter zuhören wollte, sagte er: „Du hast recht. Eigentlich darf man sich das gar nicht anhören.“

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