Erstes Projekt des Masterplans
Spatenstich für millionenschwere Tropenhalle im Zoo

Münster -

Es ist das erste Projekt eines großen Masterplans: Im Allwetterzoo wurde am Montag der erste Spatenstich für die neue Tropenhalle – die Merantihalle – getätigt. Ab Sommer 2022 sollen dort Otter, Brüllaffen, Faultiere und andere Tiere eine neue Heimat finden.

Montag, 11.01.2021, 18:50 Uhr
Zoodirektorin Dr. Schehka (unten, Bildmitte) setzte unter anderem den ersten Spatenstich für die ovale und mit transparentem Dach ausgestattete Tropenhalle, in der unter anderem Riesenotter und Faultiere ein neues Zuhause finden.
Zoodirektorin Dr. Schehka (unten, Bildmitte) setzte unter anderem den ersten Spatenstich für die ovale und mit transparentem Dach ausgestattete Tropenhalle, in der unter anderem Riesenotter und Faultiere ein neues Zuhause finden. Foto: Oliver Werner, dpa

Die Tropenhalle ist oval. 22 Meter lang und 16 Meter hoch. Das Foliendach ermöglicht es den Bewohnern, in den Himmel zu gucken. Die Temperaturen liegen bei bis zu 26 Grad. Die Luftfeuchtigkeit soll bis zu 99 Prozent betragen. Tropenhalle eben. Den Tieren wird es gefallen. Riesenotter, Lemuren, Brüllaffen, Faultiere und Schildkröten werden in der Merantihalle, die nach dem größten Baum der tropischen Regenwälder benannt wird und gegenüber dem Zoo-Restaurant entsteht, ab voraussichtlich Sommer 2022 leben.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadtkämmerin Christine Zeller setzten unter anderem der Aufsichtsratsvorsitzende des Allwetterzoos, Dr. Ludger Hellenthal, und Zoodirektorin Dr. Simone Schehka den ersten Spatenstich für das 21,5 Millionen Euro schwere Bauvorhaben. Die Merantihalle ist das Pilotprojekt eines großen Masterplans , der den Zoo bis zum Jahr 2030 zu einem zeitgemäßen Klima- und Artenschutzzoo weiterentwickeln soll.

Zoo als Ort der Entspannung und Bildung

OB Lewe griff am Montagmorgen gerne zu einem der elf blitzenden Spaten. „Wir benötigen jetzt so viele positive Signale“, rief er. Viele Menschen hätten Sorgen wegen der Corona-Pandemie. „Da ist es wichtig und gut, dass es ein Leben nach Corona gibt“, sagte er. Der Zoo sei ein Ort der Entspannung, aber auch der Bildung und Verantwortung. Die Tiere müssten sich im Zoo wohlfühlen.

„Wir freuen uns auf dieses riesengroße Projekt“, läutete Lewe den Baubeginn der Tropenhalle ein. Hellenthal dankte Gönnern und Sponsoren. Nach drei Jahren Planungszeit sei der Spatenstich ein bewegender Moment. „Wir holen mit der Tropenhalle andere Klimazonen der Erde in unsere Heimat“, sagte Hellenthal.

Kommentar: Mutiges Startsignal

Auch die Tiere vermissen die Besucher. Der Allwetterzoo darf seit Anfang November nicht öffnen. Corona führte dazu, dass die Verantwortlichen den Zoo insgesamt vier Monate im Jahr 2020 schließen mussten. Trotz Zuschüssen fehlen allein durch die zweite Schließung 200 000 Euro in der Zoo-Kasse.Um so mutiger ist der Schritt, mitten im zweiten Lockdown den Spatenstich für das größte Bauprojekt des Zoos zu setzen. 21,5 Millionen Euro werden in die Merantihalle investiert, ein Drittel des 59 Millionen Euro schweren Masterplans, der den Zoo der Zukunft in Klimazonen abbildet. Die städtische Anschubfinanzierung (20 Millionen Euro) wird bereits komplett aufgebraucht.Trotzdem: Der Zoo verabschiedet sich endlich vom Beton und verschreibt sich dem Artenschutz. Münsters Zoo der Zukunft kommt ohne unnötige Netze und Gitter aus. Bleibt, auch aus finanzieller Sicht, die große Hoffnung, dass die Münsteraner bald wieder zu den Tieren dürfen.

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100.000 Euro vom Zooverein

Der Vorsitzende des 13.000 Mitglieder starken Zoovereins, Helge Peters, überreichte einen symbolischen Scheck über 100.000 Euro an die Zoodirektorin, damit neue Tiere, neue Gehege und moderne Anlagen bis zum Jahr 2030 möglich seien. „Mit dem Pilotprojekt beginnt eine neue Ära“, sagte Peters. Lewe stimmt zu und sagte spontan seine Mitgliedschaft im Zooverein zu.

Danach sind die Giraffen dran

Der frühere Zoodirektor Dr. Thomas Wilms präsentierte der Stadt vor drei Jahren einen Masterplan, der den Zoo in die Bereiche gemäßigte Zone, Tropen und Subtropen aufteilt. Begonnen wird mit dem Bau der Merantihalle, wo Tiere und Pflanzen aus den Tropen heimisch werden. 18 Monate soll die Bauzeit für die mit Erdwärme und regenerativer Energie versorgte Halle betragen. Daneben entsteht ein Schulungszentrum. Als nächstes Projekt aus dem Masterplan sollen größere Häuser für die Giraffen und Löwen entstehen. Die Pläne werden in diesem Jahr konkretisiert.

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„Es ist ein wichtiges Zeichen, dass wir in den nicht einfachen Zeiten am Projekt festgehalten haben“, sagte Zoodirektorin Schehka. Die Merantihalle sei ein erster Schritt dahin, das Profil als Klima- und Artenschutzzoo zu schärfen.

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