Rabatt-Aktion „Black Friday“
Schnäppchenjäger suchen Beute im Netz und im Ladenlokal

Münster -

Purzelnde Preise: An der Rabatt-Aktion „Black Friday“ nehmen nicht mehr nur die großen Filialisten teil, auch kleinere Geschäfte in Münsters Innenstadt springen auf den Zug aus den USA auf – und hoffen nach einem mauen November auf einen Impuls für das Weihnachtsgeschäft.

Freitag, 27.11.2020, 20:00 Uhr
Martin Vandersee hat beim Black Friday zugeschlagen und einen Fernseher zum Schnäppchenpreis gekauft.
Martin Vandersee hat beim Black Friday zugeschlagen und einen Fernseher zum Schnäppchenpreis gekauft. Foto: Pjer Biederstädt

Optiker Viehoff an der Ludgeristraße macht mit. Genau wie der Taschenfachhändler Hausfelder schräg gegenüber. Oder das Modegeschäft Eckerle am Prinzipalmarkt. Die Mehrzahl der Geschäfte in Münsters Innenstadt locken am „Black Friday“ mit Rabattaktionen und Sonderangeboten. Sie werben auf Plakaten mit 20, 30 oder gar 50 Prozent Preisnachlass – viele nicht nur an einem Tag, sondern eine ganze Woche lang.

Was vor vielen Jahren als Rabattverkauf – vor allem im Online-Handel – in den USA begann, gehört seit 2013 auch in Deutschland fest in den Kalender der Händler. Jedes Jahr am Freitag nach Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest am vierten Donnerstag im Monat, gibt es Sonderangebote satt.

Ein Blick auf die Angebote

Schon am Vormittag trägt Martin Vandersee einen Flachbildfernseher aus dem Elektronikfachmarkt Saturn am York-Center zu seinem Auto. Einen neuen Fernseher suche er schon länger, jetzt habe er noch etwas Zeit abgewartet, um ein gutes Schnäppchen zu machen. „Ich warte zwar nicht das ganze Jahr auf den ‚Black Friday‘, aber wenn er vor der Tür steht, schaue ich schon mal, was es für Angebote gibt“, sagt Vandersee, der extra aus Greven nach Münster zum Shoppen gekommen ist.

Ein paar Kilometer Richtung Stadtmitte sind die Einkaufsstraßen am Freitagnachmittag zwar voller als zuletzt, Schlangen bilden sich aber vor den wenigsten Geschäften. Fragt man Kunden, die aus den Läden an der Ludgeristraße kommen, sind nur manche gezielt wegen des „Black Fridays“ gekommen. Die glücklichen Ahnungslosen freuen sich einfach, zufällig den Rabatttag erwischt zu haben.

Sonderpreise am Prinzipalmarkt

Matthias Wehrs, Geschäftsleiter des Modehauses Eckerle am Prinzipalmarkt, bietet den Kunden im Rahmen der Rabatt-Aktion das ganze Wochenende Sonderpreise an. 60 Prozent seiner Kunden seien Stammkunden und nicht die klassischen Schnäppchenjäger, sagt Eckerle. Am Aktionstag seien aber mehr junge Kunden gekommen, die nach reduzierten Artikeln geschaut haben. Noch stärker als im Laden, merke man den „Black Friday“ aber im Onlineshop. Wehrs hofft, dass die Kunden nach einem mauen November nun den lokalen Einzelhandel stärken.

Tipps & Warnungen für Verbraucher zum "Black ­Friday"

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  • Vorsicht & Schutzmaßnahmen vor der Bestellung

    Am Black Friday werden jedes Jahr Millionen Produkte im Internet bestellt. Ein Paradies für Hacker, denn der billige Einkauf kann teuer werden. Die Fallen lauern nicht nur bei Hackern, die durch Phishing-Mails an Konten von Käufern kommen, sondern auch beim Kauf drohen Gefahren, weil Artikel gar nicht so günstig geworden sind wie vor oder nach dem Black Friday.

    Hier einige Tipps und Warnungen für Verbraucher vor dem Black ­Friday am 27. November 2020 von Ethical-Hacker Ralf Schmitz:

    Foto: imago-images.de
  • Preisvergleich

    Püfen Sie zunächst, ob es sich wirklich um ein Schnäppchen handelt. Nutzen Sie dazu Preissuch­maschinen wie www.guenstiger.de , idealo.de , preisvergleich.de etc. 

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  • Phishing-Attacken

    Achten Sie auf Phishing-Attacken, denn die  nehmen stetig zu“, warnt Ralf Schmitz. Damit versuchen Kriminelle, an persönliche  Daten wie Passwörter oder Kontodaten mithilfe gefälschter E-Mails oder Websites zu kommen. 

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  • Passwörter

    Nutzen Sie nicht immer dasselbe Passwort für die Shops, sondern individuelle Passwörter. Schmitz empfiehlt kostenlose  Passwort-Manager wie keepass.de, bei dem Verbraucher mit einem einzigen Masterpasswort in einem Tresor viele Shops speichern können.

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  • SSL-Zertifikat

    Besuchen Sie nur vertraute Websites. Falls Sie auch andere Seiten besuchen möchten, empfiehlt sich die Kontrolle, ob die URL der Website mit „https://“ beginnt. Das „s“ zeige an, dass die Webverbindung durch das SSL-Zertifikat verschlüsselt und geschützt wird.

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  • Impressum

    Prüfen Sie, ob auf der Shopseite ein korrektes Impressum vorhanden ist. Finden Sie kein Impressum, könnte es sich um eine gefälschte Seite handeln

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  • Verdächtige Unregel­mäßigkeiten

    Beiben Sie vorsichtig beim Bestellvorgang und achten sie auf Unregel­mäßigkeiten (lange Bestelldauer, andere Farbe der Bestellseite, anderes Logo etc.). Im Notfall sofort Internetverbindung kappen und Vorgang abbrechen. 

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  • Dubiose Links

    Pishing-Seiten und -Mails sind nach wie vor eine Hauptbedrohung in der Feiertags-Einkaufszeit. Auch in der Eile, das beste An­gebot zu erzielen, würden manche Online-Shopper weniger sorgsam mit ihren Daten umgehen und eher auf – auch dubiose – Links klicken, weiß Schmitz und ergänzt: „Also nicht ab­weichen von den üblichen Bestellvorgängen, denn das Problem ist: Durch einen Klick auf die falsche URL holen sich die Nutzer Schadsoftware auf ihr Gerät, wodurch die Hacker Zugriff auf Daten erlangen. Achten Sie auf aktuellen Virenschutz und laden Sie Updates täglich herunter.“

    Foto: dpa
  • Virenschutz

    Einige große Virenschutzfirmen wie Avira, Symantic und Kapersky warnen bereits vor größeren Angriffen. Denn wenn der Black Friday vor der Tür steht, gebe es bei bösartigen URLs einen Anstieg von mindestens 15 Prozent im Vergleich zum Jahresdurchschnitt. „Phishing ist nach wie vor eine Haupt­bedrohung. Aber auch mehr gefälschte E-Mails und Webshop-Werbung, die Amazon, Real oder ebay imitieren, sowie gefälschte Bank- und Lieferhinweise von Kam­pagnen, die PayPal oder DHL, UPS nachahmen, wird es ­geben“, glaubt Ralf Schmitz.

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  • Seriöse Websites

    Klicken Sie nicht auf Links, die Ihnen nicht vertraut vorkommen. Rufen Sie stattdessen die vorgeschlagene Website im Browser auf, um zu überprüfen, ob der Auftritt seriös wirkt.

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  • Fake-URLs 

    Klicken Sie auch nicht auf Links in WhatsApp oder ­Instagram, die Ihnen nicht vertraut vorkommen. Hacker nutzen immer mehr Direktnachrichten, um Fake-URLs zu verbreiten. Auf solche Nachrichten sollte verstärkt geachtet werden.

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  • Kontrolle

    Kontoauszüge regelmäßig überprüfen – aber nur über gesicherte Leitungen mit SSL-Zertifikat.  

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