Corona-Pandemie
Weniger Infektionen und trotzdem immer mehr Tote in Münster

Münster -

Münsters Inzidenz findet bundesweit Beachtung. Doch die Anzahl der mit dem Coronavirus Verstorbenen steigt weiterhin rapide an. 14 Todesfälle gab es an den vergangenen sieben Tagen.

Freitag, 22.01.2021, 20:30 Uhr
Laut Robert-Koch-Institut dauert es durchschnittlich vier Tage, bis ein schwer an Covid-19-Erkrankter in eine Klinik eingeliefert wird. Etwa weitere zwölf Tage dauert es statistisch, bis ein Erkrankter mit schwerem Verlauf an Corona stirbt.
Laut Robert-Koch-Institut dauert es durchschnittlich vier Tage, bis ein schwer an Covid-19-Erkrankter in eine Klinik eingeliefert wird. Etwa weitere zwölf Tage dauert es statistisch, bis ein Erkrankter mit schwerem Verlauf an Corona stirbt. Foto: Robert Michael/dpa

Oberbürgermeister Markus Lewe erklärte am Freitag im „Morgenmagazin“ der Fernsehsender ARD und ZDF , was hinter der vergleichsweise niedrigen Inzidenz in Münster steckt. „Wir hatten als eine der ersten Städte einen Corona-Krisenstab eingerichtet und eine Maskenpflicht eingeführt“, sagte Lewe im TV.

Seit Mittwoch hat Münster eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 50, am Freitag sind es 39,3. Das soll sogar die niedrigste Inzidenz einer Großstadt im bundesweiten Vergleich sein. Bestätigt sich der Wert unter 50 über sieben Tage, kann sich die Stadt Münster mit dem Land NRW über das Aufheben von Einschränkungen abstimmen. Lewe sieht den Zeitpunkt dafür aber nicht gekommen, warnt vor zu frühen Öffnungen und erklärt sich solidarisch mit den anderen Städten. „Es ist keine Zeit für Alleingänge“, sagte der OB.

88 Todesfälle seit März

Zumal auch Münsters Statistik eine schreckliche Schattenseite aufweist. 88 größtenteils ältere Münsteraner sind seit Ende März vergangenen Jahres an oder mit dem Corona-Virus gestorben. 14 davon innerhalb der vergangenen sieben Tage, zuletzt ein 79-jähriger Mann (Stand Freitag). „Die Erleichterung über die rückläufige Infektionslage in Münster wird stark getrübt durch die vielen neuen Sterbefälle“, sagt Corona-Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer. Sie stünden in einem Zusammenhang mit der hohen Infiziertenzahl der vergangenen Monate, die Todesfälle ereigneten sich zeitversetzt. 30 Neuinfektionen meldete die Stadt am Freitag.

Laut Robert-Koch-Institut dauert es durchschnittlich vier Tage, bis ein schwer an Covid-19-Erkrankter in eine Klinik eingeliefert wird, zitiert Heuer. Etwa weitere zwölf Tage dauert es statistisch, bis ein Erkrankter mit schwerem Verlauf an Corona stirbt. Auffällig ist, dass zwischen Ende April und dem 30. Oktober kein Münsteraner an oder mit Corona gestorben ist. Erst seit November gibt es einen sprunghaften Anstieg auf nun 88 Todesfälle, darunter sind vor allem ältere Menschen.

Zweite Impf-Welle in Pflegeheimen

Münsters Senioren in Pflegeheimen sind alle einmal geimpft, die zweite Welle ist angelaufen. Die über 80-jährigen Münsteraner, die zu Hause leben, können sich ab Montag (25. Januar) für Impftermine ab dem 8. Februar in der Halle Münsterland anmelden. Doch noch fehlt der Corona-Impfstoff.

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