Nachwuchs- und Mitarbeiterakquise in der Corona-Krise
Fachkräftemangel verschärft sich - viele kurzfristige Einstellungen

Münster -

In vielen Berufen sind zum Sommer noch Ausbildungsstellen frei. So suchen Unternehmer den Draht zu potenziellen Bewerbern – vor allem über Online-Kanäle. Drei Unternehmer und eine Auszubildende berichten im Themenschwerpunkt Ausbildung über ihre Erfahrungen. Von Karin Höller
Freitag, 05.02.2021, 10:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 05.02.2021, 10:00 Uhr
Der Nachwuchsmangel in der Gastronomie ist groß. Das Restaurant Kleiner Kiepenkerl hat Glück gehabt, im vergangenen Sommer weitere fünf Auszubildende eingestellt und stemmt jetzt im Lockdown unter Mithilfe von zehn Azubis die Außer-Haus-Bestellungen.
Der Nachwuchsmangel in der Gastronomie ist groß. Das Restaurant Kleiner Kiepenkerl hat Glück gehabt, im vergangenen Sommer weitere fünf Auszubildende eingestellt und stemmt jetzt im Lockdown unter Mithilfe von zehn Azubis die Außer-Haus-Bestellungen. Foto: Oliver Werner

Keine Ausbildungsmesse in der Halle Münsterland, keine Berufsorientierung „Mach dein Ding im Handwerk“ im Preußenstadion, kein Azubi-Speed-Dating bei der IHK – wenn Schüler und Unternehmer in diesen schwierigen Pandemie-Zeiten zusammenkommen wollen, müssen sie neue Wege beschreiten. Und dabei ist offensichtlich noch ordentlich Luft nach oben, wie die große Zahl freier Ausbildungsstellen in vielen Berufen zeigt. Ein Minus von 11,6 Prozent bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen (minus sieben Prozent in Münster) meldet allein die IHK. „Fast alle Betriebe waren gezwungen, ihre Abläufe an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Viele Unternehmen sind teilweise deutlich später als üblich in die Auswahlprozesse eingestiegen“, erklärt der Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, Joachim Fahnemann.

Bei einigen verschieben sich daher die Bewerbungsfristen nach hinten und stellen „last minute“ ein. Wer noch eine Ausbildungsstelle für den Sommer sucht, wird nicht nur in kaufmännischen Berufen, im Gesundheits- und Sozialwesen, sondern auch in IT-Berufen und in der Gastronomie fündig, in der der Fachkräftemangel schon vor der Pandemie groß war. Und viele Handwerksunternehmen, die auch bislang schon Schwierigkeiten hatten, am Verwaltungs- und Dienstleistungsstandort Münster qualifizierten Nachwuchs zu bekommen, müssen sich jetzt noch stärker nach der Decke strecken, um geeignete Bewerber zu bekommen.

Demografischer Wandel

Der Fachkräftemangel wird sich aus Sicht von Carsten Taudt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung, wegen der Pandemie weiter verschärfen. Der Fachkräftepool im Kammerbezirk schrumpfe jährlich um rund 15.000 Beschäftigte – unter anderem wegen des demografischen Wandels. „Gerade kleine Betriebe werden massiv leiden“, prognostiziert Taudt.

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