Kritik zu „Der Bachelor“-Auftakt
Nur wenige Schnittblumen bis zur wahren Liebe

Münster -

„Wie heißt Du?“, „Kim Virginia“, „Schöner Name!“ - hurra, der Bachelor ist wieder da! Michèle de Roos aus Münster hat eine Rose bekommen zum Auftakt der RTL-Sendung „Der Bachelor“. Von Männernamen, die nach Erdnuss schmecken und verpassten Chancen in Herne – eine Showkritik.

Donnerstag, 21.01.2021, 16:30 Uhr aktualisiert: 21.01.2021, 17:03 Uhr
Die gebürtige Münsteranerin Michèle de Roos ist eine von 22 Kandidatinnen der RTL-Kuppelshow „Der Bachelor“.
Die gebürtige Münsteranerin Michèle de Roos ist eine von 22 Kandidatinnen der RTL-Kuppelshow „Der Bachelor“. Foto: TV Now

Oh mein Gott: Sie kennen sich! Der neue Bachelor Niko Griesert und Michèle de Roos, gebürtig aus Münster, haben sich vor eineinhalb Jahren mal bei Instagram geschrieben. Für alle, die Instagram für eine Diätsuppe zum Aufgießen halten: Sie sind also mindestens beste Freunde, quasi schon verlobt. Anders lassen sich die eifersüchtigen Blicke der anderen Kandidatinnen am Mittwoch zum Auftakt der RTL-Kuppelshow nicht deuten. Klar, sie hat die Rose bekommen. Von der wahren Liebe trennen Münster-Michèle also nur noch ein paar Schnittblumen.

Im Anzug an der Bushaltestelle

Gefühlt 18 Werbeblöcke vorher sitzt der neue Bachelor im Anzug an einer Bushaltestelle im Nirgendwo. Ein Bus mit feiernden Mexikanern fährt einfach vorbei. Stattdessen holt ihn ein Hubschrauber ab. Was aussieht, als würde die 8 b im Videokurs einen James-Bond-Film nachstellen, ist RTLs filmische Erklärung dafür, dass die Dreharbeiten wegen Corona in Deutschland statt in Mexiko stattfinden. Spoiler: Subtiler wird‘s nicht.

Aus der Not hätte man eine Tugend machen können. Wenn schon Deutschland, dann doch bitte endlich mal mit einem Bierbauch-Bachelor mit Schniposchranke-Imbiss-Dates in Herne. Chance vertan!

Eines ist dann aber doch neu: Der Bachelor – 30, gestählt, Sohn von Osnabrücks Oberbürgermeister – ist keinesfalls Schwanenschleuderer wie einer seiner Vorgänger, sondern regelrecht sympathisch. Er flunkert sogar wie ein Gentleman: „Wie heißt Du?“ „Kim Virginia.“ „Toller Name!“ Nächstes Beispiel: Melissa ist Bankfilialleiterin. Der Bachelor: „Ach, das ist ja super spannend!“

Banale Selbstgespräche und geschmeckte Namen

Ansonsten rosenkavaliert sich der IT-Projektmanager in bedeutungsschweren Zeitlupen-Sequenzen mit einer Aneinanderreihung von Kalendersprüchen durch die Show. Noch banaler sind nur die Selbstgespräche der Ladys im Auto auf dem Weg zum Bachelor: Kostprobe: „Oh Gott, jetzt halten wir auch noch!“ Was hat sie erwartet? Dass sie während der Fahrt rausspringen muss? Aber das bringt den Bachelor nicht aus der Fassung. Nicht mal Maria schafft das, wenn sie sagt „Thomas schmeckt nach Erdnuss, Paul nach Erdbeere.“ Sie könne Namen schmecken. Ah ja . . . Vielleicht sind Michèles Chancen gar nicht so schlecht.

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