Reaktionen auf Hochhauspläne am Berliner Platz
„Da ist er wieder, der kleinmütige Provinzialismus“

Münster -

Ein Investor will am Berliner Platz ein Hochhaus errichten, doch ein neuer Bebauungsplan soll die Pläne stoppen. Die Reaktionen unserer Leser sind darüber gespalten. Einige halten ein Hochhaus an dieser Stelle für „großstädtisch“, andere lehnen es als „überdimensioniert“ ab.

Dienstag, 19.01.2021, 16:00 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 17:02 Uhr
Einen Neubau mit Hochhaus wollte ein Investor neben dem Metropolis-Hochhaus (r.) realisieren.
Einen Neubau mit Hochhaus wollte ein Investor neben dem Metropolis-Hochhaus (r.) realisieren. Foto: Peter Bastian Architekten

Der Investor Areo will am Berliner Platz ein Hochhaus mit 230 Wohnungen errichten – ein neuer Bebauungsplan, der dort eine Maximalhöhe von rund 27 Metern festlegt, dürfte das Vorhaben vereiteln. Zum Artikel vom Montag haben uns zahlreiche Stellungnahmen von Lesern erreicht, hier eine Auswahl.

„Warum gibt es in Münster diese ausgeprägte Hochhausphobie?“, fragt Peter Wolter. Jede Stadt solle froh sein, wenn ein Investor Geld in Wohnraum investiert und auf einer geringen Fläche möglichst viel davon schafft.

„Nur Mut“

Josef Schliemann merkt an: „Dieser Raum verträgt nicht nur auffallende bauliche Strukturen, er braucht sie. Das würde mit einer interessanten Hochhausbebauung gehen – und nur damit. (...) Nur Mut!“

„Wohnungsmangel wird allenthalben beklagt, günstige Wohnungen sind nicht zu bekommen“, schreibt Wolfgang Husch. Jetzt wolle ein Investor 230 Wohnungen schaffen, aber die Politik bremse ihn aus. „Zuerst fiel der York-Tower der Politik zum Opfer, und jetzt das. Unglaublich.“

Wolfgang Becker findet es „sehr vernünftig“, „dass hier Verwaltung und Politik einschreiten und einen Bebauungsplan aufstellen.“ Die Höhe des  Metropolis müsse an dieser Stelle eine Ausnahme bleiben.

Brigitte Hornstein empfindet „die immer höher hinauswachsende Bebauung in Münster (...) als vollkommen überdimensioniert“. „Mir tun die Menschen leid, die dort wohnen müssen.“

„Hochhäuser passen in ein Bahnhofsviertel“

„Wenn Hochhäuser irgendwo hinpassen, dann in ein Bahnhofsviertel“, merkt Ulrich Hachmann an. Die Anordnung gegenüber dem Metropolis-Hochhaus würde eine neue städtebauliche Situation schaffen, die Münster großstädtisch aufwerte.

Dieter Schemmelmann schreibt: „Ich finde es gut, dass am Bahnhof keine neuen Hochhäuser gebaut werden. Hochhäuser mögen interessant und imposant sein“ – sie seien aber selten schön.

Das sind die zehn höchsten Bauwerke Münsters

1/10
  • Platz 10 in der Rangliste belegt mit 51 Metern die WL-Bank am Sentmaringer Weg.

    Foto: Oliver Werner
  • Der St-Paulus-Dom liegt mit 58 Metern auf Platz 9.

    Foto: Lukas Wiedau
  • 62 Meter hoch sind die Bettentürme des UKM.

    Foto: UKM
  • Das Bürohochhaus der LVM am Koldering

    Foto: Bernhard Kils
  • Das Wohnhaus „Weißer Riese“.

    Foto: münster wiki
  • Neues Gebäude, alte Größe. Das LVM-Gebäude misst 70 Meter.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 87 Meter misst die Heilig-Kreuz-Kirche und belegt den vierten Rang.

    Foto: Oliver Werner
  • Einen Platz aufs Treppchen schaffte die St. Lamberti-Kirche mit ihren insgesamt 90,5 Metern.

    Foto: Uwe Wahlbrink
  • Die Herz-Jesu-Kirche schafft es mit 94,6 Metern nur auf Platz zwei.

    Foto: Segeton
  • Der Fernsehturm ist, mit ca. 230 Metern, das höchste Gebäude in Münster.

    Foto: Oliver Werner

„Die Grünen müssten begeistert sein, da (...) eine geringere Bodenversiegelung zu erwarten ist und für Einzelpersonen und Paare an verkehrsgünstiger Stelle Wohnraum geschaffen wird“, so Hans Langer. Für Familien mit Kindern sollten ausreichend Bauflächen innerhalb der kommunalen Grenzen ausgewiesen werden.

Dr. Rainer Stieglitz betont: „Da ist er wieder, der kleinmütige Provinzialismus: bloß nicht zu hoch hinaus!“ Wenn Münster seiner Bestimmung als Oberzentrum gerecht werden wolle, bedürfe es mehr: mehr Stockwerke, mehr Haltepunkte für die Bahn, mehr Busspuren und vor allem mehr Mut.“

Thomas Goeken bewertet die Ästhetik der Ratsmitgliedern als „nicht weltstädtisch sondern dörflich-westfälisch. Schade, eine Chance für Münster wurde vertan“.

Auch auf der Facebook-Seite unserer Redaktion wurde kontrovers über das Thema diskutiert.

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