Filmprojekt aus Münster
Die Geschichten hinter der Berufung

Münster -

Ein Film widmet sich Münsteranern aus der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche mitten im Lockdown – allerdings auf ganz andere Weise, als man das bislang kannte.

Freitag, 22.01.2021, 16:15 Uhr aktualisiert: 22.01.2021, 17:05 Uhr
An Eddy Verbeeks Tresen ist es zuletzt still geworden. Seine ungewöhnliche Antwort darauf ist ein Filmprojekt, das bekannte Gesichter aus Münsters Gastronomie ganz persönlich zeigt.
An Eddy Verbeeks Tresen ist es zuletzt still geworden. Seine ungewöhnliche Antwort darauf ist ein Filmprojekt, das bekannte Gesichter aus Münsters Gastronomie ganz persönlich zeigt. Foto: Björn Meyer

Eddy Verbeek kennt das: Ein letzter Gruß, ein gut gemeintes „Kopf hoch“. Zwei Mal musste der Inhaber vom „Eddy‘s – Bar am Hafen“ im vergangenen Jahr seinen Laden auf unbestimmte Zeit zuschließen. Klar sei das Finanzielle in der Branche ein Thema – aber es ist eben nicht Eddy Verbeeks Thema. Er wollte darauf aufmerksam machen, dass Gastronomie und Veranstaltungen für viele nicht nur Beruf, sondern vor allem Berufung ist. Entstanden ist gemeinsam mit dem Filmemacher Rome Michael ein Filmprojekt, das den vielsagenden Namen „Die Geschichte hinter den Gesichtern“ trägt.

Als Eddy Verbeek und Rome­ Michael wenige Tage nach Beginn des zweiten Gastro-Lockdowns zu drehen beginnen, sind vier Drehtage avisiert. Es gibt kein Budget, nur Menschen, die bereit sind zu erzählen. Nicht darüber, wie es ihnen finanziell geht, „das haben wir doch alle schon so oft gehört“, sagt Verbeek. Er will lieber zeigen, dass die momentane Situation viel mehr ist, als nur finanzieller Verlust. Gastronom Axel Bröker etwa erzählt, wie er als 15-jähriger den Entschluss fasste, in den Familienbetrieb einzusteigen und was es ihm bedeutet, die Tradition hochzuhalten. DJ und Veranstalter Steve Stix berichtet, wie ihm die Musik über den Verlust seiner Mutter hinweghilft. Und auch Erkan Ular (Idéal Café & Weinbar), Anna Marie Heiß (Betriebsleitung Sausalitos), Phillip Mühlen und Dominik Becker (Gazelle) sowie Verbeek selbst äußern sich sehr persönlich.

Viel Aufmerksamkeit im Netz

Doch als die Interviews abgedreht sind, stellt sich heraus, dass kein Budget wirklich wenig ist. Also macht sich Verbeek auf die Suche und findet in einem Getränkehersteller ein Unternehmen, das die Sache unterstützt. Heraus kommt ein Film, der seit dieser Woche im Netz viel Aufmerksamkeit erhält. Ein kurzes Lächeln zeigt, dass Verbeek sich darüber freut. Häufige Rückmeldung sei: Tolles Projekt, das noch länger sein könnte – schließlich dauert der Film nur 15 Minuten.

Darauf will Eddy Verbeek reagieren. Nur Tage nach der ersten Veröffentlichung steht bereits fest, dass er einen zweiten Teil mit neuen Personen, auch aus anderen Branchen drehen möchte. Denn im Vordergrund steht ja nicht die Gastronomie – sondern die Menschen und ihre Geschichten.

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