„Pro & Contra“
Sollen alle Schüler mit iPads lernen?

Münster -

Manche Schulen haben sich entschieden, für alle Schüler das iPad-Tablet als Lernwerkzeug einzuführen, um digitalen Unterricht zu ermöglichen. Ist das richtig?

Samstag, 02.01.2021, 12:33 Uhr aktualisiert: 02.01.2021, 12:36 Uhr
„Pro & Contra“: Sollen alle Schüler mit iPads lernen?
Foto: dpa (Symbolbild)

Pro: Initiative ist hilfreich

Es stimmt: Schulen dürfen den Eltern qua Gesetz nicht vorschreiben, ein bestimmtes, dazu noch kostspieliges Lernmittel zu kaufen. Es ist trotzdem richtig, dass einige Schulen sich entschlossen haben, genau dies Eltern zu empfehlen, um endlich beim Unterricht mit digitalen Lernmitteln voranzukommen. Bis die Schulbürokratie die Verordnungen entsprechend anpasst, werden viele Kinder wieder ohne Ausstattung und Konzept in den Distanzunterricht geschickt werden. Warum das iPad? Es lässt sich, anders als andere Produkte, aus der Ferne verwalten. Wer das Gerät nicht zahlen kann, kann eines leihen oder mit geringen Beträgen abzahlen. Eine Grundsatzdebatte ist jetzt nicht hilfreich. Die Initiative einzelner Schulen, das Thema anzupacken, um so mehr. (Karin Völker)

Contra: Eine Frage des Geldes

Seit wann gibt es Tablets? Zehn Jahre, Pi mal Daumen. Dass sich in der Schule damit arbeiten lässt, ist etwa ebenso lange bekannt. Warum eigentlich muss erst eine Pandemie kommen, bevor sich Schulministerien, Schulträger, Schulen und Eltern ernsthaft mit flächendeckender Ausstattung beschäftigen? Jetzt eine Oberklasse-Variante für verbindlich zu erklären und die Kosten teilweise weiterzureichen, ist mindestens unsensibel: Als gäbe es in Münster nur Familien, die sich das eine oder andere gut ausgerüstete iPad mal so nebenher leisten können. Preiswertere Alternativen müssen möglich bleiben. Im Übrigen bleibt die Ausstattung Sache des Schulträgers: Dessen jahrelange digitale Schlafmützigkeit darf nicht Eltern angelastet werden. (Lukas Speckmann)

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