Corona-Pandemie
Impfzentrum startet eine Woche später

Münster -

Das ist eine schlechte Nachricht: Der Impfstart der über 80-Jährigen in der Halle Münsterland verzögert sich um eine Woche. Grund sind plötzliche Lieferengpässe beim Impfstoff.

Mittwoch, 20.01.2021, 18:50 Uhr aktualisiert: 20.01.2021, 19:49 Uhr
Die Nachfrage nach FFP-2-Masken und medizinischem Mund-Nasen-Schutz ist sprunghaft gestiegen, wie Yvonne Niestegge und Dr. Christopher Stavermann von der Burg-Apotheke bestätigen.
Die Nachfrage nach FFP-2-Masken und medizinischem Mund-Nasen-Schutz ist sprunghaft gestiegen, wie Yvonne Niestegge und Dr. Christopher Stavermann von der Burg-Apotheke bestätigen. Foto: Oliver Werner

Der Impfstart für die gut 16.000 über 80-jährigen Münsteraner, die zu Hause leben und in der Halle Münsterland geimpft werden sollen, verzögert sich um eine Woche und soll nun am 8. anstatt am 1. Februar sein. Grund sind plötzliche Lieferengpässe des Impfstoffes wegen einer Produktionsumstellung eines Werkes der Firma Pfizer in Belgien, die am Mittwoch bekannt wurden.

Auch die seit Montag laufenden Impfungen des Pflegepersonals auf den Intensivstationen und in den Notaufnahmen der münsterischen Krankenhäuser mussten am Mittwoch kurzfristig eingestellt werden. Das Universitätsklinikum, das am Montag und Dienstag am Standort Münster geimpft hatte, wollte beispielsweise das Personal im Steinfurter Marienhospital impfen. Doch der Impfstoff kam nicht an. „Wann es weitergeht, wissen wir nicht“, sagte eine Sprecherin. Laut Land sollen die Impfungen in den Krankenhäusern erst am 1. Februar fortgesetzt werden.

Briefe an über 80-Jährige gestoppt

Die Stadt Münster stoppte am Mittwoch kurzfristig die Anschreiben an die über 80-jährigen Münsteraner. Sie werden nun anstatt wie geplant am Donnerstag (21. Januar) voraussichtlich am Freitag (22. Januar) in ihrer Post einen aktualisierten Brief finden, in dem Land und Stadt über Details zur Anmeldung und zum Ablauf der Erstimpfungen informieren. Danach können sich die über 80-Jährigen ab 25. Januar für zwei Termine unter  0800/11611702 oder über die Internetseite www.116117.de anmelden. Bitte beachten: Vor dem 25. Januar ist weder die kostenlose Telefonnummer noch die Webseite freigeschaltet.

Inzidenz muss sich bestätigen

Münsters Inzidenz ist erstmals seit dem 4. Dezember unter 50, zu Lockerungen führt das indes nicht. Erst wenn sich der Wert unter 50 sieben Tage hintereinander bestätigt, kann sich die Stadt mit dem Land über das Aufheben von Einschränkungen abstimmen. So sei die Regel, die noch nirgendwo zur Anwendung gekommen sei, so Krisenstabsleiter Heuer. „Ich weiß auch nicht, ob es vernünftig wäre.“ Möglich wären Lockerungen bei der Maskenpflicht. Heuer würde sich wünschen, dass sich der Trend in der Region bestätigen würde. Lockerungen wären dann einfacher umsetzbar. 

...

Erschreckend: Die Stadt teilte am Mittwoch fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit. Alle Opfer sind über 80 Jahre alt. Vier Frauen (80, 81, 85, 92) und ein Mann (86) sind in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gestorben.

Jede Veränderung an großen Bausteinen ist sehr schlecht und beeinträchtigt die bisherigen Arbeitsergebnisse.

Corona-Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer

Corona-Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer sagte, dass über das kurzfristige Verschieben der Inbetriebnahme der Impfzentren in NRW „ein gewisses Entsetzen aller Beteiligten“ herrsche. Das Impfen der über 80-jährigen Bürger sei eine sensible und anspruchsvolle Aufgabe. „Jede Veränderung an großen Bausteinen ist sehr schlecht und beeinträchtigt die bisherigen Arbeitsergebnisse“, kritisierte Heuer.

Immerhin: Die Bewohner der Seniorenpflegeheime sind größtenteils einmal geimpft und die Lieferverzögerungen haben für die notwendige Zweitimpfung keine Folgen, heißt es. Münster sei für die rechtzeitige Verimpfung der Anschluss-Dosis ausreichend bevorratet worden, teilt die Stadt mit.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7776126?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker