Verfrühte Freude
Inzidenz-Wert von unter 50 ist in Münster nicht weit

Münster -

Verglichen mit anderen Städten steht Münster bei den Corona-Fallzahlen gut da – auch wenn die jüngste Freude verfrüht war. Schuld daran war aber offenbar nicht der Krisenstab.

Montag, 30.11.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 30.11.2020, 21:23 Uhr
Das Tragen von Masken bleibt das Gebot der Stunde, um die Corona-Fallzahlen zu senken – auch in Münster.
Das Tragen von Masken bleibt das Gebot der Stunde, um die Corona-Fallzahlen zu senken – auch in Münster. Foto: imago images/Michael Weber

Nur kurz war Münster ein orangefarbener Fleck auf der Corona-Karte des Robert-Koch-Instituts (RKI) – und wohl verfrüht. Der vermeintliche Fall unter die kritische Marke von 50 neuen Corona-Patienten auf 100. 000 Einwohner binnen sieben Tagen sorgte zwar für Erleichterung in der Domstadt, erwies sich am Ende aber wohl als als Übermittlungspanne im statistischen Dreieck zwischen Münster, dem NRW-Landeszentrum für Gesundheit (LZG) in Bochum und dem Berliner RKI.

Statt einer aus der Hauptstadt vermeldeten Sieben-Tage-Inzidenz von 41,5 war es nach LZG-Angaben am Wochenende nur ein immer noch vergleichsweise guter Wert von 51,7 für Münster – und zuletzt 53,6 (Stand 30.11, 0 Uhr). „Zahlensalat hatten wir gelegentlich schon in den vergangenen Monaten“, sagte ein dennoch nicht unzufriedener Leiter des städtischen Krisenstabs am Montag. Denn nach Darstellung von Wolfgang Heuer gestaltet sich die Lage in der Domstadt günstig: „Bei den Städten über 100 .000 Einwohnern in Deutschland liegen Rostock, Goslar und Lübeck vor Münster.“

Probleme im Einzelfall nicht auszuschließen

Zurück zu den Zahlen, die die Stadt nach eigenen Angaben auch am Wochenende an die Bezirksregierung sowie an LZG und RKI übermittelt hat. Irgendwo hinter Münster, so die Darstellung der Stadt, die sich am Montag um detaillierte Aufklärung bemühte, müssen die Wochenendzahlen offenbar stecken geblieben sein.

In den entsprechenden Datenbanken beim RKI sind die münsterischen Daten jedenfalls zunächst nicht ausgewertet worden. Dabei benutzt die Stadt bei der Übermittlung die vom RKI seit vielen Jahren verwendete Software „SurvNet“. Diese wiederum, so ist zu hören, habe bisweilen technische Schwierigkeiten. „Natürlich kann es im Einzelfall Probleme geben“, heißt es dazu vom RKI. Der Problemfall Münster hat sich jedenfalls mit der letzten Aktualisierung erledigt.

Lockerungen wären in Münster möglich

Auch der Inzidenzwert von 50 liegt nicht außer Reichweite. Sollte dieser in der kommenden Zeit für sieben Tage in Folge unterschritten werden, kann die Stadt im Einvernehmen mit dem Ministerium Lockerungen aussprechen. Das sieht die am Montag vom Land erlassene und verschärfte Coronaschutzverordnung vor. Allerdings dürfte das kaum für das jetzt geltende Verbot für öffentlich veranstalte Feuerwerke zum Jahreswechsel gelten. 

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