„Deutscher Rock & Pop Preis“: Suntrigger aus Münster ausgezeichnet
Ihre Musik macht Kopfkino

Münster -

Eine Band braucht einen Sänger beziehungsweise eine Sängerin? Nein, braucht sie nicht, meinen die drei Musiker der Band Suntrigger. Sie machen Instrumentalmusik – und zwar preisgekrönte.

Dienstag, 12.01.2021, 11:00 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 11:48 Uhr
Marcel Bach (46), Till Rauterberg (46) und Oliver Ortlinghaus (48, v.l.) haben als die Instrumentalband Suntrigger einen vielbeachteten Preis gewonnen.  
Marcel Bach (46), Till Rauterberg (46) und Oliver Ortlinghaus (48, v.l.) haben als die Instrumentalband Suntrigger einen vielbeachteten Preis gewonnen.   Foto: pd

Die münsterische Band Suntrigger ist mit dem „Deutschen Rock & Pop Preis“ als beste Instrumentalband ausgezeichnet worden. Der Preis ist laut „Deutschem Rock & Pop Musikerverband“ und Deutscher Pop-Stiftung, die die Auszeichnungen verleihen, für „herausragende Nachwuchsbands“ konzipiert.

Normalerweise wird er in der Siegerlandhalle in Siegen überreicht. In diesem Jahr flatterte die frohe Kunde aufgrund der Corona-Pandemie allerdings einfach per Brief bei dem Trio aus Münster ein.

„Hört sich richtig gut an, aber . . .“ – Schlagzeuger Marcel Bach weiß, was jetzt normalerweise folgt. Er hat es schon so oft gehört, und er ist gänzlich anderer Meinung: „Nein, es fehlt kein Sänger“, sagt Bach. Tatsächlich hätten er und seine beiden Mitstreiter sich 2012 ganz bewusst dazu entschieden, eine Instrumentalband zu gründen. Und das hat Folgen: „Das Songwriting ist ganz anders, als wenn man hauptsächlich für einen Sänger die Akkorde liefert“, erklärt Bach.

Instrumental bedeutet, dass keine Geschichte vorgegeben ist

Der studierte Musiker, der sein Geld vor allem mit Musikunterricht verdient, schätzt den kreativen Output, den eine reine Instrumentalband erfordert. Und auch für den Zuhörer böten sich neue Perspektiven.

Instrumental bedeute auch, dass keine Geschichte vorgegeben sei: „Jeder kann sich seine eigene Geschichte dazu in seinem Kopfkino gestalten.“ Nicht ohne Grund nennen Bach sowie Filmemacher Rauterberg und Ingenieur Ortlinghaus ihre Musik auch „Cinematic Post Rock“.

Für Suntrigger, die im vergangenen Jahr ihr zweites Album „Liquid Time“ veröffentlicht haben, ist es übrigens nichts Neues, beim „Deutschen Rock & Pop Preis“ abzuräumen. Schon für ihr Debütalbum „Interstellar“ erhielten sie den Preis für das beste Instrumentalalbum, dieses Mal wurden sie dann als Band ausgezeichnet.

Album-Release-Konzert im Mai geplant

Ausruhen wollen sich die drei Musiker übrigens nicht auf ihren Lorbeeren. Im Mai soll es im Rare Guitar ein Release-Konzert für das nächste Album geben, „sozusagen ein Lockdown-Album“, wie Bach unterstreicht. Ob das Konzert hinsichtlich der Pandemie möglich ist, ist freilich noch fraglich.

Doch für Bach steht fest, dass man mit der Instrumentalmusik raus auf die – möglichst große – Bühne möchte. Die Rezensionen über die aktuelle Arbeit der Band seien vielversprechend. Und immerhin hat es mit Long Distance Calling bereits eine Instrumentalband aus Münster zu internationalem Ansehen gebracht.

„Klar kommen da immer wieder mal die Vergleiche, aber unsere Musik ist schon etwas anders“, sagt Bach.

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