Corona-Schutzverordnung
Noch drohen in Münster keine Verschärfungen

Münster -

In Münster drohen im Gegensatz zu Sachsen und Bayern aktuell noch keine schärferen Auflagen in der Corona-Pandemie. Der örtliche Inzidenzwert zählt zu den niedrigsten bundesweit. Dennoch bereitet Silvester Bauchschmerzen.

Dienstag, 08.12.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 18:06 Uhr
Corona-Schutzverordnung: Noch drohen in Münster keine Verschärfungen
Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer Foto: Oliver Werner (Archivbild)

Die ersten Bundesländer ziehen in der Corona-Pandemie die Notbremse: In Sachsen schließen ab Montag Schulen, Kitas und Geschäfte. Auch Bayern plant, den Einzelhandel nach Weihnachten herunterzufahren. Grund sind die bundesweit immer noch viel zu hohen Infektionszahlen und die immer größeren Engpässe in den Krankenhäusern.

Der städtische Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer beruhigt mit Blick auf den Inzidenzwert in Münster, der sich zwischen 50 und 60 (aktuell 56,5) einpendelt und einer der niedrigsten Werte in ganz Deutschland ist. „Unser Inzidenzwert gibt momentan keinen Anlass zu weitreichenden Veränderungen in Münster, weder für Verschärfungen noch für Lockerungen“, sagt Heuer.

„Geselligkeit und Partys nicht angesagt“

Die Corona-Lage in Deutschland sei regional mit starken Ausschlägen behaftet. Der Teil-Lockdown habe in vielen Regionen die Infektionen nicht so stark reduziert, wie erhofft. In Münster gibt es aktuell 16 registrierte Neuinfektionen, das sind vergleichsweise wenige. 394 Münsteraner sind infiziert. 38 Covid-Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, 15 auf Intensivstation, 13 müssen beatmet werden. Allerdings gibt es zwei weitere Todesfälle zu beklagen: ein 91-jähriger Mann sowie eine 89-jährige Frau sind in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl auf 35.

Angesichts der bundesweiten Entwicklung hätte sich Heuer zu Silvester gewünscht, dass auch dann die aktuellen Kontaktbeschränkungen des Teil-Lockdowns gelten. Geselligkeit und Partys über die Familie oder den eigenen Haushalt hinaus seien in diesem Jahr nicht angesagt. Punktuelle Böllerverbote werden in Münster kommen, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Ein generelles Böllerverbot könnte nach Einschätzung der Stadt bei einer möglichen Klage vor Gericht scheitern.

Rat fasst Beschluss zum Corona-Impfzentrum

Der Rat wird am Mittwoch formal das Corona-Impfzentrum in der Halle Münsterland beschließen, das laut Heuer „noch vor Weihnachten funktionsbereit sein soll“. Die Kosten lassen sich noch nicht beziffern, daher wird als Aufwendungssumme eine Million Euro angesetzt.

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