62-Jähriger angeklagt
Chatverlauf soll Wendung im Mordprozess bringen

Münster -

Im Mordprozess wegen eines zu lauten Telefonats hat die Verteidigung einen überraschenden Beweisantrag eingebracht. Sie fordert, dass die Chatverläufe des verstorbenen 33-jährigen ausgewertet werden. Währenddessen hat seine Lebensgefährtin als Zeugin ausgesagt.

Dienstag, 08.12.2020, 19:30 Uhr
62-Jähriger angeklagt: Chatverlauf soll Wendung im Mordprozess bringen
Foto: Wilfried Gerharz (Symbolbild)

Als das Foto ihres verstorbenen Lebenspartners im dicht gedrängten Saal des Landgerichts gezeigt wird, muss sie kurz um Fassung ringen, stockt einige Sekunden lang, wischt ihre Tränen weg.

Am Dienstag wurde der Mordprozess gegen einen 62-jährigen Münsteraner fortgeführt. Er soll laut der Anklage einen 33-Jährigen im Mai wegen eines zu lauten Telefonats erstochen haben.

Zeugin spricht über Angeklagten

Die als Zeugin geladene Lebensgefährtin des Verstorbenen beschrieb ihren Partner als ruhigen Familienmenschen, der es liebte, Zeit mit seinen Kindern zu verbringen. Die Fragen der Richterin, ob ihr Partner ein Problem mit Alkohol gehabt habe oder unter Alkoholeinfluss aggressiv gewesen sei, verneinte sie. Er sei dann zwar lustig und gut drauf gewesen, aber nach wie vor ruhig.

Auch Streit habe es am Tag vor der Tat nicht gegeben. Laut der Verteidigung stimme das nicht. Sie stellte laut Gerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus einen Beweisantrag, dass die Chatverläufe des Verstorbenen ausgewertet werden sollen. Diese sollen belegen, dass es einen Streit zwischen dem Opfer und seiner Lebensgefährtin am Tag vor der Tat gegeben habe sowie dass er mehrere Straftaten begangen haben soll.

Dies könnte relevant sein, weil der Angeklagte ausgesagt hatte, das Opfer sei zuerst auf ihn losgegangen.

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