Stadtarchäologen begleiten die Bauarbeiten
Neue Sicherheitspoller für den Domplatz

Münster -

Seit drei Jahren werden an neuralgischen Punkten in der Innenstadt Sicherheitspolleranlagen installiert. Nun ist der Domplatz dran, weitere Anlagen sind in Planung. Die Stadtarchäologen begleiten die Arbeiten – und hoffen auf interessante Funde.

Mittwoch, 27.01.2021, 18:00 Uhr aktualisiert: 27.01.2021, 18:20 Uhr
Am Domplatz werden in den kommenden Monaten 14 Sicherheitspoller installiert.
Am Domplatz werden in den kommenden Monaten 14 Sicherheitspoller installiert. Foto: Oliver Werner

In der Innenstadt geht die Installation von Polleranlagen in die nächste Runde. Am Domplatz, im Bereich zwischen Bezirksregierung und Bankhaus Lampe, haben in dieser Woche die Arbeiten für 14 Poller begonnen, von denen zwölf im Boden versenkt werden können, teilt die Stadt mit. Zuvor werden an dieser Stelle Versorgungsleitungen durch die Stadtwerke verlegt.

2017 hatte der Rat der Stadt beschlossen, an zentralen Veranstaltungsflächen und Plätzen Polleranlagen zu installieren, die bei Bedarf verhindern sollen, dass Kraftfahrzeuge in diese Bereiche fahren. Anlass für diesen Schritt war eine Reihe von zumeist islamistisch motivierten Anschlägen, bei denen Fahrzeuge in große Menschenmengen fuhren und viele Passanten ums Leben gekommen waren – unter anderem in Berlin, Nizza, Jerusalem, Stockholm, London und Barcelona. Seitdem sind bereits an mehreren Stellen in der Innenstadt solche Anlagen installiert worden.

Vorbereitungen für weitere Poller laufen

Neben dem Domplatz sollen in diesem Jahr noch an anderen Stellen Poller errichtet werden. Parallel zur Baumaßnahme am Domplatz, die bis Mitte Mai dauern soll, werden ab Mitte März die Arbeiten am nur wenige Meter entfernten Michaelisplatz in Höhe Zumnorde aufgenommen, berichtet die Verwaltung. Und auch in Höhe des Paradieses des Doms – also des Haupteingangs – sollen zwischen Juli und Herbst 2021 weitere Sicherheitspoller installiert werden. Darüber hinaus laufen vorbereitende Planungen für weitere Polleranlagen in der zentralen Innenstadt. Bei der Umsetzung des Gesamtkonzepts handele es sich um einen dynamischen Prozess, der auf mehrere Jahre angelegt sei, betont die Verwaltung – und der auch mit Unwägbarkeiten behaftet sei.

Unwägbarkeiten wie archäologische Funde – denn die Stadtarchäologen werden die Baumaßnahmen begleiten, betont Stadtarchäologin Dr. Aurelia Dickers. So befinde sich der Poller-Standort Domplatz im Innenbereich der einstigen Domburg, einer frühmittelalterlichen Siedlung aus dem neunten bis elften Jahrhundert. Und am Standort Michaelisplatz könnten sich, im besten Fall, Reste des einstigen Michaelistores im Boden befinden.

Hoffnung auf archäologische Entdeckungen

Zunächst hält sich die Hoffnung auf spannende archäologische Entdeckungen bei Dickers allerdings noch in Grenzen: „Sowohl am Domplatz wie auch am Michaelisplatz liegen viele Leitungen im Boden.“ Zudem habe es in diesen Bereichen nach dem Zweiten Weltkrieg viele Eingriffe gegeben.

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