"Picky": Besser als Tinder, Bumble und Co.?
Münsteraner bringen neue Dating-App auf den Markt

Münster -

Felix Baur, Philipp Reiter und Maurice Straube wollen das Online-Dating revolutionieren. Die drei Münsteraner haben dafür ein Start-up gegründet und ein Stipendium erhalten. Die App „picky“ soll noch im Frühjahr erscheinen und viel besser als Tinder, Bumble und Co. sein.

Mittwoch, 06.01.2021, 20:00 Uhr
"Picky": Besser als Tinder, Bumble und Co.?: Münsteraner bringen neue Dating-App auf den Markt
Die Münsteraner Philipp Reiter, Felix Baur und Maurice Straube haben nach ihrem Studienabschluss ein Start-up gegründet. Ihre Dating-App „picky“ soll im März erhältlich sein. Sie versprechen "Schmetterlinge im Bauch". Foto: picky/privat
  • Felix Baur, Philipp Reiter und Maurice Straube aus Münster entwickeln eine Dating-App, die nicht so oberflächlich wie Tinder, Bumble oder Lovoo sein soll.
  • Picky ist für Menschen, die eine feste Beziehung suchen und soll ab März in den App-Stores verfügbar sein. Schon jetzt können sich Interessierte für eine Warteliste eintragen.
  • Die drei Start-up-Gründer arbeiten in Vollzeit an dem Projekt und finanzieren sich aktuell über Stipendien. Ihre App wollen sie so lange wie möglich kostenlos anbieten.

Noch eine Dating-App? Inzwischen gibt es Dutzende Portale, die die große Liebe versprechen. Und doch sagen die drei Münsteraner Felix Baur, Philipp Reiter und Maurice Straube, dass es etwas wie „picky“ noch nicht gegeben hat. Im Frühjahr soll die Dating-App erhältlich sein. „Deeptalk statt Ghosting. Authentizität statt Selbstdarstellung. Privatsphäre statt Belästigungen.“ Mit diesen Eigenschaften wird auf der eigenen Homepage geworben.

"Nicht so oberflächlich wie Tinder oder Bumble"

„Picky wird nicht so oberflächlich wie Tinder oder Bumble“, meint Felix Baur, der in Münster BWL im Bachelor und anschließend Management im Master studiert hat. Bei einem Treffen des Venture Clubs Münster, einem Netzwerk für Gründer, lernte der 27-Jährige die beiden Informatik-Studenten Philipp Reiter (30) und Maurice Straube (24) kennen. Nachdem 2020 alle drei ihr Studium abgeschlossen hatten, taten sie sich zusammen.

„Ich habe schon lange an einem eigenen Startup arbeiten wollen, das sich mit einem gesellschaftlich relevanten Thema befasst“, erzählt Baur im Gespräch mit unserer Zeitung. Er und seine zwei Mitgründer hätten sich für soziale Teilhabe und zwischenmenschliche Beziehungen interessiert. Durch einen wissenschaftlichen Vortrag hätten sie erfahren, dass soziale Kontakte für die Gesundheit und ein glückliches Leben das Wichtigste seien. Außerdem haben die drei Münsteraner nach eigenen Angaben eher schlechte Erfahrungen mit Dating-Portalen und Apps gemacht und auch von Freunden immer wieder gehört, wie genervt diese von Tinder und Co. sind. 

Ich habe schon lange an einem eigenen Startup arbeiten wollen, das sich mit einem gesellschaftlich relevanten Thema befasst.

Felix Baur

So entstand die Idee zu „picky“, das eben nicht so oberflächlich wie Lovoo oder Bumble, die hauptsächlich auf Fotos basieren, sein soll. „Und nicht so teuer wie Parship oder E-Darling“, meint Baur. „Picky“ soll mit einem zweistufigen Prozess funktionieren. Zunächst sollen sich die Nutzer ein aussagekräftiges Profil erstellen, auf dem Interessen, Werte und Ziele gezeigt werden. Wie bei anderen Dating-App kann man dann ein Profil liken. Erst nach einem Match, also wenn zwei Nutzer sich gegenseitig gefallen, werden Fotos angezeigt. „So kommt es mehr auf den Charakter als auf Oberflächlichkeit an“, meint Felix Baur. Es sollen zudem nur wenige Likes möglich sein und man kann nur ein Match zur gleichen Zeit haben. „So sollen die Nutzer dazu bewegt werden, sich genauer mit den Profilen zu beschäftigen.“  

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Eine feste Beziehung suchen 

Schließlich soll die große Liebe gefunden werden. Denn „picky“ ist für Menschen, die eine feste Beziehung suchen. Zunächst wird die Dating-App, die anfangs in Münster und im Umkreis starten wird, komplett kostenlos sein. Irgendwann später soll es Premium-Funktionen geben, die Nutzer dann gegen Bezahlung freischalten können. „Aber erst wollen wir wachsen“, erläutert Baur die Strategie des Start-ups. Bis dahin leben er, sowie Philipp Reiter und Maurice Straube, die das Projekt „picky“ in Vollzeit betreiben, von einem Stipendium. Jeder von ihnen erhält aktuell 1000 Euro pro Monat aus dem NRW-Gründerstipendium. Außerdem haben sich die drei für ein weiteres Stipendium beworben.

Picky

Mehr Informationen gibt es unter www.picky.dating . Dort können sich Interessierte auch in die Warteliste eintragen. Ausgewählte Personen können die App dann auch schon in der Betaphase, vor dem offiziellen Start von „picky“, testen.

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Im März soll „picky“ dann in den App-Stores verfügbar sein. Aber schon jetzt können sich Interessierte in eine Warteliste eintragen. „Wir haben auch schon eine mittlere dreistellige Zahl an Personen, die sich eingetragen haben“, berichtet Baur und sagt: „Um vernünftig zu funktionieren, sollte die App zum Start auch mindestens eine vierstellige Anzahl an Nutzern haben“. Und dann wird sich zeigen, ob „picky“ wirklich besser ist als Tinder und Co.

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