Ministerium stellt klar
Zwang zum Kauf von iPads ist unzulässig

Münster -

Die Stadtelternschaft hat in einem Schreiben an die Bezirksregierung beanstandet, dass einige Schulen, die Eltern per Konferenzbeschluss verpflichten, für ihre Kinder iPads anzuschaffen. Das Ministerium sieht das genauso. Die Beschlüsse seien unwirksam, heißt es in einem Antwortschreiben.

Dienstag, 15.12.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 15.12.2020, 08:42 Uhr
Laut Schulministerium können Eltern nicht von der Schule verpflichtet werden, digitale Endgeräte für den Unterricht anzuschaffen.
Laut Schulministerium können Eltern nicht von der Schule verpflichtet werden, digitale Endgeräte für den Unterricht anzuschaffen. Foto: dpa

Seit Montag lernen viele Schülerinnen und Schüler wieder von zu Hause aus . Um die Ausstattung für den Distanzunterricht gibt es in Münster aber noch Streit. Die Beschlüsse von Schulkonferenzen mehrerer münsterischer Gymnasien, die Eltern zur Anschaffung von iPads der Firma Apple für den digitalen Unterricht zu verpflichten ( wir berichteten ), sind nach Auffassung des NRW-Schulministeriums unzulässig. Die Stadtelternschaft hatte sich nach den Beschlüssen und der Kritik aus der Elternschaft mit einem Schreiben an die Bezirksregierung gewandt.

Die Stadtelternschaft sieht im Schulgesetz keine Ermächtigungsgrundlage, den Eltern per Schulkonferenzbeschluss die Anschaffung des bis zu 600 Euro teuren Gerätes vorzuschreiben.

Schulträger muss für digitale Endgeräte sorgen

Damit habe das Ministerium die Auffassung der Stadtelternschaft bestätigt: „Eltern dürfen demnach nicht weiter unter Druck gesetzt werden, kostspielige Endgeräte für ihre Kinder auf eigene Kosten anzuschaffen“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Stadtelternschaft Elmar Lemken. Für die Ausstattung mit den digitalen Geräten müsse der Schulträger, also die Stadt Münster, sorgen, die Anschaffung auf eigene Kosten könne von den Eltern nur auf freiwilliger Basis geleistet werden. „Die Schulen sind vielmehr dazu aufgerufen, ihre Medienkonzepte so zu überarbeiten, dass die Vermittlung digitaler Kompetenzen auch ohne die Anschaffung teurer Endgeräte durch die Eltern ermöglicht wird“ betont Lemken weiter.

Einige Schulen, so das Rats- und Pascalgymnasium, scheuten mit Blick auf die Rechtslage und auf die Elternschaft davor zurück, entsprechende Beschlüsse zu fassen. In Schulen, wie etwa der Gesamtschule Mitte, die ab der Oberstufe das iPad als Lernmittel vorschreibt, heißt es, dass für Schüler aus Familien, die kein Gerät anschaffen können, Leihgeräte vorhanden seien. In der Elternschaft wird immer wieder Kritik an der Festlegung auf die Apple-Geräte in den städtischen Schulen laut, die bei Lizenzshops mit vorinstallierten Unterrichtsprogrammen gekauft oder geleast werden sollen. Die Stadt und der städtische IT-Dienstleister Citeq argumentieren, so könnten die Geräte zentral gewartet werden.

44.000 Geräte wären notwendig

Zur Dimension der Herausforderung Digitalunterricht: Wenn alle Schülerinnen und Schüler städtischer Schulen mit Tablets als Lernmittel von der Kommune versorgt werden müssten, müsste die Stadt rund 44.000 Geräte beschaffen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7723512?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker