Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision
Erstes Urteil im Missbrauchskomplex Münster rechtskräftig

Münster -

Das erste Urteil im Missbrauchsfall Münster ist rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision durch den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe, wie Sprecher Martin Botzenhardt der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Frist zur Einlegung des Rechtsmittels war um Mitternacht abgelaufen.

Samstag, 05.12.2020, 09:47 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 10:37 Uhr
Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten.
Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. Foto: Christian Charisius

Das Landgericht Münster hatte am 27. November einen 53-Jährigen aus Schleswig-Holstein zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte für schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes eine drei Monate längere Gefängnisstrafe gefordert.

Das Gericht hatte bei der Strafbemessung das Geständnis des Mannes - und damit die nicht notwendige Zeugenaussage des Opfers - strafmildernd beurteilt. Auch hatte er Hinweise auf weitere Täter gegeben. Ebenfalls positiv auf das Strafmaß wirkten sich vereinbarte Zahlungen an das Opfer aus. Der Mann aus Norderstedt hatte das Urteil umgehend angenommen.

Das Urteil Ende November steht am Anfang einer Reihe von Prozessen im Missbrauchskomplex Münster. Im seit dem 12. November laufenden Hauptverfahren ist unter den weiteren angeklagten, mutmaßlichen Tätern ein 27-jähriger Mann aus Münster, der den Sohn seiner langjährigen Lebensgefährtin mehrfach anderen Männern für sexualisierte Gewaltverbrechen zur Verfügung gestellt und das Kind auch selbst immer wieder vergewaltigt haben soll.

Allein die Staatsanwaltschaft Münster hat bislang mehrere Anklagen gegen insgesamt neun Personen erhoben. In diesen Verfahren wurden acht minderjährige Opfer gezählt. Immer wieder stammten sie aus dem nahen Familienumfeld. Die Ermittlungen bundesweit laufen damit insgesamt gegen mindestens 20 weitere Beschuldigte.

Erster Verhandlungstag im Missbrauchsfall Münster

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  • Mit dem Prozess gegen den 27-Jährigen Hauptangeklagten, seine Mutter, sowie drei Männer aus Hannover, Staufenberg in Hessen und Schorfheide in Brandenburg startet der große Prozess im Missbrauchsfall Münster.

    Der 27-Jährige Hauptangeklagte wird in einen Gerichtssaal des Landgerichts geführt. 

    Foto: dpa
  • Die Angeklagten, darunter der 27-Jährige Hauptangeklagte (vorne rechts) stehen in einem Gerichtssaal des Landgerichts.

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  • Der 27-Jährige Hauptangeklagte sitzt in einem Gerichtssaal des Landgerichts. 

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  • Die Mutter des 27-Jährigen Hauptangeklagten wird in einen Gerichtssaal des Landgerichts geführt. 

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  • Der 27-Jährige Hauptangeklagte (vorne), seine Mutter (ganz hinten links) und ein dritter Angeklagter (roter Hefter) sitzen in dem Gerichtssaal.

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  • In dem Prozess sind vier Männer und eine Frau angeklagt.

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  • Ein Angeklagter wird in einen Gerichtssaal des Landgerichts geführt.

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  • In dem Prozess sind der 27-jährige Adrian V., dessen 45 Jahre alte Mutter sowie einen 30 Jahre alten Angeschuldigten aus Staufenberg, einen 35-jährigen Mann aus Hannover sowie einen 42-Jährigen aus Schorfheide angklagt.

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  • : Die Angeklagten, darunter der 27-Jährige Hauptangeklagte (vorne rechts) sitzen in einem Gerichtssaal des Landgerichts.

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  • Jeder der fünf Angeklagten wird durch zwei Anwälte vertreten.

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  • Ein Angeklagter wird in den Gerichtssaal geführt

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  • Jeder der fünf Angeklagte wird durch zwei Anwälte vertreten.

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  • Der 27-Jährige Hauptangeklagte wird in einen Gerichtssaal des Landgerichts geführt. 

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  •  "Nicht öffentlich" leuchtet vor dem Gerichtssaal. Die Verlesung der Anklage fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 

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  • Anwälte unterhalten sich vor Beginn des Prozesses.

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  • Matthias Pheiler ist der Vorsitzende Richter in dem Prozess.

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  • Die Angeklagten verdeckten ihr Gesicht mit Mappen und Ordnern.

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  • Jeder der fünf Angeklagte wird durch zwei Anwälte vertreten.

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  • Prozessakten liegen in dem Gerichtssaal. Die Verlesung der 25-seitigen Anklageschrift fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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  • Eine Gartenlaube in Münster ist Teil eines Missbrauchskomplexes. Dort sollen Kinder schwer sexuell missbraucht worden sein.

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  • Martin Botzenhardt, Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Münster, informierte im Juni über den Stand der Ermittlungen.

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  • Mit einem Bagger wurde die Gartenlaube des Verdächtigen im Missbrauchsfall von Münster nach der Beweissicherung abgerissen.

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  • Mit dem Prozess gegen den 27-Jährigen Hauptangeklagten, seine Mutter, sowie drei Männer aus Hannover, Staufenberg in Hessen und Schorfheide in Brandenburg startet der große Prozess im Missbrauchsfall Münster.

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  • Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt gibt vor dem Gerichtssaal des Landgerichts Münster Auskunft.

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  • Am Donnerstag (12. November) hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Haupttäter Adrian V. sowie gegen vier weitere Angeklagte begonnen. 

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  • Der Prozess gegen den mutmaßlichen Haupttäter sowie vier weitere Angeklagte findet unter großem Medienandrang statt.

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  • „Nicht öffentlich“ steht vor dem Gerichtssaal des Landgerichts. Die Öffentlichkeit wurde im Prozess gegen Adrian V. und vier weitere Angeklagte bereits nach einer guten halben Stunde ausgeschlossen.

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Schilder mit der Aufschrift "Höchststrafe für sexualisierte Gewalt gegen Kinder" unter anderem liegen vor dem Landgericht. 

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft Münster dem 27-jährigen Münsteraner Adrian V. 31 Handlungen zum Nachteil der Kinder vor.

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