Aktionswoche zur Abfallvermeidung
Lebensmittel und Möbel vor der Tonne retten

Münster -

Krumme Möhren schmecken genauso gut wie gerade und Sofas mit Löchern oder Tische mit Kratzern sind nicht zwingend etwas für den Sperrmüll. Warum sich manchmal ein zweiter Blick lohnt, zeigen Lebensmittel- und Möbelretter in der europaweiten Aktionswoche zur Abfallvermeidung.

Freitag, 27.11.2020, 10:00 Uhr
Mona Doods (l.) und Janis Matheja von der „Fairteilbar“ in Münster setzten sich für Lebensmittelrettung ein. 
Mona Doods (l.) und Janis Matheja von der „Fairteilbar“ in Münster setzten sich für Lebensmittelrettung ein.  Foto: Renée Trippler

Weniger wegwerfen, auch unförmiges Gemüse verwenden oder aus alten Möbeln etwas schönes Neues machen: Das ist der Aufruf der europäischen Aktionswoche zur Abfallvermeidung vom 21. bis zum 29. November. Daran haben auch die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) Münster zusammen mit der „Fairteilbar“ und dem Immanuel-Kant-Gymnasium in Hiltrup teilgenommen.

Das Team der „Fairteilbar“ rettet durch Nachernte auf den Feldern regelmäßig Gemüse, das sonst auf den Feldern liegen bleibt, weil es nicht der EU-Norm entspricht oder Schönheitsfehler hat, und bietet es in seinem Ladenlokal an.

Zeigen, dass auch krummes Gemüse schmeckt

Eine solche Nachernte hatten die Organisatoren zusammen mit den AWM auch mit einer fünften Klasse des Gymnasiums geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Aktion, wie so viele, etwas anders aussehen, wie Janis Matheja von der „Fairteilbar“ erzählt: „Wir wollten mit den Kindern zusammen aufs Feld zum Abernten, das ging jetzt leider nicht.“

AWM-Nachhaltigkeitspädagogin Tina Mai hatte deshalb eine bunte Gemüsemischung für die Klasse 5a nachgeerntet, die nun als Anschauungsmaterial im Unterricht eingesetzt werden kann, wie die AWM mitteilen. Das Ziel: „Zeigen, dass auch dreibeinige Möhren oder kegelförmige Tomaten super gut schmecken“, so Janis Matheja.

6000 Altmöbel landen jede Woche auf dem Sperrmüll

Doch nicht nur die Rettung von Lebensmitteln steht in dieser Aktionswoche europaweit im Fokus: Auch alte Möbel können oft auf- und damit weiterverwertet werden. Weil laut der Organisation „WeiterGeben“ in Münster etwa 6000 Altmöbel pro Woche im Sperrmüll landen, zeigt die Aktion „#Möbelretter“ Alternativen.

Sarah Schulz aus Münster hat sich neben ihrem Hauptberuf mit Upcycling selbstständig gemacht. Die 31-jährige Sozialarbeiterin arbeitet alte Möbel und Wohnaccessoires auf: „Größtenteils kommen sie vom Sperrmüll oder über Ebay.“ Es sei zu schade und unnötig, die Möbel einfach zu entsorgen, sagt sie. Und Vintage-Möbel seien im Trend: „Ich habe gemerkt, dass das Interesse sehr groß ist.“

In der Aktionswoche, die noch bis Sonntag (29. November) läuft, können unter dem Hashtag „#Möbelretter“ Fotos von defekten Möbelstücken im Internet veröffentlicht werden. Schreiner, Designer und Upcycler geben dann Tipps, wie die Besitzer selbst oder Profis in der Nähe den jeweiligen Gegenstand reparieren oder upcyclen (aufwerten) können.

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