Verein Wasser und Freizeit initiiert Alternative zum Neujahrsschwimmen
Eiskalt auch außerhalb des Kanals

Münster -

Das traditionelle Neujahrsschwimmen musste in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Doch die Organisatoren hatten sich eine Alternative überlebt. Für die Teilnehmer wurde es auch ohne Kanalwasser eiskalt.

Montag, 04.01.2021, 17:00 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 15:18 Uhr
Kein Schwimmen im Kanal, aber eiskalt wurde es Maren Becker wohl trotzdem.
Kein Schwimmen im Kanal, aber eiskalt wurde es Maren Becker wohl trotzdem. Foto: privat

Anfang des vergangenen Jahr sind über 200 mutige Münsteraner beim Neujahrsschwimmen in den Kanal gesprungen und haben bei frostigen Temperaturen das neue Jahr begrüßt. Dieses Jahr musste das vom Verein Wasser und Freizeit Münster (W+F) organisierte Neujahrsschwimmen wegen der Corona-Pandemie ausfallen – größere Ansammlungen am Kanal sollten so verhindert werden.

Doch der Verein hat eine Alternative organisiert. Unter dem Motto „Eiskübel statt Kanal“ wurde dazu aufgerufen, sich am 1. Januar um 13 Uhr mit einem Eimer voller eiskaltem Wasser zu übergießen. „Wir wollten den Teilnehmern der vergangenen Jahre einfach einen Vorschlag bieten, wie sie sich das Neujahrsschwimmen-Feeling coronakonform nach Hause holen können“, erläutert Maren Becker von W+F Münster.

Ergänzend hatte der Verein dazu aufgerufen, Bilder und Videos der Aktion an den Verein zu schicken. Daraus soll eine Collage erstellt werden, „sodass jeder merkt: Das neue Jahr haben wir auf diese Weise doch wieder einmal gemeinsam begonnen“, sagt Becker.

Organisatoren sind zufrieden

Mehr als 20 Bilder und Videos seien bereits eingetroffen. „Wir wissen aber, dass deutlich mehr Personen an der Challenge teilgenommen haben“, sagt Becker – einige seien mit der Veröffentlichung ihres Fotos in der Collage nicht einverstanden.

Auch wenn damit in diesem Jahr deutlich weniger Menschen an der Aktion teilgenommen haben als sonst, sind die Organisatoren zufrieden: „Wir sind nicht mit dem Ziel an den Start gegangen, über 200 Einsendungen zu erhalten, sondern eine Alternative zu bieten“, sagt Becker.

Die Idee, sich einen Eimer eiskalten Wassers über den Kopf zu kippen, ist nicht neu: 2014 hatte die „Ice Bucket Challenge“ große Begeisterung auf Social-Media-Plattformen ausgelöst. Noch heute gibt es Millionen Videos von Menschen weltweit, die einen Eimer über dem Kopf leeren und dadurch zu Spenden zur Bekämpfung der Nervenkrankheit ALS aufrufen.

Erfolgreicher Spendenaufruf

„Spenden war der Sinn der ‚Ice Bucket Challenge‘, und den wollten wir gerade in diesen Zeiten aufrechterhalten“, sagt Becker. Daher habe W+F die Teilnehmer der Neujahrsschwimmen-Alternative zu Spenden aufgerufen. Wie viele Spenden dabei zustande gekommen sind und wofür gespendet wurde, konnte Becker nicht sagen, da die Spenden privat getätigt wurden. „Wir wissen aber definitiv, dass gespendet wurde.“

Becker erläutert allerdings auch, dass einige Münsteraner trotz des abgesagten Neujahrsschwimmens in den Kanal gesprungen sind, „ohne Aufsicht und Sicherung“. „Das wollten wir eigentlich vermeiden.“

Im kommenden Jahr soll das Neujahrsschwimmen dann wieder in seiner gewohnten Form stattfinden. Und die Vorfreude ist groß: „Ein zwölfjähriger Junge schrieb uns, er freue sich bereits jetzt auf den 1. Januar 2022.“

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