Unterstützung via Facebookgruppe
Tausendfache Hilfe in der Pandemie

Münster -

Wer sich in der Pandemie an die Regeln hält, hilft der Gesellschaft. Manch einer macht aber noch etwas mehr. So wie Gerald Wissel mit seiner Facebookgruppe „MS4H – Münster for Help“, über die er Tausende erreicht.

Donnerstag, 04.02.2021, 17:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 17:19 Uhr
FFP2-Masken werden über die Facebookgruppe „Münster for Help“ zu sehr günstigen Preisen beschafft und zu einem großen Teil bei Gerald Wissel an der Haustür weitergegeben. Doch die Masken sind längst nicht die einzige Hilfe, die über die Gruppe gesteuert wird. Zudem postet Wissel dort oft wichtige Informationen zur Pandemie – stets aus seriöser Quelle.
FFP2-Masken werden über die Facebookgruppe „Münster for Help“ zu sehr günstigen Preisen beschafft und zu einem großen Teil bei Gerald Wissel an der Haustür weitergegeben. Doch die Masken sind längst nicht die einzige Hilfe, die über die Gruppe gesteuert wird. Zudem postet Wissel dort oft wichtige Informationen zur Pandemie – stets aus seriöser Quelle. Foto: Matthias Ahlke

Alles fing mit verlässlichen Informationen zur Pandemie an, als diese noch gar keine war. Während des ersten Lockdowns kamen Einkaufshilfen für ältere Menschen hinzu. Doch längst ist aus dem Engagement von Gerald Wissel weitaus mehr geworden. In der Facebookgruppe „ MS4H – Münster for Help “ erreicht er über 3000 Personen, vor allem aber steuert er darüber Hilfsaktionen. Dennoch klingt Wissel im Gespräch mit unserer Zeitung nur bedingt zufrieden. Aus einem einfachen Grund: Er möchte noch effektiver helfen.

Einsatz für Alten- und Kinderheime

Anfänglich wurden mittels „MS4H“ Kleiderspenden gesammelt, um Masken zu nähen. Später wurden professionelle Masken und Schutzkleidung für Alten- sowie weitere Unterstützung für Kinderheime organisiert. Wissel setzte sich ein, sprach mit Menschen, organisierte Sponsoren. Netzwerken also, oder wie man es früher nannte, Klinken putzen. Dabei entstammt Wissel einer Branche, die eigentlich selber Hilfe benötigt. Bis Anfang 2019 betrieb er die Diskothek Elephant Lounge. Die Suche nach einer neuen Location hat er mittlerweile ad acta gelegt und sich für die Zukunft umorientiert. Doch genau genommen spricht der Familienvater nur widerwillig über sich. Dass man seinen Namen bloß nicht zu oft erwähne, vermerkt er im Gespräch. Geht aber nicht, zu viel hat Wissel auf die Beine gestellt.

Und diese Sache will er weiter voranbringen. „Wenn ich sehe, was wir mit 3000 Mitgliedern bewegt haben, frage ich mich, was wir mit 15.000 erreichen könnten“, wirbt er dafür, dass sich mehr Menschen „Münster for Help“ anschließen.

Vielen haben zwar eine Maske auf, aber eine, die schon zu oft getragen wurde.

Gerald Wissel

Derzeit geht es dort vor allem um FFP2-Masken. Über 20.000 davon hat Wissel bereits organisiert. Zu einem Verkaufspreis von 89 Cent und damit weit unterhalb aller gängigen Preise. Er selber, so sagt er, verdiene daran rein gar nichts. Buchhalterisch sei alles abgesichert, sagt Wissel. Auch deshalb findet er neue Mitstreiter. Der ASB Regionalverband Münsterland etwa unterstützt das Engagement. Mobil stark eingeschränkten Personen liefert der ASB die Masken ohne Zusatzkosten nach Hause ( 0251 / 28 97 151).

Den Verkauf des weitaus größeren Teils der durch Sponsoren vorfinanzierten Artikel organisiert Wissel aber über die Facebookgruppe. Denn gerade für viele ältere Menschen seien die Preise für Masken eine erhebliche Belastung. Die Folge: „Vielen haben zwar eine Maske auf, aber eine, die schon zu oft getragen wurde“, weist Wissel auf ein Problem hin. Er ist überzeugt: Es geht noch mehr. Mit einem größeren Sponsor ließen sich mehr Masken zu noch günstigeren Preisen bestellen. Den sucht er. Nicht für sich, sondern für all diejenigen, denen noch geholfen werden kann.

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