Eklat bei konstituierender Sitzung
Antisemitische Beleidigungen im Studierendenparlament

Münster -

Eklat in der Zoom-Konferenz: Bei der konstituierenden Sitzung des 63. Studierendenparlamentes der Universität Münster ist es zu antisemitischen Ausfällen gekommen. Ein Antrag hatte zu den israelfeindlichen Äußerungen geführt.

Sonntag, 24.01.2021, 17:00 Uhr
Schloss in Münster, Sitz der Universität
Schloss in Münster, Sitz der Universität Foto: Johannes Loy

Die konstituierende Sitzung des 63. Studierendenparlamentes der Universität vor einer Woche ließ viele Mitglieder und Zuschauer erschrocken und entsetzt zurück, wie Reaktionen aus den Social-Media- Kanälen zu entnehmen ist. Das Gremium der Studierendenschaft geriet in seiner digital abgehaltenen öffentlichen Sitzung demnach zu einem Forum antisemitischer Ausfälle.

„Bedauerlicherweise ist die Sitzung nicht so abgelaufen wie geplant“, bestätigt die neu gewählte Stupa-Präsidentin Noemi Piontek. Der von der Juso-Hochschulgruppe und Kritischer Linke eingebrachte Antrag „Contra Antisemitismus“ hatte viele Gäste aus dem mindestens anti-israelelischen Lager in den virtuellen Raum gelockt. Dort füllte sich nach Darstellung der Kritischen Linken der Chat der Zoom-Konferenz mit beleidigenden, offen antisemitischen Kommentaren.

Existenzrecht Israels negiert

Durch Profilbilder erkennbar anwesend gewesen seien Vertreter der Gruppen „Palästina Antikolonial“ und „Samidoun Deutschland“. Vor allem letztgenannte unterstütze die sogenannte BDS-Bewegung, die den Boykott Israels propagiert und das Existenzrecht des Staates negiert. Auf den Plan gerufen hatte die Besucher der Antrag, die verfasste Studierendenschaft möge keine der BDS-Bewegung nahen Gruppierungen durch Zuschüsse oder bei der Raumvergabe unterstützen.

Noemi Piontek schreibt in ihrer Stellungnahme, „dass starke Meinungen lebhaft vertreten wurden.“ Es seien auch „Beleidigungen und antisemitische Äußerungen gefallen“, bestätigt sie. In der nächsten Sitzung am heutigen Montag solle derselbe Antrag noch einmal auf die Tagesordnung kommen. „Eine Wiederholung der Ereignisse des vergangenen Montags möchten wir unbedingt vermeiden“, betont die Präsidentin.

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